Spreewald - Gentechnikfrei in die Zukunft

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Verbraucherschutzminister Markov informiert sich zu gentechnikfreier Landwirtschaft im Spreewald

Märkische Heide - "Mich beeindruckt das große Engagement, mit dem die Verantwortlichen hier in Pretschen einen ökologischen Landbau betreiben und sich für eine gentechnikfreie Landwirtschaft einsetzen", sagte Verbraucherschutzminister Helmuth Markov bei seinem Besuch des Landguts Pretschen am Donnerstag. Bei der Führung über den Hof erläuterte Sascha Philipp, Geschäftsführer des Landgutes Pretschen und agrarpolitischer Sprecher des ökologischen Landbaus in Brandenburg, die Philosophie des Betriebs. Dabei sprach er mit Markov auch über die Gentechnikfreie Region Spreewald, der mehr als 50 Landwirte mit einer Fläche von etwa 24.000 Hektar angehören. Agro-Gentechnik sei der falsche Weg, sagte Markov: "Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen flächendeckend ab. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass möglichst große zusammenhängende Gebiete ohne den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen notwendig sind, um eine unerwünschte Verbreitung zu verhindern. Solche Zusammenschlüsse von Landwirtschaftsbetrieben und Erzeugergemeinschaften machen das möglich."

Auch wenn nur wenige die Technologie einsetzen würden, hätten ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte und Imker gleichermaßen damit Probleme. Gentechnische Spuren in Bioprodukten seien sogar eine existentielle Gefährdung des Ökolandbaus in Brandenburg. Zudem könne der Einsatz langfristig die wirtschaftliche Basis aller Landwirte bedrohen, sagte Markov: "Bauern machen sich durch Patente auf genveränderte Pflanzen auf lange Zeit abhängig von großen Agrarkonzernen, die keinerlei regionalen Bezug haben." Er werde sich weiterhin für eine bundeseinheitliche Regelung zum Verbot von gentechnisch veränderten Pflanzen einsetzen. Außerdem unterstütze er auf EU-Ebene eine Kennzeichnungspflicht für sämtliche Lebensmittel, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden. Dies könne aber nur ein Baustein bei den Bemühungen um eine Zukunft mit einer gentechnikfreien Landwirtschaft sein.

Hintergrund

Aktuell gibt es in Brandenburg sieben gentechnikfreie Initiativen (GfI) und Regionen (GfR), die 120.100 Hektar landwirtschaftliche Fläche abdecken und von 310 Landwirten getragen werden. Das sind:

  • Felder ohne Gentechnik im Fläming (GfI)
  • Gentechnikanbaufreie Region südlicher Barnim (GfI)
  • Gentechnikfreie Region Märkisch-Oderland (GfR)
  • Agrarbündnis Gentechnikfreie Region Prignitz (GfI)
  • Gentechnikfreie Region Spreewald (GfR)
  • Gentechnikfreie Region Stechlin-Ruppiner Land (GfI)
  • Gentechnikfreie Region Uckermark-Barnim (GfR)

Bundesweit gibt es mit Stand vom Oktober 2014 insgesamt 214 gentechnikfreie Regionen/Initiativen mit rund 32.000 beteiligten Landwirten und einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von über 1,2 Millionen Hektar. Weiter Informationen zu gentechnikfreie Regionen/Initiativen finden Sie hier.

Quelle: PM des Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz Landes Brandenburg