Bodenschutz ohne neue Bürokratie

Bodenschutz ohne neue Bürokratie

Agrarministerkonferenz lehnt Forderung der Grünen nach neuer EU-Richtlinie ab

"Wir müssen uns den Themen Flächenverlust, Bodenerosion und Verbesserung der Bodenqualität verstärkt zuwenden". Dieses Fazit zieht Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt im Ergebnis der Agrarministerkonferenz in Bad Homburg. Das Ansinnen der Grünen, erneut eine europäische Bodenrahmenrichtlinie in die Diskussion zu bringen, hat die Agrarministerkonferenz aber abgewehrt. "Eine solche Regelung auf Ebene der EU würde lediglich zu noch mehr Bürokratie und nicht abschätzbaren Kosten führen. Wir brauchen vielmehr regionale Lösungen, die an die individuellen, örtlichen Gegebenheiten angepasst sind".

"Sachsen hat sich das anspruchsvolle Ziel gesetzt, bis 2020 die Flächenneuinanspruchnahme auf zwei Hektar pro Tag zu reduzieren. Dieses Ziel ist in der Nachhaltigkeitsstrategie des Freistaates festgeschrieben." sagte Minister Schmidt "Der Boden ist die wichtigste Produktionsgrundlage der Landwirtschaft. Der Erhalt der Ertragsfähigkeit ist daher das existentielle Ziel der Landwirte und begründet auch ihre besondere Bodenverbundenheit", so der Minister weiter.

"Zum Thema 'Boden' planen wir für 2015 eine Reihe von Veranstaltungen." so Minister Schmidt. Im Juni 2015 finden die 6. Sächsisch-Thüringischen Bodenschutztage statt, auf denen Fachleute aktuelle Probleme des Bodenschutzes und Lösungsansätze diskutieren. Auf der Fachtagung des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie »Wasser, Klima, Boden und Landwirtschaft« am 5. November 2015 werden zudem Aspekte der Landwirtschaft und des Umweltschutzes beleuchtet. An verschiedenen Orten in Sachsen soll die neue Wanderausstellung BODEN.LEBEN.ZUKUNFT zeigen, welche Bedeutung dem Schutz der Böden zukommt. Sächsische Bodenlehrpfade erfüllen das Internationale Jahr des Bodens mit Anschaulichkeit.

Hintergrund:

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens erklärt. Ziel ist es, der endlichen Ressource Boden weltweit mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und den Schutz der Böden im politischen, administrativen und alltäglichen Handeln stärker zu verankern.

Der Freistaat Sachsen setzt vorrangig auf einen kooperativen Weg, um weitere Fortschritte beim vorsorgenden Bodenschutz zu erreichen. Dazu werden u.a. Forschungsprojekte zur standortangepassten Optimierung bodenschonender Bewirtschaftungsverfahren durchgeführt und den Landwirten flächenbezogene Agrarumweltmaßnahmen wie die Direktsaat, die Streifenbearbeitung, verschiedene Begrünungsmaßnahmen auf Ackerflächen wie Zwischenfruchtanbau, die Anlage von Grünstreifen und Blühflächen etc. angeboten. Diese Maßnahmen dienen sowohl dem Schutz vor Bodenerosion, verbessern die Wasseraufnahmefähigkeit und Tragfähigkeit der Böden und fördern das Bodenleben. Auch die vielfältigen Grünlandfördermaßnahmen tragen zum Grünlanderhalt und damit zum Bodenschutz bei. Darüber hinaus werden den sächsischen Landwirten umfangreiche Maßnahmen zur Förderung des Wissens- und Erfahrungsaustauschs zur Anwendung besonders bodenschonender Verfahren einschließlich entsprechender Demonstrationsvorhaben angeboten.

Quelle: SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft