Hochschul-Startups wichtiger Wirtschaftsfaktor

Drei Brandenburger Hochschulen bei erster übergreifender Gründungsbefragung dabei

Hochschul-Startups haben eine große Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung in der Hauptstadtregion. Das ist das Ergebnis der ersten Gründungsbefragung in Berlin-Brandenburg, die heute in der Technischen Universität Berlin vorgestellt wurde. In den über 700 Unternehmen gibt es rund 17.000 Beschäftigte. Der Gesamtumsatz von 690 Unternehmen, die sich in der Befragung zu Ihrem Umsatz äußerten, lag im Jahr 2013 bei etwa 1,7 Milliarden Euro.

Im Rahmen der Umfrage wurden erstmals die Ausgründungsaktivitäten von insgesamt zehn Berliner und Brandenburger Hochschulen systematisch und einheitlich erfasst. Aus dem Land Brandenburg nahmen die Universität Potsdam, die Fachhochschule Potsdam sowie die Technische Hochschule Wildau daran teil.

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst erklärt zu den Ergebnissen der Untersuchung: "Die Ergebnisse zeigen, wie bedeutsam die Gründungen aus den Hochschulen für die wirtschaftliche Entwicklung sind. 85 Prozent der befragten Unternehmen haben ihren Sitz in Berlin und Brandenburg. Für die Brandenburgische Landesregierung ist die Förderung von Gründungen aus den Hochschulen, wie auch aus den Forschungseinrichtungen, ein Schwerpunkt. In den bis 2018 geschlossenen Hochschulverträgen haben sich alle Hochschulen dazu bekannt, ihre Aktivitäten zur Unterstützung von Gründungen weiter anzubieten und fortzuentwickeln. Die Gründungsförderung der Hochschulen hat sich als sehr positiv erwiesen: Daraus sind z. B. 2011 insgesamt 146 und 2013 168 Gründungen hervorgegangen. Gerade auch die Vernetzung von Hochschulen, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft trägt dazu bei, dass Ausgründungen gefördert und innovative Ideen und Konzepte realisiert werden können."

An der ersten Gründungsbefragung beteiligten sich zehn Hochschulen aus der Region: Die Beuth Hochschule für Technik Berlin, die Fachhochschule Potsdam, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Freie Universität Berlin, die Universität der Künste Berlin, die Universität Potsdam, die  Technische Hochschule in Wildau sowie die Technische Universität Berlin. Unterstützt wurde die Umfrage durch Mittel der Technologiestiftung Berlin. Mit einem einheitlichen Fragebogen konnten die relevanten Kennzahlen der gegründeten Unternehmen erhoben und ausgewertet werden. 840 Unternehmen konnten 45 Fragen beantworten.

Das Erhebungsinstrument ist als Onlinebefragung konzipiert worden und basiert auf dem aktuellen Stand der Entrepreneurship-Forschung. Entwickelt wurde es im Rahmen der "Harmonized Instrument Initiative (HII)", dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), und der Technischen Universität München. Es beruht auf der seit über zehn Jahren bestehenden Gründungsumfrage der TU Berlin.

Die Ergebnisse der Gründungsumfrage liegen als Broschüre in einer kurzen sowie längeren Version vor. Diese finden Sie im Internet unter: http://www.tu-berlin.de/?152349

Dass die Brandenburger Hochschulen beim Thema Gründung sehr erfolgreich sind, zeigt sich auch in weiteren Studien: So gab etwa der Gründungsradar 2012[1] des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft den Hochschulen sehr gute Bewertungen: In der Gruppe der großen Hochschulen belegt die Universität Potsdam Platz 3. Bei den Hochschulen mittlerer Größe liegen die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und die Europa Universität Viadrina (EUV) Frankfurt(Oder) auf den Plätzen 2 und 3. Bei den kleinen Hochschulen hat es die Fachhochschule Brandenburg an der Havel auf Platz 4 geschafft. Die Technische Hochschule in Wildau und die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberwalde liegen im vorderen Mittelfeld.

Quelle: PM des Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg