BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN – UTOPIE ODER NOTWENDIGKEIT?

Themenabend zum Bedingungsloses Grundeinkommen in Cottbus

Die attac-Gruppe Cottbus lädt alle interessierten Bürger zum Themenabend Bedingungsloses Grundeinkommen am Donnerstag, 29.01.2015 um 20 Uhr in der Erlebnisgaststätte Comicaze, Friedrich-Ebert-Str. 36, 03044 Cottbus, ein.

Ist die Zeit reif für diese Idee, ist sie bezahlbar und welche politischen Voraussetzungen braucht es?

Der Referent, Ringo Jünigk aus Schipkau, ist aktives Mitglied im bundesweiten Netzwerk Grundeinkommen. Er verweist auf Artikel 1 des Grundgesetzes "Die Würde des Menschen ist unantastbar", der im scharfen Gegensatz zum Lebensalltag von vielen Menschen steht, die sich für Niedriglohnarbeit oder für Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II "nackig" machen müssen. Gerade im Hinblick auf den anstehenden Strukturwandel in der Lausitz könnte ein Grundeinkommen, das an keine Bedingungen geknüpft ist und keine Kontrollstrukturen braucht, die schöpferische, sinnvolle, nachhaltige Tätigkeit des Menschen nach eigenen Antrieb und Fähigkeiten fördern.

Hintergrund

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist eine staatlich organisierte Zahlung an alle Menschen im jeweiligen Hoheitsbereich, die die Existenz sichert und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, die nicht abhängig ist von Bedürftigkeit, Arbeitszwang, gesellschaftlichem Wohlverhalten und legalem Aufenthaltsstatus.

Angesichts der sinkenden Arbeitsplatzanzahl aufgrund moderner Technologien in einem hochentwickelten Industrieland stellt die schrittweise Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens die Abkopplung der Arbeit vom Einkommen sicher und die Würde des  Menschen wieder her. Wir sind kein "Humankapital" für die explodierenden wahnwitzigen Forderungen einer nur am (Börsen-)Markt leistungsorientierten Marktwirtschaft, wir sind Menschen, die Anerkennung und Geborgenheit in der Gemeinschaft brauchen. Da wir in einer hochspezialisierten Gesellschaft hauptsächlich von der Fremdversorgung leben, brauchen wir ein Einkommen, das unabhängig von unserem "Marktwert" unseren Mindest-Lebensunterhalt sichert, damit wir mit NEUER gesamtgesellschaftlich wichtiger Arbeit uns kreativ und eigenständig zum Gemeinwohl aller einbringen können.

"Dieses Recht auf Leben, Nahrung und Unterkunft, auf medizinische Versorgung, Bildung usw. ist ein dem Menschen angeborenes Recht, das unter keinen Umständen eingeschränkt werden darf, nicht einmal im Hinblick darauf, ob der Betreffende für die Gesellschaft "von Nutzen ist"." Erich Fromm, 1966

Veranstalter

attac Cottbus und Rosa-Luxemburg-Stiftung, Regionalbüro Cottbus