NABU zur Minister-Entscheidung

Minister-Entscheidung der Landesämter für Umwelt und Landwirtschaft wirft viele Fragen auf

Die Versetzung des Präsidenten des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), Prof. Matthias Freude zum Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) durch Minister Vogelsänger trifft beim NABU Brandenburg auf völliges Unverständnis. Bald 15 Jahre lang hat Prof. Freude kenntnis- und erfolgreich für den Natur- und Umweltschutz in Brandenburg gewirkt. Ohne ihn wäre beispielsweise der Deichbau an Elbe und Oder, einschließlich der Schaffung von Retentionsflächen, nicht so konsequent vorangeschritten. Matthias Freude hat sich wirkungsvoll für die Integration der verschiedenen Interessen und Fachbereiche eingesetzt. Unter seiner Regie wurde viele wichtige Projekte wie z.B. das Moorschutzprogramm des Landes, die Umsetzung der NATURA 2000 Richtlinie, der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Luftqualitätsrichtlinie sowie verschiedene Artenschutzprogramme auf den Weg gebracht und umgesetzt.

Matthias Freude wäre erst Ende der Legislaturperiode aus Altersgründen aus dem Amt geschieden. Gerade für die Rückführung des LUGV zu einem Landesumweltamt wäre seine Erfahrung ausgesprochen sinnvoll. "Matthias Freude repräsentiert wie kein anderer die Kontinuität und Qualität des Umwelt- und Naturschutzes in Brandenburg", so Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender des NABU Brandenburg. „Die Entscheidung des zuständigen Ministers wirft viele Fragen auf. Es ist noch nicht klar, in welchem Umfang diese politische Entscheidung zu einer Schwächung des Natur- und Umweltschutzes insgesamt in Brandenburg führt. Diese Entscheidung ist das Gegenteil von dem, was wir als NABU von der Zusammenführung des Umwelt- und Agrarministeriums erwarten."

Quelle: NABU Brandenburg