aquamediale 11 mit neuer Kuratorin

v. l. n. r. Projektleiterin Anika Schäfer, Kuratorin Petra Schröck und Kulturdezernent Carsten Saß

Petra Schröck ist neue Kuratorin der aquamediale 11

Die neue Kuratorin der aqamediale 11 heißt Petra Schröck. Die 49-Jährige hat Kunstgeschichte in Wien sowie Modedesign in Berlin studiert. Sie hat bereits zahlreiche Ausstellungsprojekte kuratiert, Veranstaltungsprogramme organisiert und ist eine erfahrene Autorin. "Mit Petra Schröck, der künstlerischen Leiterin der BrotfabrikGalerie in Berlin, konnten wir eine erfolgreiche Kuratorin internationaler Ausstellungsprojekte und Kunstfestivals gewinnen. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Menschen in der Spreewaldregion ist ihr besonders wichtig. Das hat uns überzeugt", sagte kürzlich Kulturdezernent Carsten Saß in einem Pressegespräch.

Unter dem Motto "Metamorphosen" findet das diesjährige Kunstfestival vom 6. Juni bis 19. September im Spreewald statt

Petra Schröck stellte ihr kuratorisches Konzept vor: Unter dem Titel "Metamorphosen" werden in der 11. aquamediale die Veränderungen und Wandlungen der Spreewaldregion, ihrer Landschaft und der Menschen künstlerisch in den Fokus genommen. Ausgehend von der Camus'schen Metamorphose, gelebtes Leben in 10 abstrakte Begriffe zu verwandeln, werden 10 zeitgenössischen Künstlern 10 Begriffe, die charakteristisch für die Spreewaldregion sind, zur Auswahl gegeben, um daraus ein temporäres Kunstwerk für den öffentlichen Landschaftsraum zu entwickeln. Dieser Prozess stellt eine künstlerische Metamorphose vom konkreten Wort zum realen Kunstwerk in der einzigartigen Naturlandschaft des Spreewaldes dar. Die Begriffe sind ein Konzentrat sowohl für die Spezifik als auch die Bandbreite der Spreewaldregion und bleiben während der Vorbereitungsphase noch variabel: das Binnendelta, die Schleuse, der Übergang, die Fährleute, die Sorben, die Spreewaldgurke, der Hochwald, die Kanäle, die Stille, das Biosphärenreservat.

Die ausgewählten internationalen Künstlerinnen und Künstler setzen die Thematik der Metamorphose in ihrem bisherigen Schaffensprozess in unterschiedlichen Medien und inhaltlichen Zugängen werkimmanent um. Die meisten sind interdisziplinär arbeitende Künstler, die nicht ausschließlich ein Genre bedienen. Einige haben in ihrem Werk das Verhältnis von Natur und Kunst als Schwerpunkt, andere die Wechselwirkungen von Erinnerung, Geschichte und Sprache, Materialität und Farbe. Über die Schlüsselwörter ergibt sich ein spannungsvoller persönlicher Bezug mit vielen gestalterischen Möglichkeiten sowie ein globaler Blick auf eine lokale Naturlandschaft. Das Spektrum der zu erwartenden Arbeiten reicht von Installationen, Interventionen, Malerei, Skulptur, Fotografie bis hin zur Interaktion. Ganz im Sinne Camus‘ liegt das Ziel des Kunstfestivals nicht im fertigen Kunstwerk, sondern im Prozess der Auseinandersetzung des Künstlers und des Betrachters mit dem Werk.

Das reichhaltige Rahmenprogramm der aquamediale 11 als wichtiger Bestandteil des Kunstfestivals ist offen für alle und schafft viele Möglichkeiten der Begegnungen mit Kunst und Künstlerinnen und Künstlern. Darüber hinaus bietet es die Öffnung in andere zeitgenössische Medien wie Musik, Film und Literatur und lädt zu kreativen Workshops ein. Es sind auch Projekte und Workshops für Menschen mit Behinderungen geplant. Die aquamediale findet 2015 im Zeitraum vom 06. Juni bis 19. September in der Spreewaldregion in den Orten Lübben, Lübbenau, Straupitz und Golßen statt, informierte Saß.

Der Landkreis Dahme-Spreewald veranstaltet die aquamediale seit 2005 in Lübben (Spreewald). Das internationale zeitgenössische Kunstfestival ist Bestandteil des brandenburgischen Kultursommers und wird in enger Partnerschaft mit dem Förderverein aquamediale e.V. durchgeführt. Mehr als 100.000 Besucher erleben jedes Jahr die Begegnung mit Werken internationaler bildender Künstler. Neben den Reizen des gestalteten Naturraumes bestimmen Installationen, Interventionen, Objekte und Skulpturen für den Zeitraum von drei Monaten dessen Charakter. Die aquamediale dient der Verortung zeitgenössischer künstlerischer Tendenzen und deren Rezeption in der an Tradition reichen Spreewaldregion und damit der Belebung des Besucherverkehrs. In der Verbindung von Kunst, Tourismus und Wirtschaft, in der gemeinsamen Nutzung vorhandener Ressourcen und Potenziale liegt die Stärke des auf lange Sicht angelegten tragfähigen und bisher in dieser Form einzigartigen Modells. Die Projektleitung für die diesjährige aquamediale übernimmt Anika Schäfer.

BU: v. l. n. r. Projektleiterin Anika Schäfer, Kuratorin Petra Schröck und Kulturdezernent Carsten Saß (Foto: LDS)

Quelle: Pm Landkreis Dahme-Spreewald