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Erfinder der Tempoerbsen geht in Ruhestand

Dr. Peter Kretschmer: Nestor der Brandenburger Ernährungsforschung geht in den Ruhestand

Dr. Peter Kretschmer Erfinder der Tempoerbsen Sein Weg führte ihn vom Gipfel des Fichtelbergs in das Tal der Nuthe: Am kommenden Donnerstag (27. November) geht Dr. Peter Kretschmer, der Nestor der Brandenburger Ernährungsforscher und Chef des Instituts für Getreideverarbeitung (IGV) in Bergholz-Rehbrücke, mit 76 Jahren in den Ruhestand. Mit dem Bergholz-Rehbrücker Institut ist Peter Kretschmer seit nunmehr 53 Jahren verbunden.

Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger gratuliert: "Es gibt viele Gründe für das Land Brandenburg, Peter Kretschmer Dank zu sagen. Mit Peter Kretschmer sind nicht nur zahlreiche Ernährungsprodukte verbunden, seinem unternehmerischen und wissenschaftlichem Talent ist es auch zu verdanken, dass das Know-how in der Ernährungsforschung in Bergholz-Rehbrücke nach 1990 nicht verloren ging, sondern vielmehr um zahlreiche Innovationen, übrigens auch auf dem vergleichsweise jungen Gebiet der Algenforschung, erweitert wurde. Zu seinen zahlreichen öffentlichen Ämtern gehört insbesondere sein Engagement für den Verband pro agro, den er mit begründete und dem er bis heute als Ehrenvorsitzender angehört.

Laufen gelernt hat Peter Kretschmer auf Gipfel des Fichtelbergs, wo sein Vater Meteorologe war, was bereits in frühen Jahren der Grund für den Umzug der Familie nach Potsdam, dem Sitz des meteorologischen Dienstes der DDR, war.

Bereits seit 1961 arbeitet Kretschmer an dem damals neu gegründeten IGV, das als VEB-Institut Teil des Kombinats Nahrungsmittel und Kaffee in Halle an der Saale war.

Seine Erfindungen sind ehemaligen DDR-Bürgern noch bestens bekannt. Peter Kretschmer entwickelte die Tempoerbsen, den Kuko-Reis, Cornflakes, Erdnussflips und die Getreidebreinahrung Mekorna. Er ist auch Miterfinder des ostdeutschen Kaugummis. In Bernburg entstand 1978/79 unter seiner Leitung die damals größte Kaugummifabrik Europas.

Nach der Wende führte Kretschmer das Rehbrücker Institut für Getreideverarbeitung (IGV) erfolgreich in die Privatwirtschaft. Seit dem 1. Juli 1990 ist er Geschäftsführer, seit 1994 auch Miteigentümer des IGV. Das Institut konnte dadurch seinen festen Platz in der nationalen und internationalen Forschungslandschaft wahren. Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit sind die Getreideforschung, nachwachsende Rohstoffe, die Algenforschung. Es gehört zu seinen Verdiensten, dass im Institut heute rund 100 Beschäftigte in Lohn und Brot stehen.

Die Liste der Novitäten und Spezialitäten aus dem Hause IGV wird auch seit der Privatisierung jährlich länger. Das Produkt Rogginello auf Roggenbasis ist bundesweit über die BÄKO (zentrale Absatzorganisation für die Backwarenbranche) eingeführt worden. Spirulina-Teigwaren mit Algen wurden bereits am Markt getestet. Das IGV hat sich unter Kretschmers Leitung sich zur wichtigsten Forschungs- und Ausbildungsstätte des Bäckerhandwerks in den neuen Bundesländern entwickelt. Hier werden seit 1994 Bäcker und Konditoren in der Meisterausbildung und in der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung auf ihr Berufsleben vorbereitet. Zur Weiterbildung dienen die Seminare für das Backwarenhandwerk und der "Technischen Bäcker". Für seine Verdienste um das Bäckerhandwerk erhielt der 1938 geborene Wissenschaftler die höchsten Bäckerauszeichnung, den Paech-Preis.

In Bergholz-Rehbrücke werden weiterhin Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt wie die Rofa-Platte. In Nepal wurde hierfür ein Joint Venture gegründet. Bei der Entwicklung haben die Verfahrensabschnitte der Backwarenherstellung Pate gestanden. Die Platten findet man an Autobahnböschungen, in Bergbaufolgelandschaften und in den deutschen Alpen, auch in den arabischen Emiraten, in China, Taiwan oder in Südamerika.

Im IGV wird seit Jahren an Algenzüchtungen gearbeitet, unter anderem für Kosmetika und Wellnessprodukte. Weiterhin dienen Algen als Nahrungsergänzungen für Mensch und Tier. In über 80 Ländern stehen die vom IGV entwickelten Photobioreaktoren zur Algenzucht.

Nach dem Zusammenbruch des Marktes für ostdeutsche Produkte unmittelbar nach der Währungsunion 1990 war es ein zentrales Anliegen von Kretschmer, für heimische Agrarprodukte made in Brandenburg die Werbetrommel zu rühren und neue Märkte zu erschließen. Als Reaktion darauf gehörte er zu den Gründungsvätern des Verbands pro agro, dessen erster und langjähriger Vorsitzender er war. Als Netzwerker hatte Kretschmer schon früh erkannt, dass Agrarmarketing in einem umfassenden Sinn in die Entwicklung ländlicher Regionen eingebettet werden muss. Da geht nur, wenn Tourismus, Gastronomie, Hotellerie und Naturschutz an einem Strang ziehen - heute hat sich der Verband die Entwicklung des ländlichen Raumes in seiner Gesamtheit verschrieben.

Vogelsänger: "Seine Arbeit im Verband und seine Autorität als Wissenschaftler haben wesentlich dazu beigetragen, dass unsere Brandenburger Produkte wieder das Vertrauen der Verbraucher gewinnen konnten. Die Qualitätsprogramme 'Brandenburgisches Qualitätserzeugnis' und später 'Qualitätserzeugnis - pro agro geprüft' tragen seine Handschrift."

Quelle: PM Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

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Tags:
Lebensmittel, Nahrung
Datum:
Dienstag, 25. November 2014, 11:05 Uhr
Kommentare zu "Erfinder der Tempoerbsen geht in Ruhestand"
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