Neißebrücke zwischen Coschen und Zytowan eingeweiht

Verkehrsfreigabe der Neißebrücke zwischen Coschen und Żytowań.

Oder-Spree und polnische Nachbarregion Krosno Odrzańskie wieder durch Brücke verbunden

Die Gemeinden im Südosten des Landkreises Oder-Spree und die Ortschaften im Westen der polnische Nachbarregion Krosno Odrzańskie sind wieder durch eine Brücke verbunden. Am 3. November 2014 wurde zwischen Coschen und Żytowań am anderen Ufer der Neiße eine 101 Meter lange Brücke über den Grenzfluss für den Verkehr freigegeben. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war die ursprüngliche Brücke an dieser Stelle zerstört worden.

"Diese Brücke wird angenommen werden. Davon bin ich überzeugt", betonte Manfred Zalenga, Landrat des Landkreises Oder-Spree, während der Einweihung des Bauwerks. Zulässig ist die Nutzung der Brücke durch Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht. Neben der sechseinhalb Meter breiten Fahrbahn verläuft ein kombinierter Geh- und Radweg. Er verbindet die vorhandenen Radwege auf deutscher und polnischer Seite. Auf der Nordseite der Brücke wurde zur Erhöhung der Verkehrssicherheit ein Weg für Fußgänger angelegt. Optisch erinnert die zweifeldrige Verbundbrücke mit ihren beiden asymmetrischen Doppelbögen an eine Neißewelle. Das kleinere Bogenpaar überspannt auf deutscher Seite den Vorlandbereich der Neiße, das größere Bogenpaar überbrückt das Flussbett der Neiße in Richtung Polen.

Grundlage für die Wiedererrichtung dieser Brücke ist ein im Jahr 2000 abgeschlossenes Regierungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen. Es regelt den Bau und die Erhaltung von Grenzbrücken im nachgeordneten Straßennetz. Dazu gehören auf deutscher Seite die Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen, auf polnischer Seite die Wojewodschafts-, Kreis- und Gemeindestraßen. Die Brücke zwischen Coschen und Żytowań schließt die Lücke zwischen den Kreisstraßen 6702 im Landkreis Oder-Spree und 1154F im Landkreis Krosno Odrzańskie.

Die Europäische Union hat die Wiederherstellung der Neißebrücke gefördert. Von den geplanten Gesamtkosten des Projekts in Höhe von 5,46 Millionen Euro wurden 85 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Operationellen Programms zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) - Brandenburg 2007-2013 bereitgestellt. Die beiden Grenzkreise tragen die restlichen Kosten. Der Anteil des Landkreises Oder-Spree beläuft sich auf rund 630.000 Euro. Realisiert wurde die vom Büro Pöyry Deutschland GmbH geplante Neißebrücke durch Unternehmen aus Brandenburg und Sachsen. Eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co. KG Freienhufen und Stahl- und Brückenbau Niesky GmbH hat das Bauwerk in zwölf Monaten errichtet.

Die neue Neißebrücke aufgenommen vom polnischen Ufer

Daten und Fakten zur Neißebrücke

  • Verkehrsfreigabe: 3. November 2014
  • Nutzung: Pkw, Lkw bis 7,5 Tonnen, Radfahrer, Fußgänger
  • Bauherr: Landkreis Oder-Spree
  • Planung: Büro Pöyry Deutschland GmbH in Berlin
  • Bauausführung: Arbeitsgemeinschaft der Firmen Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co. KG Freienhufen und Stahl- und Brückenbau Niesky GmbH
  • Konstruktion: zweifeldrige asymmetrische Verbundbrücke mit Doppelbogensystem
  • Technische Parameter: Gründung der Brücke auf 14 Groß-Bohrpfählen mit je 12,50 Meter Länge. Es wurden 584 Kubikmeter Beton und 651 Tonnen Stahl verbaut.
  • Länge: 101 Meter
  • Breite: 13,90 Meter
  • Kosten: 5,46 Millionen Euro
  • Förderung: Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Operationellen Programms zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) - Brandenburg 2007-2013

Chronologie zur Neißebrücke

  • 11 / 2000 Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen regeln in einem Abkommen die Grundsätze über den Bau und die Erhaltung von Grenzbrücken im nachgeordneten Straßennetz. Dazu gehören auf deutscher Seite die Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen, auf polnischer Seite die Wojewodschafts-, Kreis- und Gemeindestraßen.
  • 01 / 2004 Der Kreistag Oder-Spree fasst den Grundsatzbeschluss zum Bau der Neißebrücke zwischen Coschen und Żytowań.
  • 01 / 2010 Beantragung der Fördermittel für den Brückenbau bei der polnische Verwaltungsbehörde, dem Ministerium für Regionale Entwicklung, Department für Territoriale Zusammenarbeit.
  • 01 / 2011 Der zuständige Gemeinsame Begleitausschuss stellt die grundsätzliche Förderwürdigkeit des Projektes fest.
  • 03 / 2012 Der Landkreis Oder-Spree vergibt den Planungsauftrag für die Brücke.
  • 05 / 2012 Durch eine Rechtsverordnung der Bundesregierung wird die Wiedererrichtung der Neißebrücke zwischen Coschen und Żytowań Bestandteil des Abkommens über den Bau und die Erhaltung von Grenzbrücken im nachgeordneten Straßennetz.
  • 06 / 2013 In Beeskow wird der Fördervertrag für den Brückenbau mit dem polnischen Ministerium für Regionale Entwicklung, die im Operationellen Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) - Brandenburg 2007-2013 benannte Verwaltungsbehörde, geschlossen.
  • 09 / 2013 Der Baubeschluss zur Errichtung der Grenzbrücke Coschen und Żytowań bekommt im Kreistag Oder-Spree eine deutliche Mehrheit.
  • 11 / 2013 Erster Spatenstich für die Neißebrücke.
  • 11 / 2014 Verkehrsfreigabe der Grenzbrücke zwischen Coschen und Żytowań.

Quelle: PM Landkreis Oder-Spree