Sächsische Unternehmen in Moskau und Selenograd unterwegs

Dresdens Bürgermeister gemeinsam mit Unternehmern aus Sachsen und Thüringen in Russland unterwegs

Dresdens Bürgermeister für Wirtschaft, Dirk Hilbert, ist vom 27. bis 30. Januar mit Vertretern sächsischer und thüringischer Unternehmen in Moskau und Selenograd unterwegs. Gemeinsam diskutieren sie mit russischen Unternehmen über den Ausbau der Zusammenarbeit im Bereich der Mikroelektronik und Informations- und Kommunikationstechnologie. Anlass der Unternehmerreise ist ein deutsch-russisches Forum für Mikro-Elektromechanische Systeme (MEMS) an der Mikroelektronik-Hochschule in Selenograd, knapp 20 Kilometer nördlich der russischen Hauptstadt.

Am 28. Januar haben die Teilnehmer zudem Gelegenheit, sich außerhalb des Fachprogramms auszutauschen. Auf einem von deutscher Seite organisierten Empfang für russische Unternehmer können persönliche Kontakte geknüpft und direkt Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit ausgelotet werden.

Dirk Hilbert würdigt die Bedeutung der traditionell sehr engen Kooperationen zwischen den Unternehmen beider Länder und begründet sein Engagement: "In den ersten drei Quartalen des Vorjahres gingen die Exporte nach Russland wegen der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in Russland und der Ukrainekrise bereits um 16 Prozent zurück. Besonders davon betroffen waren Unternehmen der Elektrotechnik. Wenn die schon lange bestehenden und auf gegenseitigem Vertrauen basierenden Beziehungen zwischen den Unternehmen abbrechen, geht das zuallererst auch zu Lasten unserer kleinen und mittleren Unternehmen."

Das Unternehmertreffen klingt sportlich aus: Die deutschen und russischen Geschäftsleute besuchen am Abend gemeinsam das Champions League-Spiel der Volleyball-Damen des Dresdner SC gegen VK Dynamo Moskau und spornen ihre Mannschaften zu Höchstleistungen an.

Sächsische und thüringische Unternehmen des Mikroelektronikverbandes Silicon Saxony e.V. pflegen seit vielen Jahren enge Beziehungen zu russischen Halbleiter-Unternehmen. Auf der SEMICON Russia, der jährlich in Moskau stattfindenden Messe der Halbleiter-Zulieferindustrie, präsentieren sich regelmäßig etwa 25 bis 30 Unternehmen des Silicon Saxony-Netzwerkes. Das ist ein Zeichen dafür, dass von diesem Markt gute Geschäfte erwartet werden und auch schon realisiert wurden. Diese reichen von Facility-Planung über die Belieferung mit Verbrauchsmaterialien und Ausrüstungen bis hin zu technologischer und wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Dass diese Kontakte auch im letzten Halbjahr nicht abbrachen, beweisen u. a. die sechs deutschen Unternehmen, die am MEMS-Forum teilnehmen.

Hermann Marsch, Geschäftsführer der Maicom Quarz GmbH und Mitglied des Vorstandes des Silicon Saxony e.V.: "Gerade in turbulenten politischen Zeiten ist es wichtig, über viele Jahre gewachsenes Vertrauen zwischen den Geschäftspartnern nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Für viele russische Unternehmen ist Deutschland nach wie vor der Vorzugspartner und Sachsen nimmt dabei eine wichtige Stellung ein." Es geht nicht nur um MEMS, sondern auch um den Einsatz neuer Materialien und Composite, modernste Beschichtungstechnologien, Leichtbau, Engineeringzentren für den Maschinenbau, Smart City, Internet of Things (Internet der Dinge), Cybersecurity oder um die Ausbildung von Facharbeitern und Ingenieuren. "Russland hat ein riesiges Nachholepotenzial  für den Aufbau einer eigenen Industrie oder eine moderne infrastrukturelle Entwicklung. Das ist nach wie vor auch eine Chance für den sächsischen Mittelstand, unsere Fachhochschulen und Universitäten und vor allem die wissenschaftlichen Institute der angewandten industrienahen Forschung. Es ist aus vielerlei Gründen nicht einfach, in Russland geschäftlich erfolgreich zu sein. Umso wichtiger ist es, weiter miteinander zu reden und Verlässlichkeit zu praktizieren. Der russische Markt ist für uns eigentlich schon auf hohem Maße entwickelt. Er liegt vor unserer Haustür. Es gibt täglich Flugverbindungen von Dresden nach Moskau. Nutzen wir es und überlassen diesen Markt nicht leichtfertig asiatischen Mitbewerbern", so Marsch weiter.

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Dresden