Spreewaldkonferenz in Lübben

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Spreewaldkonferenz kündigt mehr Geld für Gewässerunterhaltung und Pilotprojekt für Entschlammung der Spreewaldfließe an

Lübben - Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger hat heute auf der 9. Spreewaldkonferenz in Lübben angekündigt, die Mittel für die Gewässerunterhaltung in der Region Süd von 5,2 Millionen Euro auf 5,7 Millionen Euro aufzustocken. Weiterhin kündigte der Minister an, dass bereits am 1. August im Rahmen des Pilotprojektes Entschlammung der Spreewaldfließe die praktische Umsetzung beginnt.

Vogelsänger: "Das Land bekennt sich zum Erhalt der im Spreewald über Jahrhunderte entstandenen Kulturlandschaft. Von zentraler Bedeutung sind dabei ein nachhaltiges Wassermanagement und die Bewahrung des Auencharakters des Flussdeltas. Charakteristisch für die Region ist aber auch die Bewahrung des wendisch-sorbischen Erbes."

In der Spreewald-Kulturlandschaft leben etwa 50.000 Menschen in 37 Dörfern sowie in den Städten Lübben, Lübbenau und Vetschau. Das Land unterstützt mit Fördermitteln den Erhalt spreewaldtypischer Gebäude und die Fortführung der spreewaldtypischen Landwirtschaft. Den Nutzen haben nicht nur die Spreewälder, sondern auch die vier Millionen Besucher, die alljährlich den Spreewald besuchen, um die Besonderheiten der Region zu erleben. Die von Menschen geprägte und dennoch weitgehend unberührte Auenlandschaft ist von einem 1.500 Kilometer langen Netz aus Fließgewässern durchzogen, die Lebensraum vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten sind. Als eines der ersten der heute 15 Großschutzgebiete des Landes Brandenburg wurde 1990 das Biosphärenreservat mit dem in Mitteleuropa einzigartigem Flussdelta gegründet.

Zentrales Thema der diesjährigen Spreewaldkonferenz ist das Thema Wassermanagement. Die ordnungsgemäße Gewässerunterhaltung zielt im Spreewald auf die Erhaltung des Gewässerbetts, die Sicherung des hydrologischen Wasserabflusses und die Befahrbarkeit der schiffbaren Gewässer. "Ein nachhaltiges Wassermanagement der Spree ist von zentraler Bedeutung", so der Minister, "das heißt der Wasserzufluss über die Spree sowie die Situation des Grund- und Oberflächenwassers."

Probleme bereiten die zunehmende Versandung, die Verschlammung der Spreewaldfließe und Extremwetterlagen wie trockene Sommer als Folge des Klimawandels. Starke Schlammablagerungen in Gewässern beeinträchtigen den für den Spreewaldtourismus wichtigen Bootstourismus und behindern den Abfluss in den Fließen, insbesondere bei Hochwasser. Vogelsänger: "Die Verbesserung der Schiffbarkeit einer Vielzahl von Fließen ist sehr dringlich, gleichwohl muss klar sein, dass die anstehenden Maßnahmen komplex und teuer sind und eine Abarbeitung nur nach und nach erfolgen kann."

So werden zum Beispiel für die Sanierung an den Hauptarmen der Spree für drei Kilometer Gewässerlänge eine Million Euro kalkuliert.

Das unter Federführung des Umweltministeriums initiierte Pilotprojekt "Entschlammung der Spreewaldfließe" hat zum Ziel, praktikable und finanzierbare Lösungen für die Schlammverwertung bzw. Schlammentsorgung zu finden.

Insgesamt 77 Gewässerabschnitte wurden mit dem Tourismusverband Spreewald und der Leitung des Biosphärenreservats ermittelt, bei denen die Kahnfahrer Entschlammungsbedarf sehen. Davon wurden für das Pilotprojekt drei Strecken ausgewählt, Vorgaben für die Art, den Umfang und den Zeitraum der Schlammentfernung festgeschrieben. Für zwei der Vorhaben wurden Flächen für die Ablagerung des Schlamms nach strengen naturschutzrechtlichen und bodenschutzrechtlichen Vorgaben identifiziert. Für die Arbeiten selbst werden Wasser- und Bodenverbände im Auftrag des Landesamts für Umwelt tätig. In einem mehrjährigen Monitoring erfolgt eine naturschutzfachliche Vegetationskartierung vor und nach der Schlammaufbringung.

Die Pilotstrecken sind:

  • Peterkanal (Dahme-Spreewald/ Wasser- und Bodenverband Calau): 500 Meter
  • Stadtgraben Lübben (Dahme-Spreewald/ Wasser- und Bodenverband Nördlicher Spreewald): 425 Meter
  • Brodg (Oberspreewald-Lausitz/ Wasser- und Bodenverband Oberland-Calau): 485 Meter.

Quelle: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg