Sonnenstrom treibt neue Pumpen im Wasserwerk Cottbus-Sachsendorf an

Die Solarmodule der Photovoltaikanlage auf dem Gelände des Wasserwerkes Cottbus-Sachsendorf erzeugen jährlich etwa 680.000 kWh Strom. Das entspricht in etwa dem Verbrauch von 200 Drei-Personen-Haushalten. Der jährliche Bedarf des Wasserwerkes Cottbus-Sachsendorf liegt bei 1,6 Millionen Kilowattstunden Foto: Ulrich Mertens

Großinvestition der LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG im Wasserwerk Cottbus-Sachsendorf

  • Reinwasserbehälter wird zum Energiespeicher

Vor gut einem Jahr hat die LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG mit der Inbetriebnahme ihrer Photovoltaikanlage auf dem Gelände des Wasserwerkes Cottbus-Sachsendorf einen großen Schritt in Richtung Energiekostenreduzierung getan. Jetzt steht dort eine neue Großinvestition mit dem gleichen Ziel ins Haus: der Austausch der Rohwasserzwischenpumpen.

Diese drei Pumpen, die im Wasserwerk das Rohwasser von den Kaskaden über beide Filterstufen bis in die Reinwasserbehälter drücken, müssen aus Alters- und Verschleißgründen neuen Maschinen weichen, um weiterhin eine hohe Versorgungssicherheit zu garantieren. Außerdem haben diese neuen Pumpen einen deutlich höheren Wirkungsgrad und arbeiten damit energiesparender.

Noch effektiver wird das Ganze durch eine Änderung des Wasserwerksbetriebes, bei der diese Pumpen mit der Photovoltaikanlage gekoppelt werden. Bisher werden die rund 10 Millionen Liter fassenden Trinkwasserspeicher durch die Rohwasserzwischenpumpen unabhängig von der Tageszeit, also auch nachts, gefüllt. In Zukunft wird der Betrieb dieser Pumpen gezielt in die helle Tageszeit verlegt, um den Solarstrom der Photovoltaikanlage zu nutzen. Aus Sonnenenergie wird so gespeichertes Trinkwasser. Da die LWG als erstes Versorgungsunternehmen ein solches Projekt realisiert und damit technisches Neuland betritt, wird es durch Fördermittel vom Land Brandenburg unterstützt. Alles in allem belaufen sich die Investitionskosten auf ca. 250.000 Euro.

Die Baumaßnahmen beginnen am 9. März und werden bis Mitte Juni andauern. "Sie sind für alle Beteiligten eine ganz besondere Herausforderung", betont Marten Eger, Technischer Geschäftsführer der LWG. "Denn für die schrittweise Demontage und Montage der Rohwasserzwischenpumpen und der dazugehörigen Hauptleitungen müssen wir die Wasseraufbereitung in diesem Wasserwerk insgesamt 5 Mal bis zu 20 Stunden unterbrechen." In dieser Zeit wird das Versorgungsgebietes Cottbus aus dem Reinwasserbehälter des Wasserwerks Cottbus-Sachsendorf und aus dem kleineren Wasserwerk Cottbus-Fehrower Weg versorgt. "Wir sind darauf gut vorbereitet und gehen davon aus, dass es für unsere Kunden keine größeren Beeinträchtigungen gibt", versichert Marten Eger. Allerdings könne es zeitweise zu einer Wassertrübung durch die Aufwirbelung von Eisen- und Manganablagerungen kommen, was jedoch für Hygiene und Gesundheit unbedenklich ist. "Wir werden unsere Kunden rechtzeitig in der Tagespresse informieren, wann dies eintritt, und bitten dafür heute schon um Verständnis", so der Technische Geschäftsführer, der die Bedeutung dieser Maßnahme für die Kunden und für die LWG betont: "Es geht nicht nur darum, die Versorgungssicherheit zu erhalten, sondern auch um die Möglichkeit, mit den zu erwartenden Energieeinsparungen den Wasserpreis trotz anderer steigender Produktionskosten zu stabilisieren."

BU: Die Solarmodule der Photovoltaikanlage auf dem Gelände des Wasserwerkes Cottbus-Sachsendorf erzeugen jährlich etwa 680.000 kWh Strom. Das entspricht in etwa dem Verbrauch von 200 Drei-Personen-Haushalten. Der jährliche Bedarf des Wasserwerkes Cottbus-Sachsendorf liegt bei 1,6 Millionen Kilowattstunden (Foto: Ulrich Mertens)

Quelle: LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG