NSA in Bautzen

NSA und Datenschutz bei der Bautzener Akademie

Am Montag, dem 1. Dezember 2014, 18.00 Uhr, lädt die zweite Vorlesung des aktuellen Semesters der Bautzener Akademie in den Hörsaal der Berufsakademie Bautzen ein. Das Thema: "Was hat die NSA von meinem Wissen? Rechte, Pflichten und Schutz im elektronischen Datennetz". Der Titel grenzt bereits zwei Themenkomplexe voneinander ab: Die ausufernde Verarbeitung unserer personenbezogenen Daten auf der einen Seite und unsere Reaktion darauf als Betroffene auf der anderen. Die Privatwirtschaft erbringt bereits seit Jahren den beeindruckenden Beweis, dass der ‚Homo Digitalis‘ mehrheitlich bereit ist, für einen 'guten Zweck' (wie wäre es mit 3% Rabatt?) seine Privatsphäre zu öffnen oder ganz abzutreten. Personenbezogene Daten sind bereits heute zu einem derart erfolgreichen Geschäftsmodell geworden, dass wir im Gegenzug als Konsumenten viele Produkte der Branche kostenfrei nutzen dürfen.

Wenn die Privatwirtschaft mit derart ausgeklügelten Programmen gelernt hat, unsere digitalen Spuren zu lesen, unser Verhalten zu analysieren und künftige Entscheidungen vorherzusagen, kann es nicht mehr wirklich überraschen, dass ‚Sicherheitsorgane‘ überall auf der Welt die gleichen Möglichkeiten und Technologien nutzen möchten. Dabei vollführen wir als betroffene Bürger einen ständigen Balanceakt: für welchen Zweck (hoch im Kurs steht hier die 'allgemeine Sicherheit') sind wir bereit, staatlichen Stellen die Überwachung und Auswertung unserer Daten zu gestatten? Und unter welchen Voraussetzungen?

So entstehen komplexe Datensammlungen, komplexe Situationsbewertungen und intransparente, durch Berechnungen erstellte Vorhersagen für die Zukunft. Sie basieren auf schwer vorstellbaren Datenmengen der Allgemeinheit und können doch zu konkreten Auswirkungen für den Einzelnen führen.
Der viel beschworene technische Fortschritt im digitalen Bereich eröffnet permanent neue Möglichkeiten und die Zivilgesellschaft vermag nicht Schritt zu halten, um die Auswirkungen zu bewerten und vernünftige, gesellschaftlich diskutierte und akzeptierte Rahmenbedingungen in einer vernetzten Welt zu definieren. Wir, als selbstbestimmte Individuen, können die Datenspuren beeinflussen, die wir hinterlassen. Dabei geht es nicht um die Frage, ob wir etwas zu verbergen haben. Es ist mehr denn je eine gesellschaftliche Aufgabe, die 'roten Linien' zu definieren. Und damit auch wieder ein Stück Verantwortung jedes Einzelnen...

Der Referent

Mario Oßwald Jahrgang 1964, nicht verheiratet, zwei Kinder

  • 1985 - 1990 Studium Technische Kybernetik und Automatisierungstechnik an der TU Dresden
  • 1990 - 1993 Studio für Elektronische Klangerzeugung an der Hochschule für Musik Dresden
  • 1993 - 2004 Referent für IT-Angelegenheiten am Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Dresden
  • 2004 - heute Referatsleiter "Technik, Informatik, Medien" beim Sächsischen Datenschutzbeauftragten, Dresden

Quelle: Stadtverwaltung Bautzen / Amt für Pressearbeit und Stadtmarketing