Wolfsübergriffe - Landwirte bekommen Unterstützung

Wolfsübergriffe - Landwirte bekommen Unterstützung

IFAW unterstützt Landwirte bei der Vorsorge gegen Wolfsübergriffen

Nach Wolfsübergriffen auf Kälber in Mutterkuhherden unterstützt der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) das Land Brandenburg, das den Tierhaltern schnelle Unterstützung zugesagt hat, bei der Vorsorge gegen weitere Schäden. Gespräche mit betroffenen Landwirten sollen zu wirksamen Sofortmaßnahmen führen. Auf die spezielle Situation in den Landwirtschaftsbetrieben zugeschnittene Schutzlösungen werden gemeinsam mit den Rinderhaltern ohne Verzug umgesetzt.

Seit April dieses Jahres gab es in den Belziger Landschaftswiesen (Landkreis Potsdam-Mittelmark) vier Übergriffe von Wölfen auf Mutterkuhherden. In der Region wirtschaften etwa 35 Rinderhalter, mit denen nun nach praktikablen Möglichkeiten des Herdenschutzes gesucht wird.

Mutterkuhherden werden vor Wölfen geschützt

Viele der Rinderhalter haben noch keine Erfahrung mit dem Schutz ihrer Tiere gegen Wolfsübergriffe. Maßnahmen zu Schadensbegrenzung und Konfliktbewältigung stehen deshalb im Mittelpunkt. "Es muss schnell ein wirksamer Schutz für die Herden gefunden werden", unterstreicht der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Prof. Matthias Freude. "Unsere Brandenburger Experten und der IFAW arbeiten mit den betroffenen Landwirten daran. Denn Prävention ist jetzt das Wichtigste. Die Wölfe dürfen sich nicht an Kälber als Nahrung gewöhnen. Brandenburger Schafzüchtern wurden vor allem für Präventionsmaßnahmen seit 2008 bereits EU-Fördermittel von rund 380.500 Euro bereitgestellt. Das war der richtige Weg, wie die Zahl der Schafsrisse zeigt. Diese Erfahrungen werden wir für den Schutz der Rinder nutzen."

"Maßgeschneiderte Lösung für die jeweiligen Betriebe vorzubereiten ist sehr wichtig", erklärt Robert Kless, IFAW Wolfsexperte und Projektbetreuer. "Nur so kann ein optimaler Schutz der Tiere vor Wolfsübergriffen umgesetzt werden. Ziel ist es, künftig Wölfe von den Nutztieren fernzuhalten und dadurch weitere Übergriffe zu unterbinden."

Seit 2010 bietet der IFAW Nutztierhaltern Beratung und Unterstützung an. Dieses gut angenommene Angebot ist Bestandteil der im Juni 2010 zwischen dem brandenburgischen MUGV und dem IFAW abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung zum Schutz des Wolfes, sowie ein Ergebnis der Regelungen, die im aktuellen Wolfsmanagementplan des Landes Brandenburg getroffen worden sind.

Über den IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds)

Seit seiner Gründung 1969 schützt der IFAW weltweit Tiere in Not. Mit Projekten in über 40 Ländern retten wir einzelne Tiere, setzen uns gegen Grausamkeit gegenüber Tieren ein und engagieren uns für den Schutz von Wildtieren und ihren Lebensräumen.

Seit 2001 informiert der IFAW die Öffentlichkeit zum Thema Wolf und finanziert Wolfsmonitoring in Sachsen und Brandenburg. Ziel aller Bemühungen ist eine friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Wölfen.

(Gemeinsame Pressemitteilung des IFAW "Internationaler Tierschutz-Fonds" und dem MUGV)