Bilanz der Verkehrsentwicklung zum Nachbarland Polen

Vogelsänger zieht eine positive Bilanz der Verkehrsentwicklung zum Nachbarland Polen

Vogelsänger: "Attraktive Bahnverbindungen nach Polen stärken Potenzial der Grenzregion - weiteres Engagement erforderlich."

Potsdam - Verkehrsminister Jörg Vogelsänger zieht eine positive Bilanz der Verkehrsentwicklung zum Nachbarland Polen auf der heute in Berlin stattfindenden Konferenz "Grenzüberschreitender Eisenbahnverkehr zwischen Deutschland und Polen - Errungenschaften und Entwicklungsperspektiven". Nicht erst seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union 2004 und der Einbeziehung in den Geltungsbereich des Schengen-Abkommens im Jahr 2007 sind Deutschland und Polen immer besser miteinander verbunden - entsprechend ist ein stetig steigender grenzüberschreitender Austausch von Personen und Gütern zu beobachten.

Jörg Vogelsänger: "Gute Verkehrsverbindungen sind ein entscheidender Faktor, um unsere Potenziale besser zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit in der Grenzregion zu stärken. Gemeinsam mit unseren polnischen Nachbarn haben wir viel erreicht und die Schienenverbindungen nach Polen deutlich verbessert. Wir haben regelmäßige und direkte Verbindungen nach Stettin, Gorzów und Posen. Ohne das Engagement des Bundes kommen wir aber nicht weiter. Viele Hauptstrecken sind noch nicht so ausgebaut, wie das unter Nachbarn in Europa erforderlich ist und es fahren zu wenig Fernverkehrszüge."

Unter dem Motto "Grenzen trennen - die Oder verbindet" ist 2006 die Oderpartnerschaft als ein informelles Netzwerk gegründet worden. Hier arbeiten die Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen und die westpolnischen Wojewodschaften Großpolen, Westpommern, Niederschlesien und Lubuskie im Rahmen eines "Runden Tisches Verkehr" zusammen.

Das gemeinsame Ziel der Oder-Partnerschaft ist die Verbesserung der grenzüberschreitenden Eisenbahnverbindungen sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr. Insbesondere liegt das vorrangige politische Interesse in der Verbesserung des Fernverkehrs, der zwischen den Städte in der Partnerschaftsregion die Erreichbarkeit auf der Schiene sichert.

Durch ein gemeinsames Auftreten gegenüber den nationalen Regierungen und gegenüber der Europäischen Union konnten die Grenzregionen erreichen, dass 2017 zwischen Berlin und Breslau und 2020 zwischen Berlin und Stettin zahlreiche Verbesserungen auch für den Personennahverkehr wirksam werden: Erste Elektrifizierungslücken sind geschlossen und größere Abschnitte mit 160 Kilometer pro Stunde befahrbar.

Von Berlin und Brandenburg aus fahren bereits Regionalzüge im dichten Takt nach Stettin (Szczecin), Kostrzyn, Frankfurt (Oder) und Forst (Lausitz) und bieten Anschluss auch zu weiter entfernten Zielen.

Seit August bietet die DB AG im Anschluss an den RE 1 in Kooperation mit polnischen Partnern zwei seit langem gewünschte Verbindungen von Frankfurt (Oder) nach Posen an.

Anfang Oktober finden in Brüssel mit den Vertretern der Regionen die Foren zu den Korridoren der Transeuropäischen Verkehrsnetze statt. Brandenburg wird sich aktiv an der Diskussion zu den Ergebnissen der Korridorstudien und den ermittelten Engpassbeseitigungen beteiligen, um den Zugang zu bisher nicht genutzten Europäischen Fördermöglichkeiten zu erhalten und diese zu nutzen.

Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 stehen rund 26 Milliarden Euro für die Engpassbeseitigung und Ertüchtigung des europäischen Kernnetzes zur Verfügung. Das sind rund 18 Milliarden Euro mehr als bisher. Konkret könnten die Strecken Berlin - Stettin und Dresden - Görlitz - Breslau (Wrocław) /Riesengebirge über die Connecting Europe Facility die Strecken Berlin - Stettin und Dresden - Görlitz - Breslau (Wrocław) /Riesengebirge finanzierbar sein. Aber auch kleinteiligere Maßnahmen sind förderfähig.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg