Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Lausitz

Ansiedlung des Auerhuhns (Tetrao urogallus) in der Niederlausitz wird vorbereitet

Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Lausitzhttp://www.lausitz-branchen.de/medienarchiv/cms/upload/2015/april/Auerhuhn_Richard_Bartz.jpg Bad Liebenwerda - Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt zur Untersuchung der Erfolgsaussichten einer möglichen Wiederansiedlung des Auerhuhns (Tetrao urogallus) laufen jetzt in den Naturparken Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken die Vorbereitungen für die nächste Etappe der Rückkehr des Auerhuhns an. Bis 2020 soll eine überlebensfähige Population in Südbrandenburg aufgebaut werden. Der Hühnervogel galt in Brandenburg seit Mitte der 1990er Jahre als ausgestorben.

Für das zwischen 2012 und 2014 durchgeführte Pilotprojekt wurden in Schweden Wildvögel gefangen und in den Niederlausitzer Wäldern freigesetzt. Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Pilotprojektes legen nahe, dass das Auerhuhn in Brandenburg wieder heimisch werden könnte. Die hohe Überlebenswahrscheinlichkeit und der Nachweis großflächig vorhandener, geeigneter Lebensräume von rund 100 Quadratkilometern im Projektgebiet sprechen dafür. Inzwischen lebt dort ein kleiner Bestand des majestätischen Großvogels von etwa 25 bis 30 Tieren. Selbst das faszinierende Naturschauspiel der Balz des Auerhahnes findet, wenn auch noch selten, wieder in den Tiefen südbrandenburgischer Wälder statt.

Zu verdanken ist dies insbesondere den jahrelangen beharrlichen Anstrengungen engagierter Förster, Jäger und Naturschützer, vor allem in der Niederlausitz. Es wurden nicht nur die an anderer Stelle gelaufenen Projekte ausgewertet, sondern sehr intensiv die Ursachen für das Aussterben der Vögel im Süden Brandenburgs analysiert und großflächige Waldgebiete auf ihre Eignung als Lebensraum begutachtet. Hauptursache für das Aussterben des Auerhuhns war die Beeinträchtigung und Zerstörung ihrer Lebensräume.

Auf Grundlage eines Entwicklungskonzepts wurden deshalb gezielt potenzielle Auerhuhnhabitate in den großflächigen Wäldern der beiden Niederlausitz Naturparke geschaffen. So wurden Moore wieder vernässt, der Waldumbau forciert und eine grundsätzliche Entwicklung zu naturnäheren Wäldern eingeleitet. 2012 wurde das mit EU-Mitteln geförderte Pilotprojekt gestartet, mit dem zunächst die Erfolgsaussichten einer Wiederansiedlung des imposanten Waldvogels geprüft werden sollten.

Der kleine Bestand ist aber noch keine überlebensfähige Population. Nun arbeitet eine Arbeitsgruppe Auerhuhn an der nächsten Etappe bis 2020. Für den Aufbau der überlebensfähigen Population soll unter anderem mit der Freisetzung weiterer Wildvögel aus Schweden gesorgt werden, wozu bereits erste Gespräche mit den schwedischen Behörden laufen.

Foto: Auerhahn (Tetrao urogallus) von Richard Bartz (wikipedia.org)

Quelle: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg