Preisverleihung 24. Filmfestival Cottbus

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24. Filmfestival Cottbus endet mit Preisverleihung und jubelnden Gewinnern

Mit einer feierlichen Preisverleihung wurde das 24. Filmfestival Cottbus am Samstagabend in der Stadthalle Cottbus abgeschlossen. Dabei wurden nicht nur 72.750 Euro an die siegreichen Filmemacher vergeben, auch die Veranstalter konnten auf ein wiederholt erfolgreiches Festival zurückblicken. Über 20.000 Besucher lockte das Festival nach Cottbus.

"Die Abstimmung verlief überraschend harmonisch", meinte Jury-Mitglied Vladimir Burlakov, räumt jedoch ein: "Wir waren uns bei dem Hauptpreisträger auf Anhieb einig, allerdings kamen bei den weiteren Preisvergaben schon Diskussionen auf, die aber mit demokratischen Mitteln beigelegt werden konnten." Die Jury entschied sich für KLASS KORREKTSII | CORRECTIONS CLASS (Russland, Deutschland 2014) als diesjährigen Gewinner des mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreises, gestiftet von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF). Der Film handelt von der querschnittsgelähmten Lena, die als "die Neue" zu spüren bekommt, wie empfindlich-unstet zwischenmenschliche Gefüge innerhalb einer Sonderklasse voller Jugendlicher am Rande der Gesellschaft sein können. Die Jury überzeugte vor allem die unsentimentale und unprätentiöse Herangehensweise an ein wichtiges soziales Thema durch ein hervorragendes Schauspielerensemble.

Den Spezialpreis für die beste Regie, mit 7.500 Euro dotiert und gestiftet vom Rundfunk Berlin-Brandenburg , erhielt Alexander Kott für seine Arbeit an ISPYTANIE | DER TEST (Russland 2014). "Der Regisseur versteht es, in dem originellen, etwas verschrobenen und visuell atemberaubenden Werk Licht in ein relativ unbekanntes Kapitel der sowjetischen Nachkriegsgeschichte zu bringen", begründete die Jury ihre Entscheidung.

Den Preis für eine herausragende Darstellerin, dotiert mit 5.000 Euro und gestiftet von der Stadt Cottbus, erhielt Piroska Molnár für ihre Rolle in György Pálfis SZABADESÉS | FREIER FALL (Ungarn, Frankreich, Südkorea 2014). Der Preis für einen herausragenden Darsteller ging an Emir Hadzihafizbegovic in TAKVA SU PRAVILA | SO SIND DIE REGELN (Kroatien, Frankreich, Serbien, Mazedonien 2014). Dieser ist ebenfalls mit 5.000 Euro dotiert, welche die Sparkasse Spree-Neiße stiftet.

Die Internationale Festivaljury sprach für die kosovarisch-deutsche Koproduktion TRI DRITARE DHE NJË VARJE | DREI FENSTER UND EIN STRICK (2014), welche auch den DIALOG-Preis für die Verständigung zwischen den Kulturen erhält, eine lobende Erwähnung aus. Das Filmprojekt wurde 2012 auf dem Koproduktionsmarkt connecting cottbus (coco) gepitcht und bekam damals den Best Pitch Award. Über eine Rückkehr nach Cottbus darf sich auch Regisseur Ivan Tverdovsky freuen: Durch seine Auszeichnung mit dem Hauptpreis für den besten Film bekommt er automatisch den coco Special Pitch Award 2014 verliehen und damit auch eine Einladung, im kommenden Jahr sein neues Projekt im Rahmen des Ost-West-Koproduktionsmarktes vorzustellen.

Den mit 2.500 Euro dotierten Hauptpreis für einen Kurzfilm konnte der Regisseur Daniel Sandu für seinen Beitrag CAI PUTERE | PFERDESTÄRKEN entgegennehmen. Zur ihrer Entscheidung schrieb die Jury: "Dieser Film zeigt auf, wie wichtig Freunde in unserem Leben sind und auch wie gefährlich das Klammern an Ideen und Objekten, welches uns am Ende immer einsam und unerfüllt zurücklässt."

Viel Applaus wurde in diesem Jahr auch bei dem Deutsch-Polnischen Wettbewerb Jugendfilm gespendet. Sechs Filme, drei polnische und drei deutsche Produktionen, gingen ins Rennen um die Gunst des Publikums und der bi-nationalen polnisch-deutschen Schülerjury. 1.500 Euro, gestiftet von der Handwerkskammer Cottbus, gingen an POKA HEISST TSCHÜSS AUF RUSSISCH (Deutschland, Kasachstan 2014), eine Geschichte, die von den schweren Zeiten der "Russlanddeutschen" kurz nach der Wende berichtet.

Nach fünf Festivaltagen zog der Geschäftsführer der Filmfestival Cottbus GmbH, Andreas Stein, ein durchweg positives Fazit: "Wir sind wirklich hoch zufrieden. Die hohen Besucherzahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Das Interesse am osteuropäischen Kino und dem Filmfestival Cottbus ist ungebrochen und wir schauen mit Zuversicht und Vorfreude auf die anstehende Jubiläumsausgabe im nächsten Jahr."

Quelle: PM der Stadt Cottbus