Dahme-Spreewald - Entwicklung im Wassertourismus gefährdet

Landrat Loge sieht wegen den verkürzten Öffnungszeiten an der Schleuse Neue Mühle die Entwicklung im Wassertourismus gefährdet

In einem Brief an den Leiter des Wasser- und Schifffahrtamtes Berlin wendet sich Landrat Stephan Loge gegen die beabsichtigte Verkürzung der Betriebszeiten der Schleuse in Neue Mühle. Die Behörde hatte in einer amtlichen Bekanntmachung die Öffentlichkeit Ende Februar über die Einschränkung der Schleusenbetriebszeiten für die Dahme-Wasserstraße und die Storkower Gewässer informiert. Danach kann die Schleuse Neue Mühle in der Hauptsaison nur noch bis 18:00 Uhr passiert werden.

"Ich spreche von einem Rückschritt, statt von einem Fortschritt wenn insbesondere die abendliche Schleusenbetriebszeit in den Sommermonaten von 22.00 auf 18.00 Uhr verkürzt würde. Das wäre eine Strafe für Unternehmen, Kommunen und Gäste unserer Region. Erst auf komplett wirtschaftlich durchgängig nutzbaren Wasserstraßen kann sich Schiffsverkehr und Wassertourismus entwickeln.

Ich bitte Sie, im Interesse der Kommunen, der Tourismuswirtschaft und der Gäste Ihre Entscheidung zur Verkürzung der Schleusenbetriebszeiten zu überdenken", fordert Loge in dem Schreiben.

In dem Positionspapier des Landkreises Dahme-Spreewald wird auf die wachsende Bedeutung des Wassertourismus hingewiesen. Dieser verfüge über ein herausragendes Potenzial und stehe im Mittelpunkt der touristischen Vermarktung. Das zwischen Berlin, dem Spreewald und der Oder gelegene Revier sei mit seinen Flüssen und Seen eine der attraktivsten Wassertourismusregionen in Brandenburg und schaffe wertschöpfende Effekte für viele andere Branchen.

"Seit mehr als 5 Jahren setzt sich der Landkreis als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Wassertourismusinitiative Brandenburg Süd-Ost für die wassertouristische Entwicklung auf den Gewässern zwischen Oder, Spree und Dahme ein. Ziel unserer Bemühungen ist unter anderen die Einführung nutzerfreundlicher Schleusenzeiten", heißt es in dem Papier.

Die Schleuse in Neue Mühle wird jährlich von etwa 20.000 Wasserfahrzeugen passiert. "Vor allem an den Sommerwochenenden kann es auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens zu Wartezeiten kommen", zitiert von der Internetseite des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin.

"Ich frage mich, wie Ihre Behörde diese Vielzahl an Schleusenvorgängen vor dem Hintergrund der Verkürzung der Betriebszeiten kompensieren möchte. Durch noch längere Wartezeiten, verprellen wir die Wassertouristen aus unserer Region.
Das Wassersportrevier würde dadurch unattraktiver, welches zur Folge hätte, dass die Investitionsbereitschaft der Tourismuswirtschaft aber auch der Kommunen in den Ausbau der wassertouristischen Infrastruktur stagnieren würde", resümiert Loge.

Quelle: Landkreis Dahme-Spreewald