Bautzener Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Bautzen

Neue Erkenntnisse zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Bautzen

Im Archivverbund Bautzen, Abteilung Stadtarchiv, lagern Unterlagen zum Kupferhammer Bautzen und zu den Familien Tietzen und Reinhardt, langjährige Inhaber des Kupferhammers, die uns bereits in den Jahren 1995 und 2012 von Nachfahren der Familie übergeben wurden. Diese Unterlagen zeigen in hervorragender Weise die Verbundenheit der Familie mit ihrem Unternehmen und der Stadt Bautzen. Darüber hinaus bieten sie intensive Einblicke in das Leben einer bürgerlichen Familie unserer Stadt im 19. und 20. Jahrhundert.

Allerdings erfordert die sehr heterogene Form und Beschaffenheit des Materials eine hohe Intensität zur Aufarbeitung und Nutzbarmachung der Unterlagen, die durch die Mitarbeiter des Archivverbunds nicht leistbar ist. So ergab sich die Idee, anlässlich des "Tag des offenen Denkmals" 2015, der unter dem Motto "Handwerk, Technik & Industrie" auch die Wirtschaftsgeschichte der Stadt aufgreift, nach Möglichkeiten zu suchen, den Bestand archivfachlich zu bearbeiten. Dank eines Sponsorings der Bautzener Firma Hentschke Bau und Ihrem Geschäftsführer Jörg Drews ist es nun endlich möglich, den Bestand zu bearbeiten. Frau Richter-Laugwitz, Leiterin des Archivverbundes Bautzen, sagt dazu: "Ich freue mich außerordentlich über die Unterstützung der Fa. Hentschke Bau. Das hat es in dieser Form bislang noch nicht gegeben und ich bedanke mich außerordentlich bei Herrn Drews für dieses Engagement". Schon mit der Übernahme der Unterlagen war zu erahnen, welchen hohen inhaltlichen Wert die Unterlagen haben und das sie wahrscheinlich neue Erkenntnisse zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte unserer Stadt bieten werden. Richter-Laugwitz: "Auf Grund der Beschaffenheit des Materials war eine Erschließung neben den vielen anderen Aufgaben in unserem Hause bislang jedoch nicht möglich, was ich immer bedauert habe. Dank der Unterstützung durch den Sponsor konnten wir mit Frau Dr. Uta Marquardt nun eine externe qualifizierte Fachkraft zur Bearbeitung der Unterlagen binden".

Für die Bearbeitung des Bestandes sind folgende Arbeitsschritte notwendig:

  • Sichtung des Materials (sehr aufwändig weil viele Einzelblätter/Einzelstücke!)
  • Erstellung eines Bearbeitungsplanes
  • Erschließung der einzelnen Akteneinheiten mittels Datenbank einschließlich technische Bearbeitung (Entmetallisierung, Verpackung etc.)
  • Auswertung und Vorbereitung eines entsprechenden Referates für die Eröffnungsveran-staltung zum "Tag des offenen Denkmals" am Freitag, dem 11. September 2015

Für o.g. Arbeiten sollte ein Werkvertrag ausgelobt werden. Da es sich um einen sehr wertvollen Bestand, der auf Grund seiner Struktur sehr schwierig zu bearbeiten ist und in dem sich in ihrer Erhaltung sehr sensible Materialien befinden, ist der Werkvertrag nur an nachweislich qualifiziertes Personal zu vergeben. Es konnte Frau Dr. Uta Marquardt, Kontor für historische Studien, gewonnen werden. Sie ist freiberuflich tätig und mit der Erschließung und Auswertung von Archivgut vertraut: "Schon der erste Einblick in den Nachlass der Familie Reinhardt zeigt, wie vielfältig und reichhaltig dieser Bestand ist", so Marquard. "Ich freue mich, dass ich die Gelegenheit habe, mich bei der Erschließung intensiv damit zu beschäftigen und ihn dadurch gleichzeitig der regionalen Forschung zugänglich zu machen, die ihn nach Abschluss der Arbeit hoffentlich rege nutzen wird".

Quelle: Stadtverwaltung Bautzen / Amt für Pressearbeit und Stadtmarketing