4. Pausenaktion bei Kjellberg in Finsterwalde

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Klare Positionierung der Kjellberg-Beschäftigten in Finsterwalde

Stiftung verwundert über die Forderung der IG Metall, nach Verhandlungen noch im Jahr 2014, im Mitarbeitermagazin "Lichtbogen" geäußert. Entsprechend brachten die Kjellberger am 17. Dezember ihre Forderungen, während der inzwischen 4. Aktion in der Mittagspause, zum Ausdruck.

Ziel sind die Aufnahme von Verhandlungen ohne Vorbedingungen, die Anwendung der höheren Tarifentgelte der Branche sowie neuer Tarifverträge ohne Vorbehalt oder Nachverhandlungen. Die Kollegen akzeptieren keine weitere Nullrunde und wollen endlich kollektive Rechtssicherheit - auch für neu eingestellte Mitarbeiter.

Hintergrund: Was ist los bei Kjellberg in Finsterwalde?

"450 Beschäftigte bilden heute eine Mehrklassengesellschaft innerhalb der Unternehmensgruppe"

Früher war Kjellberg ein Betrieb mit Tarifvertrag, der von einem Betriebrat auf seine Einhaltung überwacht wurde. Heute nach mehreren Spaltungen, Umstrukturierungen, Zukäufen und Neugründungen sind 450 Mitarbeiter in acht Betrieben mit aktuell sieben BR-Gremien beschäftigt. Daraus ergeben sich aktuell mindestens drei unterschiedliche Klassen:

Die Arbeitnehmer von KPM, KDL, KEZ und KSV haben jeweils eigenständige Firmentarifverträge. Allerdings sind die Entgelte auf dem Stand des Jahres 2012 eingefroren. Damit sind sie längst nicht mehr Spitze, was die Einkommen in der Region geschweige in Brandenburg angeht. Die zentrale Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie steht bundesweit an und diese betrifft alle Arbeitnehmer bei KPM, KDL, KSV und KEZ. Die IG Metall hat die Geschäftsführer angeschrieben. Darin wurden die Kündigungen der Entgelttabelle sowie die Forderungen nach 5,5 Prozent mehr Einkommen und einer neuen ATZ- sowie einer Bildungsteilzeitregelung übermittelt. Ziel ist es, die Kjellberger an den Tarifsteigerungen wieder teilhaben zu lassen. Nullrunden gab es jetzt genug!

Bei KVG und KTP gelten seid einem Betriebsübergang am 01.02.2014 keine Tarifverträge mehr. Schon vorher haben die Kjellberger in allen GmbH's verzichtet. Die letzten beiden Tariferhöhungen wurden den Beschäftigten vorenthalten. Die früher erstrittene Bindung an den Flächentarif ist heute nicht mehr vorhanden. Daher fordern sie Verhandlungen über die Anerkennung der jeweils gültigen Branchentarife. Hier hat die Geschäftsführung deutlich ihre Ablehnung bekundet. Man ist nur zur Übernahme der bisherigen Firmentarife bereit. Hier ist ein Konflikt vorprogrammiert. Die erste Verhandlungsrunde soll am 14. Januar stattfinden.

Die Kollegen bei VWP und KMF erhalten bei längeren Arbeitszeiten deutlich weniger Entgelt als andere Kjellberger. Sichtbar wird dies u.a. nach dem Umzug in die Hallen der s.g. Baustahlmatte. Hier arbeiten sie Wand an Wand mit Kollegen von KPM und spüren an vielen Stellen bei Ausstattung, Pausen- und Sanitärräumen sowie Arbeitskonditionen krasse Unterschiede. Auf ein Jahr gerechnet verdienen viele Beschäftigte nur gut halb so viel, wie vergleichbare Stammbeschäftigte bei KPM. Mitbestimmung und Tarifverträge dürfen nicht länger Fremdworte sein. Es gibt also dringend Handlungsbedarf.

Solidarität bekommt durch die vielfältigen Aktionen der letzten Wochen wieder ein Gesicht. Die Forderung nach einer neuen Einheit, einem engeren Zusammenhalt in der Kjellberg-Gruppe kann Realität werden. Die aktuelle Auseinandersetzung bei Vertrieb und Entwicklung ist ein wichtiger Bestandteil - für alle!

Quelle: IG Metall Cottbus / Südbrandenburg