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Erstmals Sorbenratswahl in Brandenburg

Sorbenrat vertritt Anliegen der Sorben im Brandenburgischen Parlament

Erstmals Sorbenratswahl in Brandenburg Kulturstaatssekretär Martin Gorholt wirbt als Beauftragter der Landesregierung für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden für eine breite Beteiligung an den Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Brandenburger Landtag. "Durch eine Teilnahme an der Wahl können Sorben/Wenden nicht nur ihre Vertreterinnen und Vertreter in Potsdam selbst demokratisch bestimmen, sondern auch ihren Mitbestimmungswillen deutlich zum Ausdruck bringen. Der Sorbenrat ist eine wichtige Stimme der Sorben im Land Brandenburg und soll dazu beitragen, dass die sorbischen/wendischen Anliegen im Parlament ausreichend Gehör finden."

Erstmals haben alle sorbischen/wendischen Brandenburgerinnen und Brandenburger das Recht, den Rat direkt selbst zu wählen. Voraussetzung sind ein Mindestalter von 16 Jahren, der Hauptwohnsitz in Brandenburg und eine Eintragung in das Wählerverzeichnis bis zum 24. Mai 2015. Entsprechende Vordrucke gibt es unter anderem auf der Webseite des Landtages. Die Wahl ist eine Briefwahl und endet am 31. Mai 2015. Die Wahlen werden ehrenamtlich organisiert von einem sorbischen/wendischen Wahlausschuss in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Inneres und Kommunales. Der Rat ist ein aus fünf Mitgliedern bestehendes ehrenamtliches Gremium des Landtages. Er hat bei allen Themen beratende Stimme, die sorbische/wendische Interessen berühren.

Mit dem zum 01. Juni 2014 novellierten brandenburgischen Sorben/Wendengesetz soll die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden im Land Brandenburg besser geschützt werden. Staatssekretär Martin Gorholt ist der erste Beauftragte der brandenburgischen Landesregierung für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden. Seine Aufgabe ist die Koordination der Ministerien in Angelegenheiten der Sorben/Wenden und die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den sorbischen/wendischen Verbänden und Institutionen. Er bereitet auch den Bericht der Landesregierung zur Lage des sorbischen/wendischen Volkes vor, der zur Mitte jeder Legislaturperiode veröffentlicht wird. Damit sind eine Bestandsaufnahme sowie eine Prüfung der Wirksamkeit von Förderinstrumenten und Aussagen zu Vorhaben der Landesregierung verbunden. Der Sorbenbeauftragte steht allen Bürgerinnen und Bürgern sorbischer/wendischer Volkszugehörigkeit sowie ihren Verbänden als Ansprechpartner zur Verfügung. Eine weitere Aufgabe besteht in der Weiterentwicklung des Minderheitenrechts im europäischen und internationalen Rahmen.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz langer Assimilierungsbemühungen früherer staatlicher Herrscher ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuentwickeln. Das geschieht unter anderem durch die Stiftung für das sorbische Volk, die mit derzeit jährlich 17,8 Millionen Euro von den drei Geldgebern gefördert wird. Davon trägt das Land Brandenburg rund 2,9 Millionen Euro. In Brandenburg leben etwa 20.000 Sorben, die sich auch Wenden nennen. Die Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben sind in diesem Jahr in das erste deutsche UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Weitere Informationen unter: www.landtag.brandenburg.de/sixcms/detail.php/396498

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur

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Tags:
Politik, Sorben
Datum:
Mittwoch, 13. Mai 2015, 10:57 Uhr
Kommentare zu "Erstmals Sorbenratswahl in Brandenburg"
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