Cottbuser Ostsee eine Gefahr für den Spreewald?

Cottbuser Ostsee eine Gefahr für den Spreewald?

Flutung von Vattenfalls Tagebau Cottbus-Nord kann den Spreewald gefährden

Cottbus, 20.02.2015 - Der Umweltverband GRÜNE LIGA sieht in der geplanten Flutung des Tagebaues Cottbus-Nord eine schleichende Gefahr für das Biosphärenreservat Spreewald. Er fordert, den Tagebaubetreiber nicht aus der Haftung für Folgeschäden zu entlassen, die erst Jahre nach der Flutung des Sees auftreten können. Bis zum 25. Februar können auch Bürger ihre Einwendungen zum Antrag von Vattenfall einreichen.

"Die von Vattenfall vorgelegten Unterlagen können nicht ausschließen, dass eisenhaltiges Kippenwasser die unterirdische Dichtwand bei Neuendorf umströmt. Dann würde es sich ohne jede Barriere in Richtung Spreewald bewegen. Gelangt es in die Oberflächengewässer, entsteht eine ähnliche Verschmutzung des Wassers mit Eisenschlamm, wie derzeit südlich von Spremberg." fasst René Schuster von der GRÜNEN LIGA die Kritik der Umweltexperten zusammen. Damit bestätigen sich Befürchtungen, die das "Aktionsbündnis Klare Spree" bereits vor Monaten geäußert hat.

Schuster weiter: "Die Grundwasserströme müssen dauerhaft überwacht werden und Vattenfall alle zum Schutz des Spreewaldes nötigen Maßnahmen ergreifen. Der Steuerzahler darf auch nach Jahrzehnten nicht für vom Bergbau verursachte Probleme aufkommen müssen. Dazu darf auf absehbare Zeit die bergrechtlichen Haftung für den Tagebau Cottbus-Nord nicht enden. Land oder Kommunen sollten den See vorerst nicht in ihr Eigentum übernehmen. Touristische Nutzungen können dennoch als Zwischennutzung ermöglicht werden, das wurde bereits bei anderen Tagebauseen der Lausitz erfolgreich so praktiziert."

Ob der zum Jahresende auslaufende Tagebau Cottbus-Nord Bestandteil der aktuellen Verkaufsverhandlungen des Vattenfall-Konzerns ist, ist bisher nicht bekannt.

Die GRÜNE LIGA hat zu den Risiken des Tagebausees ein Informationsblatt und einen Musterbrief für betroffene Bürger herausgegeben, die auf der Internetseite www.kein-tagebau.de zur Verfügung stehen.

Quelle: Umweltgruppe Cottbus e.V.