18. Unternehmer-Preis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

"Unternehmen", "Verein" und "Kommune des Jahres" vom Ostdeutschen Sparkassenverbandes ausgezeichnet

  • Unternehmer-Preis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes ist Aushängeschild Ostdeutschlands

Der begehrte Unternehmer-Preis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) ist ein Aushängeschild für die Leistungen vieler Ostdeutscher. Am Donnerstag wurde er in Potsdam zum 18. Mal vergeben. "Für mich ist der Unternehmer-Preis einer der besten Werbeträger für Ostdeutschland. Er steht für die Kreativität, das Durchhaltevermögen, die Leistungskraft und die Energie vieler beeindruckender Menschen. Die Sieger setzen Maßstäbe, wir können stolz auf sie sein", lobte der Geschäftsführende OSV-Präsident, Dr. Michael Ermrich, das Engagement der Sieger.

Ermrich zeichnete am Donnerstag je einen Preisträger aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt in den Kategorien "Unternehmen des Jahres", "Kommune des Jahres" und "Verein des Jahres" aus.

"Unternehmen des Jahres"

Die Auszeichnung "Unternehmen des Jahres" würdigt Unternehmen, die sich mit einem modernen Marketing und einem kreativen Potenzial am Markt behaupten und durch stabiles Wachstum dauerhaft Arbeitsplätze schaffen.

Mit Eleganz Maßstäbe setzen

"Unternehmen des Jahres" in Brandenburg wurde die Reiss Büromöbel GmbH in Bad Liebenwerda. Der Mittelständler setzt auf höchste Qualität für das Wohlbefinden seiner Kunden. Er bietet komplette Büroeinrichtungen für Verwaltungen, Industrie und Gewerbe. Zur Angebotspalette gehören ergonomische Sitz-Steh-Varianten sowie maßgeschneiderte Arbeitsplatz- und Projektlösungen. Die Preise gelten als moderat.

Das Unternehmen blickt auf eine 130-jährige Firmengeschichte. Das "Reiss-Brett" aber auch das erste Stehpult waren Erfindungen des Firmengründers, des Landvermessers Robert Reiss. Heute beschäftigt Reiss 146 Arbeitskräfte, der Umsatz beträgt 27 Mio. Euro jährlich.

Geschäftsführer Dietmar Menzel nahm den Preis in Potsdam aus den Händen von Dr. Michael Ermrich und dem Vorstandsmitglied der Sparkasse Elbe-Elster, Thomas Liebsch, sowie dem Landrat des Landkreises Elbe-Elster, Christian Heinrich-Jaschinski, entgegen.

Mobile Infusionen

Ein junges Unternehmen wurde "Unternehmen des Jahres" in Mecklenburg-Vorpommern. Die RoweMed AG aus Parchim entwickelt, produziert und vertreibt mit einem kleinen, kreativen Team von Ingenieuren innovative Produkte für die Medizintechnik. Das Unternehmen bietet effiziente und kostengünstige Therapiesysteme und reagiert so auf den Kostendruck im Gesundheitswesen. Dabei setzt es auf Lösungen im Sinne der Patienten.

Unter anderem erfanden sie neue Infusionsfilter und einen Infusionsverteiler. Ziel ist stets mehr Sicherheit für die Patienten und weniger Aufwand fürs Personal. 2004 dann die Entwicklung des Filters für verschiedene Medikamente, die zeitgleich, in unterschiedlichen Dosen verabreicht werden können, z. B. Schmerzmittel oder Antibi­otika. Die Rowe-Infusionspumpe funktioniert als erste weltweit ohne zusätzlichen elektrischen Antrieb. Der Patient bleibt mobil, muss nicht mehr stationär behandelt werden. 80 Mitarbeiter erwirtschaften bei der RoweMed AG einen Umsatz von 5 Mio. Euro jährlich.

Dr. Michael Ermrich und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Parchim-Lübz, Joachim Ziegler, übergaben den Preis an den Firmenchef und Vorstandsvorsitzenden Dr. Dirk Forberger.

Mit glänzendem Durchblick kuschelweich erfolgreich

Auch im hart umkämpften Spül- und Waschmittelmarkt kann man sich mit guten Ideen und Konzepten von der Konkurrenz absetzen. Der fit GmbH aus Zittau, dem "Unternehmen des Jahres" aus Sachsen, gelingt dies. So verzichtet das Unternehmen auf Phosphate bei Spülmitteln, die gereinigten Gläser glänzen dennoch. Die Ost-Traditionsmarke, die 1993 neu gestartet wurde, hat bekannte Westmarken, wie Sunil, Sanso, Rei und Kuschelweich aufgekauft und ist bereits seit vielen Jahren bei westdeutschen Ketten bestens gelistet.

Täglich verlassen fast 280 000 Packungen Spül- und Waschmittel sowie Weichspüler das Werk. 209 Mitarbeiter, vier Mal soviel wie 1993, erwirtschaften einen Jahresumsatz von knapp 136 Mio. Euro.

Geschäftsführer Dr. Wolfgang Groß freute sich über den Preis aus den Händen des Vorstandsmitgliedes der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, Frank Hensel, und von Dr. Michael Ermrich.

Gesund naschen

Dass Gesundes auch süß schmecken kann, beweist der Landessieger Sachsen-Anhalt, die Paradiesfrucht GmbH aus der Hansestadt Salzwedel. Gefriergetrocknete Produkte aller Art, insbesondere Früchte des Unternehmens, behalten ihren Geschmack und sind frei von Konservierungsstoffen. Es beliefert Müslifirmen und Hersteller von Schokolade, Tee und Backwaren. Die gefriergetrockneten Früchte finden ihre Fans auch im Einzelhandel. Insgesamt 1 998 Produkte werden in speziellen Kälte- und Trocknungsanlagen verarbeitet. Neu sind gefriergetrocknetes Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch, aber auch Würstchenscheiben für 5-Minuten-Terrinen. Das Geschäft boomt. Paradiesfrucht liefert unter anderem nach Amerika, Japan und Aus­tralien. Dafür arbeiten 120 Mitarbeiter, der Umsatz beträgt mittlerweile 50 Mio. Euro im Jahr.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Altmark West, Ulrich Böther, und Dr. Michael Ermrich übergaben den Peis an Geschäftsführer Bernd Wiesner.

"Verein des Jahres"

Die Kategorie "Verein des Jahres" richtet sich an Vereine, deren Mitglieder besondere Leistungen mit hoher gesellschaftlicher und regionaler Bedeutung vorweisen können. Bewerben konnten sich auch in diesem Jahr Vereine aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Wirtschaft.

Dicke Balken mit Tradition

Der Landessieger Brandenburg, der Lychener Flößer e. V. aus Lychen im Landkreis Uckermark, hat das Brauchtum und die Geschichte der Flößerei wiederbelebt.

Seit Gründung des Vereins 1995 haben die Mitglieder viele gute Ideen umgesetzt. Bei Touristen und Einheimischen beliebt ist das alljährliche Flößerfest. Ehe die Fahrten beginnen, werden die Stämme zu einem Floß zusammengebaut, um für die Kunden das Abenteuer Floßfahrt und Floßbau erlebbar zu machen. Es dauert etwa zwei Stunden, bis die Stämme mit Seilen zu einem Floß geschnürt sind.

Gefragt sind auch Hochzeitsfeiern auf dem Floß. Im Flößereimuseum lernen Besucher die Geschichte der Flößerei kennen. Dank des Engagements des Vereins und seiner 64 Mitglieder darf Lychen seit 2013 den Beinamen Flößerstadt führen.

Zur Preisübergabe war der Vereinsvorsitzende Klaus Schöttler nach Potsdam gekommen. Den Preis übergaben Dr. Michael Ermrich und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Uckermark, Wolfgang Janitschke.

Ein Hobby für Männer

Ehemalige Seeleute gründeten 1996 den Landessieger aus Mecklenburg-Vorpommern, den Shantychor "De Fischlänner Seelüd e. V." aus Ribnitz-Damgarten.

Der Verein will das maritime Liedgut der Region Fischland, Darß und Zingst erhalten und den Einheimischen, aber auch Touristen näher bringen. Seine Aufgabe nimmt der Verein ernst. Die acht Gründungsmitglieder suchten sich einen Stimmausbilder und auch die heute 20 Mitglieder bauen auf professionellen Rat.

Der Chor besucht regelmäßig Seniorenresidenzen und Altenheime mit seinem Liedgut und tritt mittlerweile auch auf großen Bühnen auf, zum Beispiel bei Hafenfesten oder auf der Hanse Sail. Auch das Fernsehen ist schon auf die "Seelüd" aufmerksam geworden. Auf fünfzig Auftritte im Jahr kommt der mittlerweile 20 Mann starke Chor.

Das Vorstandsmitglied der Sparkasse Vorpommern, Heiko Gerdts, und Dr. Michael Ermrich übergaben den Preis in Potsdam an den Vereinsvorsitzenden Peter Nitz.

Sambatöne aus Grimma

Der Landessieger Sachsen, das Jugendblasorchester Grimma e. V. (Landkreis Leipzig), spielt nicht nur begeistert Blasmusik, sondern sorgt auch mit einem eigenen Fußballclub für Furore im In- und Ausland. Eine der weitesten Fußball- und Musikreisen führte nach Brasilien.

Das Orchester entstand 1972 aus dem bisherigen Kreisfanfarenzug der Stadt Grimma. 55 Musiker und Musikerinnen mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren spielen mit. 1994 gründete der Verein eine eigene Orchesterschule. Die jungen Musiker aus Grimma haben zahlreiche CDs eingespielt und blicken auf viele internationale und nationale Auftritte zurück.

Die Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Muldental, Heidrun Naumann, und Dr. Michael Ermrich überreichten dem Orchesterleiter und Stadtmusikdirektor Reiner Rahmlow die Auszeichnung.

Seefahrt statt Bergbau

Der Landessieger Sachsen-Anhalt, der Interessen- und Förderverein Geiseltalsee e. V. hat sich für die Renaturierung des Braunkohlegebietes engagiert und um die Pflege der Bergbautraditionen des Geiseltals im heutigen Saalekreis verdient gemacht.

1990 starteten 20 engagierte Vereinsgründer mit dem Traum, das Tagebaurestloch zu fluten und in ein Erholungsgebiet zu verwandeln. Seit der Flutung (2003 bis 2011) trägt der Verein dazu bei, das Areal attraktiv mitzugestalten. Die 250 Mitglieder bieten Wanderwege, Beobachtungsstationen, ein Naturschutzgebiet, eine Segelschule und viele weitere Attraktionen für Anwohner und Gäste. Das ehemalige Stellwerk wurde zur Naturstation umgebaut. Auf der Berghalde dient eine Kapelle als Begegnungsstätte.

Auf dem Unternehmer-Konvent nahmen der Vereinsvorsitzende Reinhard Hirsch und der Landrat des Saalekreises, Frank Bannert, den Preis vom Vorstandsmitglied der Saalesparkasse, Leif Raszat, und Dr. Michael Ermrich entgegen.

"Kommune des Jahres"

Teilnehmen am Wettbewerb "Kommune des Jahres" konnten Kommunen, die durch ihre kommunale Wirtschaftsförderung ihre Standortattraktivität gesteigert und die Ansiedlung von Unternehmen gefördert haben.

Von der Braunkohle zum Naherholungsgebiet

Landessieger Brandenburg ist der Zweckverband Lausitzer Seenland. Gemeinsam den Strukturwandel gestalten, haben sich seine Mitglieder zum Ziel gesetzt. In dem ehemaligen Braunkohlegebiet entstand eine Seenlandschaft mit 14 000 Hektar neuer Wasserfläche. Der Zweckverband setzt Maßstäbe bei der Koordinierung der beteiligten Kommunen und ist Vorbild für viele Tourismusregionen.

Das Angebot für Touristen ist vielfältig: Schiffbare Kanäle verbinden die Seen miteinander. Häfen, Schleusen, Hotels und Lagunendörfer mit Ferienwohnungen bieten vielfältige Angebote für Tages- und Übernachtungsgäste. Steigende Tourismuszahlen belegen den Erfolg des Konzeptes.

Für den Vorstand der Sparkasse Niederlausitz überreichte Marian Käppler den Preis mit Dr. Michael Ermrich an den Vorsitzenden des Zweckverbandes, Volker Mielchen, und den Landrat des Landkreises Oberspreewald-Niederlausitz, Siegurd Heinze.

Gelungener Strukturwandel

Die 12 400-Einwohner-Gemeinde Ludwigslust (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat sich in Mecklenburg-Vorpommern durchgesetzt. "Lust auf Leben" ist das Motto der Stadt, die Besucher mit der barocken Altstadt und dem restaurierten Residenzschloss überzeugt. Besuchermagnet ist der Lustgarten des Schlosses mit seinen Wasserspielen und seltenen Bäumen.

Das Event "Kleines Fest im großen Park" lockt Gäste aus Hamburg, Lübeck, Rostock, aber auch aus ganz Deutschland an. Daneben bieten 800 Betriebe 6 000 Arbeitsplätze.

Den Unternehmer-Preis empfing Bürgermeister Reinhard Mach vom Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Kai Lorenzen, und Dr. Michael Ermrich.

Musikalisch zum Erfolg

Musik wir groß geschrieben beim Landessieger Sachsen. Markneukirchen im oberen Vogtland ist Zentrum des deutschen Orchesterinstrumentenbaus.

Bereits seit mehr als 350 Jahren ist die wirtschaftliche Entwicklung eng mit dem Musikinstrumentenbau verbunden. Nach der Wende gelang es, die Großen der Branche in die 8 000-Einwohner-Gemeinde zu locken. Angesiedelt haben sich unter anderem Goldon, ein Unternehmen, das Instrumente für Kinder vertreibt, und der Gitarrenbauer Warwick, der bei den Popstars von Weltklasse begehrt ist. Rund 100 Betriebe fertigen Instrumente. Streichinstrumente, Holz- und Blechblasinstrumente gehören u. a. zur Produktpalette, ebenso Zubehör, wie Bogenfrösche, Mundstücke, Taschen und Etuis.

Über den Preis freute sich in Potsdam Bürgermeister Andreas Jacob. Den Preis überreichte Dr. Michael Ermrich mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Vogtland, Marko Mühlbauer.

Forschung wird groß geschrieben

Die Landeshauptstadt Magdeburg ist der Landessieger in Sachsen-Anhalt. Die 1 200 Jahre alte, ehemalige Kaiserstadt ist heute ein quirliger Treffpunkt für Jung und Alt. Studenten fühlen sich hier ebenso wohl, wie die Mitarbeiter von Unternehmen und Forschungseinrichtungen und ebenso die Alteingesessenen.

Wissenschaft und Forschung prägen das Stadtbild. An einem ehemaligen Umschlagplatz am Elbufer entstand der Wissenschaftshafen für wissenschaftliche Institute und Firmen. Rund 15 800 Unternehmen haben in den zurückliegenden Jahren ca. 8 400 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Nach Potsdam kam Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper mit dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Magdeburg, Horst Eckert, der den Preis mit Dr. Michael Ermrich überreichte.

Sonderpreis der SUPERillu - Altes Glas mit neuem Glanz

Die Glaswerkstätten Schneemelcher in Quedlinburg gehören zu den erfolgreichsten ihrer Art in Deutschland. 1886 gegründet, werden sie heute von Frank Schneemelcher in vierter Generation geführt. Vier Generationen stehen seit über einem Jahrhundert im Dienst der Glasmalerei und -gestaltung.

Fundierte Kenntnisse über die Geschichte der Glasmalerei und Glasgestaltung, Überlieferungen unserer vorhergehenden Generationen, langjährige Erfahrung und die Beherrschung sensibler Verarbeitungstechniken verschaffen dem Unternehmen und seinen 20 spezialisierten Mitarbeitern interessante Aufträge weltweit. So etwa die Restaurierung der Barockfenster der Deut­schen Nationalkirche Santa Maria dell‘Anima in Rom. Im vergangenen Jahr erhielt das Unternehmen den Auftrag, die Fenster der Schlosskirche in Wittenberg zu rekonstruieren.

Geschäftsführer Frank Schneemelcher erhielt den Preis vom Vorstandsvorsitzenden der Harzsparkasse, Werner Reinhardt, Dr. Michael Ermich und dem Chefredakteur der SUPERillu, Robert Schneider.

Quelle: Ostdeutscher Sparkassenverband