Über 300 Landwirtschaftsbetriebe in Oder-Spree

Gespräche in der Agrargenossenschaft Neuzelle über die Situation der Landwirtschaftsbetriebe in Oder-Spree

Die auf dem Bauernmarkt in Beeskow gekürte schönste Erntekrone des Landkreises Oder-Spree schmückt seit Dienstag das Atrium des Landratsamtes. Angefertigt haben das Schmuckstück aus Gerste, Roggen, Hafer, Weizen und Leinen die Frauen der Ortsgruppe Falkenberg des Landfrauenvereins Oder-Spree. 16 Frauen haben rund 250 Stunden daran gearbeitet.

Zur prächtigen Erntekrone passt der Ertrag, den landwirtschaftliche Betriebe des Landkreises von den Feldern geholt haben. Die Hektarerträge bei Getreide sind in Oder-Spree in diesem Jahr auf Rekordwerte gestiegen: bei Weizen auf 77,5 Dezitonnen je Hektar (dt/ha), bei Roggen auf 49 dt/ha und bei Gerste auf 69 dt/ha. Über die Situation der Landwirte haben sich die Mitglieder des Kreistagsausschusses für Ordnung, Recht, Landwirtschaft und Wirtschaft vor wenigen Tagen in der Agrargenossenschaft Neuzelle e.G. informiert.

"Wir wollten den Abgeordneten Gelegenheit geben, sich vor Ort ein Bild von der Vielseitigkeit und den Herausforderungen moderner landwirtschaftlicher Produktion zu machen", begründet Max Krüger, Leiter des Landwirtschaftsamtes in Oder-Spree, die Wahl des Tagungsortes. Nachhaltig wirkten die Informationen von Frank Matheus, Leiter der Landfleischerei der Agrargenossenschaft, der den geschlossenen Wirtschaftskreislauf von der Ferkelaufzucht, der Schweinemast und der Schlachtung in der betriebseigenen Fleischerei vorstellte. Ergänzt wird dieser Kreislauf durch die vorhandene Biogasanlage in der die Schweinegülle eingesetzt wird und wo neben der Erzeugung von Elektroenergie die entstehende Wärme für die Ferkelaufzucht, die Getreidetrocknung und für die Warmwasserbereitung in der Fleischerei genutzt wird.

Knapp 40 Prozent des 2.243 Quadratkilometer großen Landkreises Oder-Spree werden landwirtschaftlich genutzt. 316 Betriebe vom kleinen Familienbetrieb bis zum Unternehmen mit über 100 Beschäftigten haben 2014 beim Landwirtschaftsamt des Kreises Anträge auf Agrarförderung gestellt. Im kommenden Jahr ändern sich die Förderbedingungen gravierend. Neben einer Basisprämie wird die Förderung dann an eine Landbewirtschaftung gebunden, die förderlich für den Klima- und Umweltschutz ist. Kriterien für diese Greening-Prämie sind der Erhalt des bestehenden Dauergrünlandes, der Anbau unterschiedlicher Kulturen und die Einrichtung ökologischer Vorrangflächen auf dem Ackerland. Das können zum Beispiel Landschaftselemente oder Blühstreifen sein. "Wir beraten die Landwirte, wie sie ihre Betriebe auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen können", so der Leiter des Landwirtschaftsamtes Max Krüger.

Quelle: PM Landkreis Oder-Spree