Verkehrsverbund streicht vier Lausitzer Haltestellen

Verkehrsverbund streicht vier Lausitzer Haltestellen

Lausitz bleibt dank Verkehrsverbund auf der Strecke

Die jetzt bekannt gewordenen Überlegungen des Verkehrsverbundes, vier Bahnhalte auf der Strecke Berlin-Cottbus zu streichen, sind für die Lausitz gleich in mehrfacher Hinsicht ein Schlag ins Kontor. So werden nicht nur tausende Pendler und Touristen die Leidtragenden sein. Viele Unternehmen in der Region – angefangen beim Freizeitpark Tropical Islands über zahlreiche Hotels und Pensionen bis hin zu kleineren Dienstleistern – und potenzielle Investoren müssen ebenfalls mit negativen Folgen rechnen. Auch Finanzentscheidungen der betroffenen Kommunen – namentlich Kolkwitz und Raddusch, die beide im Vertrauen auf Zusagen des Verkehrsverbundes bereits in die Infrastruktur im Bahnhofsumfeld investiert haben – drohen zu Fehlinvestitionen zu werden.

Die Begründung für den überraschenden Angriff des Verkehrsverbundes auf die Infrastruktur in der Lausitz verwundert ohnehin. So seien aufgrund neuer ICE-Verbindungen in Berlin Anpassungen des Fahrplans des Regionalexpress 2 erforderlich. Dies kann die Verantwortlichen jedoch nicht ernsthaft überrascht haben, da solche Planungen stets mit jahrelangem Vorlauf erfolgen. Der Verkehrsverbund scheint vielmehr eine frühzeitige Anpassung regelrecht verschlafen zu haben – beispielsweise indem er ein zweites Gleis am Bahnhof Kunersdorf gebaut hätte. Eventuell wäre die Lösung auch, dass die einzusparenden 4 Minuten durch ein früheres Abfahren an den Endhaltestellen Wismar und Cottbus gewonnen werden?

Wenig glaubhaft erscheint übrigens die Aussage des Verkehrsverbundes, wonach der Wegfall der vier Lausitzer Haltestellen lediglich ein Übergangskonzept sei. So wenig Konzept in dieser irrsinnigen Idee steckt, so wenig Übergang ist zu erwarten: Was einmal auf dem Abstellgleis landet, wird wohl auch in zwei Jahren auf der Strecke bleiben.

Quelle: Forst (Lausitz)