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Braunkohle-Protest: Klimaschutz und Dörfer nicht kurzfristigen Interessen opfern

In vom Braunkohlentagebau Nochten II bedrohten Dorf Rohne demonstrierten gestern erneut betroffene Bürger sowie Unterstützer aus der gesamten Lausitz. Der Protest richtete sich auch gegen die Blockade von Klimaschutzregelungen durch sächsische und brandenburgische Regionalpolitiker.

"Die Zukunft dieser Dörfer darf genauso wenig kurzfristigen Interessen geopfert werden, wie die Zukunft des Klimaschutzes in Deutschland. Wir verwehren uns dagegen, dass die sächsische Landesregierung so tut, also würde sie im Namen aller Lausitzer sprechen, wenn sie überfällige Klimaschutzbestrebungen der Bundesregierung torpediert." sagt Friederike Böttcher vom Bündnis "Strukturwandel jetzt - Kein Nochten II".

"Ein Strukturbruch wie in den 1990er Jahren ist in der Lausitz angesichts des aktuellen Fachkräftemangels ausgeschlossen. Lokale Probleme beim Strukturwandel hätten diejenigen zu verantworten, die seit 2007 tönen, man brauche neben der Braunkohle keinen Plan B. Nur mit Klarheit über den schrittweisen Ausstieg kann man ihn auch für alle Beteiligten planbar und verträglich gestalten. Das haben die Landesregierungen bisher verhindert und man kann nur hoffen, dass sie noch zur Vernunft kommen." sagte René Schuster, Mitglied im Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg.

Bei der Kundgebung am Rohner Sportplatz sprachen desweiteren der Bürgermeister der Gemeinde Nebelschütz Thomas Zschornak, die Pfarrerin der Schleifer Kirchgemeinde Jadwiga Mahling und Betroffene des in Brandenburg geplanten Tagebaues Welzow-Süd II.

Bürger aus Weißwasser stellten ihre Petition "Trinkwasser für die Lausitz" vor, in der sie darauf verweisen, wie der Braunkohlenbergbau seit Jahrzehnten die Wassergewinnung beeinträchtigt. Sie fordern, dass die Kosten der nun erforderlichen 40 Kilometer langen Wasserleitung von Sdier nach Weißwasser nicht den Kommunen aufgebürdet werden.

Der von Vattenfall beantragte Tagebau Nochten II würde die Dörfer Rohne, Mulkwitz, Schleife-Süd, Mühlrose zerstören und zur Umsiedlung von 1.700 Menschen führen. Insgesamt sind in der Lausitz fünf neue Tagebaue und 3200 Umsiedlungen geplant. Der schwedische Vattenfall-Konzern versucht die Tagebaue und Kraftwerke jedoch zu verkaufen.

Quelle: Umweltgruppe Cottbus e.V.

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Tags:
Klimaschutz, kraftwerke, Nochten, Weißwasser, Welzow
Datum:
Montag, 13. April 2015, 10:30 Uhr
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