Neuimkerförderung in Sachsen

Neuimkerförderung in Sachsen

Zahl der Bienen und Imker in Sachsen erreicht Höchststand

Die Zahl der in Sachsen gehaltenen Bienenvölker hat einen Rekordwert erreicht. "Wir haben im vergangenen Jahr 44 379 Bienenvölker in Sachsen gezählt", sagte Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt heute (18. April 2015) bei der Eröffnung eines Lehrbienenstandes im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch (Landkreis Nordsachsen). "Das sind zwölf Prozent mehr als 2013 und so viele wie nie in den vergangenen 25 Jahren. Dieser Rekord bestätigt unsere im Jahr 2004 begonnene ,Neuimkerförderung‘, nach der jeder Neueinsteiger einen Zuschuss von 100 Euro je Bienenvolk für maximal fünf Völker erhalten kann." Die Zahl der Bienenhalter hat im Jahr 2014 ebenfalls einen Höchststand erreicht. Sie stieg von 2013 bis 2014 um mehr als zehn Prozent auf 5 128 Imker. Die Zahl der Bienenvölker und Imker war bereits in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

"Ich freue mich, dass sich die Imkerei in Sachsen so gut entwickelt", so Schmidt. "Mit der Bestäubung der Kultur- und Wildpflanzen durch die Bienen erbringen Imker eine unschätzbare ökologische Leistung. Sie erhalten damit die biologische Vielfalt und stabilisieren die landwirtschaftlichen Erträge." Der Landesverband Sächsischer Imker e. V. (LVSI) erhielt im vergangenen Jahr aus dem EU-Programm zur Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen für Bienenzuchterzeugnisse insgesamt rund 56 000 Euro für die Neuimkerförderung. Für die technische Unterstützung von Lehrbienenständen, für Schulungen und Lehrgänge für Neuimker sowie für Weiterbildungszwecke erhielt der Landesverband 2014 insgesamt ca. 29 000 Euro.

Der Lehrbienenstand in Köllitsch wird in der Aus- und Weiterbildung von Imkern und Landwirten genutzt. Außerdem steht er Natur- und Umweltschützern sowie Kindergärten und Schulen offen, die sich dort über die Haltung und die Bedeutung von Bienen informieren können. "Mit diesem Lehrbienenstand können wir das optimale Zusammenwirken von Bienenhaltung und moderner Landwirtschaft zeigen", so der Minister.

Der Lehrbienenstand besteht aus einem Bienenhaus mit zwei Räumen. In einem Raum wird die Haltung von bis zu zehn Bienenvölkern ermöglicht. Der zweite Raum dient als Arbeits- und Schulungsraum. Um das Bienenhaus herum soll ein Bienengarten mit Blühstreifen und Bienenfutterhecken angelegt werden. Das Areal grenzt an eine Streuobstwiese an.

Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der Landesverband Sächsischer Imker e. V. (LVSI) hatten die Einrichtung des Lehrbienenstandes im März 2014 vereinbart. Das LfULG errichtete das Gebäude und sorgte für die Ausstattung mit den notwendigen Geräten und Gegenständen zur Bienenhaltung. Der LVSI betreibt den Bienenstand und stellt die Bienenvölker zur Verfügung.

Der Lehrbienenstand in Köllitsch ist die 22. Einrichtung dieser Art in Sachsen. "Es ist ein großer Verdienst des Landesverbandes Sächsischer Imker e. V., dass er in den vergangenen zehn Jahren ein flächendeckendes Netz von Lehrbienenständen errichtet hat, die er ehrenamtlich betreut", so Schmidt. "Der Freistaat hat den Verband dabei mit insgesamt 110 000 Euro unterstützt."

Quelle: SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft