Vattenfalls Lausitzer Braunkohlegeschäft steckt voller Risiken

Studie Vattenfall's Risky Business

Greenpeace-Studie entlarvt wirtschaftliche Gefahren des Braunkohlegeschäft in der Lausitz

Gravierende wirtschaftliche Risiken in Vattenfalls deutschem Braunkohlegeschäft benennt eine heute veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag von Greenpeace.

Die Studie mit dem Titel "Vattenfall's Risky Business" (PDF) belegt detailliert, dass das gegenwärtig noch profitable Geschäft mit Braunkohle in der Lausitz wirtschaftlich stark gefährdet ist. Dafür finden die Wirtschaftsforscher vom DIW neben wirtschaftlichen auch juristische Belege. "Jeder mögliche Käufer von Vattenfalls Braunkohlesparte muss sich darüber klar sein, welche unternehmerischen Risiken er übernähme. Braunkohletagebaue und -kraftwerke sind tickende Zeitbomben in jeder Bilanz", so Anike Peters, Energieexpertin von Greenpeace.

Massive Umwelt- und Klimaschäden durch Vattenfalls deutsches Braunkohlegeschäft haben in Schweden eine lebhafte öffentliche Diskussion über die Zukunft der Kohlesparte des Staatskonzerns ausgelöst. Große Teile der schwedischen Bevölkerung wollen nicht länger akzeptieren, dass der Staatskonzern in ihrem Namen Menschen umsiedelt und das Klima zerstört. Der Konzern hat sich verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 auf 65 Millionen Tonnen zu reduzieren, von knapp 90 Millionen Tonnen im Jahr 2012. Ohne ein Schließen oder einen Verkauf der besonders schmutzigen Braunkohlekraftwerke ist dieses Ziel kaum zu erreichen. Entsprechend wird Schwedens neue Regierung eine Debatte über die Zukunft der Vattenfall-Sparte führen müssen.

Weitere Tagebaue in der Lausitz energiepolitisch überflüssig

Die Studie analysiert eine Vielzahl von Risiken für Vattenfalls Braunkohlegeschäft. Etwa die voranschreitende Energiewende, die Braunkohle mittelfristig überflüssig macht, oder die veränderte Rechtsprechung, die Betroffenen in Deutschland neue Klagemöglichkeiten gegen Tagebaue einräumt. Zudem werden die Kosten der Stromerzeugung perspektivisch auch Umwelt- und Gesundheitsfolgen mit einbeziehen. Geschieht dies auch nur anteilig, wird Braunkohlestrom nicht mehr profitabel sein. Eingerechnet dieser so genannten sozialen Kosten ist Braunkohle mit 80 bis 100 Euro pro Megawattstunde zwei oder drei Mal teurer als heutiger Börsenstrom (35 bis 40 Euro/MWh). "Bislang müssen wir Steuerzahler für Umweltzerstörung sowie Klima- und Gesundheitsschäden durch Braunkohle zahlen. Lange werden sich Energiekonzerne wie Vattenfall nicht mehr aus der Verantwortung stehlen können", so Peters.

Ein mittelfristiger Kohleausstieg ist in Deutschland unumgänglich. Das von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) initiierte Aktionsprogramm Klimaschutz erwartet den Löwenanteil der CO2-Einsparungen bis zum Jahr 2020 in der Energiewirtschaft. Die extrem klimaschädlichen Braunkohlekraftwerke stehen dabei besonders im Fokus. Zumal sie einer zukunftsfähigen Energieversorgung für Deutschland im Wege stehen. "Wir haben berechnet, dass keiner der von Vattenfall geplanten Tagebaue energiepolitisch notwendig ist", sagt Prof. Christian von Hirschhausen, Co-Autor der Studie.

Quelle: PM Greenpeace