Pläne zur Verklappung von Eisenschlamm in den Altdöberner See

Bündnisgrüne kritisieren Pläne zur Verklappung von Eisenschlamm und monieren "Politik der Geheimhaltung"

Die bündnisgrüne Landtagsfraktion sieht das Vorhaben des staatlichen Bergbausanierers Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) kritisch, Eisenhydroxidschlamm in den Altdöberner See (Oberspreewald-Lausitz) zu verklappen. "Ökologisch intakte Seen mit guten pH-Wert und wenig Eisenbelastung sollten nicht zu Abfallseen des Bergbaus verkommen, wenn es andere Varianten gibt. Das erste Ziel sollte die Deponierung des Eisenoxidschlammes für eine spätere Verwertung sein, das zweite die Einbringung in die Kippen der aktiven Tagebaue", forderte der umweltpolitische Sprecher der Fraktion BENJAMIN RASCHKE. "Der Bergbausanierer steht in der Pflicht darzulegen, wie und warum man genau diesen See zur Endlagerung nutzen will", sagte der Spreewälder Umweltexperte. Er fordere volle Transparenz zu den verfügbaren Alternativen und den über die Auswahl entscheidenden Kriterien.

Die LMBV stellte am Donnerstagabend im Altdöberner Schützenhaus ihre entsprechenden Pläne vor. Demnach sollen etwa 72.000 Kubikmeter Eisenschlamm pro Jahr in den See gepumpt werden. Dies bedeute etwa fünf bis zehn LKW-Ladungen pro Tag. Gegen das Vorhaben gibt es vor Ort massiven Protest. Aus ehemaligen wie aktiven Braunkohle-Tagebauen wird das Eisenocker ausgespült und bedroht das Biosphärenreservat Spreewald. Der Bergbausanierer LMBV baggert nun seit einiger Zeit Eisenocker aus Lausitzer Fließgewässern aus.

Die für die Lausitz zuständige bündnisgrüne Landtagsabgeordnete HEIDE SCHINOWSKY kritisierte die "Politik der Geheimhaltung" der LMBV. Es sei ein Unding, dass der Bergbausanierer der Bevölkerung im Altdöberner Schützenhaus nicht einmal seine eigene Präsentation zum Thema zu Verfügung gestellt hat. Vertreter des Bergbausanierers erklärten, darüber müsse erst intern beraten werden. Die Lausitzer Grünenpolitikerin hat das zum Anlass genommen, Screenshots der LMBV Präsentation zu veröffentlichen. "Nur wenn mit offenen Karten gespielt wird, kann man Vertrauen bekommen", sagte sie.

Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag