Kampf gegen unseriöse Schlüsseldienste

Unseriöse Schlüsseldiensten bei Wucherpreise und Abzockmaschen immer kreativer

http://www.lausitz-branchen.de/medienarchiv/cms/upload/2014/oktober/unserioese_schluesseldienste.jpg Wucherpreise, weite Anfahrtswege, hohe Extrakosten: Unseriöse Schlüsselnotdienste werden immer kreativer, wenn es darum geht, ihre Kunden zu täuschen. Wie Verbraucher einen seriösen Türöffner finden und sich vor Abzockern schützen, zeigt die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) an Aktionsständen in Potsdam und Oranienburg sowie in ihrer regulären Beratung landesweit. Unter anderem klärt sie über marktübliche Preise auf, die sie anhand einer Umfrage unter Brandenburger Schlüsseldiensten ermittelt hat.

Das Geschäft mit der Notlage floriert: "In letzter Zeit kommen viele Brandenburger zu uns in die Beratungsstellen und klagen über horrende Gebühren einiger Schlüsseldienste", berichtet Sabine Fischer-Volk, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. So musste beispielsweise eine Cottbuserin über 500 Euro für das einfache Öffnen ihrer Wohnungstür zahlen.

Die Verbraucherzentrale wollte es genauer wissen und schrieb im Rahmen eines Marktchecks über 120 regionale Unternehmen an. Ihr erstes Ergebnis: Eine Vielzahl von ihnen ist postalisch nicht zu erreichen. "Viele der Schlüsseldienste, die wir nicht erreichen konnten, beginnen mit A und stehen somit in Telefonbüchern oder Suchverzeichnissen weit oben", erklärt Fischer-Volk. "Hier können wir begründet davon ausgehen, dass diese nicht ortsansässig sind und häufig über Callcenter oder Rufnummernumleitungen nach Aufträgen fischen. Diese Unternehmen rechnen zu Ungunsten der Verbraucher häufig hohe Fahrtkosten ab."

Marktcheck ermittelt reguläre Preise

Rund 17 Prozent der angefragten Firmen gaben Auskunft über den Preis für eine schlichte Türöffnung sowie zu Wartezeiten, Fahrt- und möglichen Zusatzkosten. Daraus ermittelte die VZB durchschnittliche Werte: So kostet beispielsweise das Öffnen einer simpel zugefallenen Tür zwischen 25 und 60 Euro, und der Betroffene muss 30 bis 45 Minuten warten. Dabei verlangt ein Großteil der Firmen innerhalb des Ortes keine zusätzlichen Fahrtkosten. Fallen diese dennoch an, liegen sie (abhängig von der Entfernung) zwischen 50 Cent und 1 Euro pro Kilometer. Müssen die Schlüsseldienste außerhalb der Geschäftszeiten zu Hilfe eilen, kommen Zuschläge bis 100 Prozent oder eine Pauschale hinzu. Extrakosten ergeben sich für das Öffnen komplizierter Schlösser, bei steckendem Schlüssel oder falls zusätzliche Werkzeuge zum Einsatz kommen.

"Der Marktcheck hat gezeigt, dass die Preise seriöser Unternehmen zum Teil erheblich unter denen liegen, die uns betroffene Verbraucher im Rahmen einer Umfrage mitgeteilt haben", so die Verbraucherschützerin. "Um nicht auf schwarze Schafe hereinzufallen, sollten Verbraucher schon am Telefon nach dem Preis für Anfahrt und Türöffnung sowie nach weiteren anfallenden Kosten fragen. Nach Möglichkeit sollte außerdem eine weitere Person anwesend sein, sobald der Schlüsseldienst eintrifft. Bei Zweifeln an der Richtigkeit der Schlüsseldienstrechnung sollte man vor Ort möglichst nichts oder nur ein kleinen Teilbetrag unter Vorbehalt bezahlen. Verbraucher können die Rechnung auch in einer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale oder per E-Mailberatung unabhängig prüfen lassen", ergänzt Juristin Fischer-Volk.

Aktionen zu Schlüsseldiensten

Mit Aktionsständen zu (un)seriösen Schlüsseldiensten will die VZB präventiv aufklären. Termine sind:

  • 23.10.2014,10 bis 14 Uhr, Potsdamer Bahnhofspassagen (nahe Kaufland). Experten der VZB beantworten Verbraucherfragen und demonstrieren an einer Mustertür, wie sich Türöffnungen seriöser und unseriöser Unternehmen voneinander unterscheiden.
  • 30.10.2014, 15 bis 18 Uhr, Beratungsstelle Oranienburg, Albert-Buchmann-Straße 17. Experten der VZB beantworten Verbraucherfragen.

Über weitere Termine informiert die VZB auf www.vzb.de.

Individuellen Rat erhalten Verbraucher

Über die Aktion

Im August hat die VZB über 120 regionale Schlüsseldienste im Rahmen eines Marktchecks angeschrieben. Ergänzend hat sie anhand einer Umfrage Verbraucherbeschwerden gesammelt. Über die Ergebnisse klärt sie bei den Infoständen auf. Die Aktion wird gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).

Quelle: Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.