Projekt Internationale Naturausstellung Lieberoser Heide (INA)

Internationale Naturausstellung Lieberoser Heide

Initiatoren der Internationale Naturausstellung Lieberoser Heide (INA) stellen Projekt vor

Potsdam - Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger hat sich gestern am Rand des Landtags von Initiatoren aus den Landkreisen Dahme-Spreewald und Spree-Neiße über das Projekt Internationale Naturausstellung Lieberoser Heide (INA) informieren lassen. In konstruktiver Atmosphäre wurden die geplanten Maßnahmen zur schrittweisen Realisierung der Naturausstellung erörtert. Die INA wird von den beiden Landkreisen als regionales Projekt, in Teilen mit der Stiftung Brandenburgische Naturlandschaften, unter dem Motto "Aus der Region - für die Region" verfolgt, wie Stephan Loge, Landrat in Dahme-Spreewald, betonte.

Der ehemalige Truppenübungsplatz Lieberoser Heide ist mit rund 25.000 Hektar Brandenburgs größte Konversionsfläche. Seit Beendigung der militärischen Nutzung durch die Westgruppe der russischen Streitkräfte 1992 wird das Gebiet auf 16.000 Hektar vor allem forstlich bewirtschaftet. Auf dem weitläufigen Areal gibt es auch einzigartige Naturlandschaften.

Keine weiteren Waldflächen für Wildnisprojekt

"Das Land hat bereits in der Vergangenheit erhebliche Beiträge für die infrastrukturelle und touristische Erschließung des ehemaligen Truppenübungsplatzes geleistet", sagte Minister Vogelsänger: "So hat der Landesforstbetrieb bereits 711 Hektar aus dem Landeswald für die Einrichtung einer Wildniskulisse zur Verfügung gestellt."

Die beteiligte Stiftung verfügt hier zudem über 3.150 Hektar.

Mit über 3.800 Hektar ist damit auch aus der Sicht der Teilnehmer der Runde das Wildnisprojekt der Stiftung Brandenburgische Naturlandschaften so ausgestattet, dass keine weiteren Waldflächen des Landes erforderlich sind.

Rund 30 Arbeitsplätze werden in der Lieberoser Heide durch die Landeswaldfläche in einer ansonsten wirtschaftlich wenig entwickelten Region gesichert. Hinzu kommt die Nutzung einer Teilfläche als Solarpark, die aus dem Landeswald ausgegliedert wurde. "Zusätzliche Flächen aus dem Landeswald können auch deshalb nicht zu Verfügung gestellt werden", fasste Minister Vogelsänger zusammen.

Landesforstbetrieb engagiert sich bei Entwicklung der Heide

Der Landesforstbetrieb hat weiterhin durch die Bereitstellung von Mitteln für die Beräumung und Endmunitionierung erheblich zur Aufwertung der Flächen beigetragen. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg finanziert Wegebaumaßnahmen zur touristischen Erschließung, unter anderem den Bau von Wanderschutzhütten, sowie umfangreiche Kampfmittelräumungen (für 2015 sind hierfür weitere 200.000 Euro beim Landesforstbetrieb geplant), sodass bereits jetzt ein Großteil der ehemals nicht zugänglichen Übungsplatzflächen wieder frei betreten und bewirtschaftet werden können.

Unterstützung für Ausbau des Heideradwegs

Vogelsänger weiter: "Der Landesbetrieb Forst Brandenburg bietet darüber hinaus an, einen Rad- und Forstweg auf der alten Bahntrasse zwischen Peitz und Jamlitz zu realisieren. Hier ist für den Bau mit einem Kostenvolumen bis zu 500.000 Euro zu rechnen. Hinzu kommen Kosten für den Grunderwerb vom derzeitigen Eigentümer Vattenfall. Eine Weiterführung des Radwegs in kommunaler Verantwortung in Richtung Grunow wird als sinnvoll angesehen, um bestehende Radwegenetze zu verbinden."

Prüfaufträge im Rahmen verfügbarer Fördertöpfe

Ein überarbeitetes Konzept sieht neben den bestehenden Wildnisgebieten zahlreiche ergänzende Projekte für eine naturnahe touristische Nutzung des Gebiets vor.

Landrat Loge: "Ein insgesamt attraktives Angebot für die Region und darüber hinaus soll hier entstehen. Wir sind bemüht, die Entwicklungschancen weiter zu nutzen. Die Region selbst wird hier aktiv und sich einbringen. Es ist aus Sicht der Region wünschenswert, dass das Land bei bestimmten Einzelprojekten und zeitlich beschränkt unterstützend wirkt."

Touristische Projekte in ländlichen Regionen können beispielsweise über den EU-Agrarfonds ELER unterstützt werden, unterstrich Vogelsänger: "Beide Landkreise haben die Möglichkeit, im Rahmen des ihnen zugewiesenen ELER-Budgets bis 2020 Förderanträge mit INA-Bezug auf den Weg zu bringen."

Die Landkreise haben zugesagt, Anträge für die Umsetzung von Vorhaben aus der INA-Projektliste im Rahmen bestehender Programme zu prüfen. Hierzu gehört auch die Prüfung der Eigenanteile, um Fördermittel kofinanzieren zu können. Die für das Gebiet tätigen LEADER-Arbeitsgruppen werden vor diesem Hintergrund bei ihren Projektanmeldungen die INA als einen ihrer gebietsspezifischen, regionalen Entwicklungsschwerpunkte definieren.

Für naturschutzfachlich bedeutende Maßnahmen soll eine Förderung beim NaturSchutzFonds Brandenburg geprüft werden.

Weiterhin soll auch der Einsatz von Maßnahmen der naturschutzfachlichen Realkompensation im Landkreis auf den Flächen des INA-Gebiets geprüft werden.

Quelle: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg