Nobelpreisträger hält Vorlesung in Görlitz

Nobelpreisträger Klaus von Klitzing mit Humboldt-Vorlesung im Senckenberg Görlitz zu erleben

Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing Der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing wird am 19.09.2014 die diesjährige Humboldt-Vorlesung am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz halten.

Sein Vortrag mit dem Titel "Ein neues Kilogramm im Jahr 2017?! Wie mein Nobelpreis unser Maßsystem verändert" beginnt um 19:30 Uhr im Humboldthaus (Platz des 17. Juni 2, Görlitz), Karten sind im Vorverkauf an der Museumskasse und an der Abendkasse zu 2, ermäßigt 1 € erhältlich.

Bereits am Freitagvormittag haben interessierte Bürger die Chance, mit dem Nobelpreisträger ins Gespräch zu kommen - um 10:00 Uhr wird sich Klaus von Klitzing im historischen Kleinen Saal des Rathauses (Untermarkt 6-8, 02826 Görlitz) in das Goldene Buch der Stadt Görlitz eintragen. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Klaus von Klitzing erhielt 1985 den Physik-Nobelpreis für die Entdeckung des quantisierten Hall-Effektes. Damit konnte er nachweisen, dass elektrischer Widerstand direkt von einer Naturkonstante abhängt - eine wichtige Erkenntnis, denn seitdem wird die von-Klitzing-Konstante weltweit als Eichwert für die elektrische Maßeinheit Ohm benutzt. Der Physiker ist Direktor am Stuttgarter Max-Planck-Institut für Festkörperforschung. Neben der eigenen Wissenschaft liegt es ihm besonders am Herzen, Menschen für die Physik zu begeistern. So wird zum Beispiel seit 2005 der Klaus-von-Klitzing-Preis an engagierte Lehrer in den Naturwissenschaften verliehen.

Mit der Humboldtvorlesung wird den Lausitzern auch in diesem Herbst wieder ein Wissenschaftshighlight geboten. Bereits zum achten Mal ist es Museumsdirektor Prof. Dr. Willi Xylander und dem Vorsitzenden des Museumsfördervereins Thomas Neumann gelungen, einen Wissenschaftler von Weltgeltung nach Görlitz einzuladen. Bei der Humboldtvorlesung kommen Träger des Nobelpreises und des Alternativen Nobelpreises zu Wort, deren Forschungsergebnisse neue Horizonte eröffnet haben und somit wichtige Impulse für die zukünftige Entwicklung der Menschheit liefern. Die Veranstaltung erinnert an Alexander von Humboldt, der vor rund 150 Jahren Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz war, aus der das Museum hervorgegangen ist. Sie wird vom Förderkreis des Naturkundemuseums Görlitz unterstützt.

Über Klaus von Klitzing

Klaus von Klitzing, geboren am 28. Juni 1943 in Schroda/Posen, ist ein deutscher Physiker und erhielt 1985 den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung des so genannten quantisierten Hall-Effekts im Grenobler Hochfeld-Magnetlabor am 5. Februar 1980.

Leben

Als Kind einer Flüchtlingsfamilie kam Klaus von Klitzing 1945 nach Lutten (Kreis Vechta). Von 1948 bis 1951 lebte die Familie in Oldenburg, wo Klaus von Klitzing 1949 in die Schule Brüderstraße eingeschult wurde. 1951 zog die Familie nach Essen (Kreis Cloppenburg), wo sie im Obergeschoss des Rathauses bis 1968 lebte. Sein Abitur legte von Klitzing im Februar 1962 in Quakenbrück (Kreis Osnabrück) ab. Hiernach studierte Klaus von Klitzing Physik an der Technischen Universität Braunschweig. Das Studium schloss er mit dem Diplom (Diplomarbeit bei F. R. Kessler) im März 1969 ab.

Bis November 1980 war Klitzing als Assistent beim Experimentalphysiker Prof. Dr. Gottfried Landwehr an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg tätig. Dort schrieb er 1972 seine Doktorarbeit zum Thema "Galvanomagnetische Eigenschaften von Tellur in starken Magnetfeldern", 1978 folgte die Habilitation. Laboratory in Oxford und 1979 bis 1980 am Hochfeld-Magnetlabor in Grenoble tätig, wo er die entscheidende Entdeckung für den Quanten-Hall-Effekt machte.

Schon 1980 berief die Technische Universität München Klaus von Klitzing auf eine Professur für Festkörperphysik, im Frühjahr 1985 übersiedelte er als Mitglied des Direktoren-Kollegiums zum Max- Planck-Institut für Festkörperforschung nach Stuttgart. Im selben Jahr ernannte ihn die Universität Stuttgart zum Honorarprofessor.

Klaus von Klitzing ist zudem Jury-Mitglied des Deutschen Zukunftspreises sowie des Innovationspreises der deutschen Wirtschaft. Außerdem ist er Namensgeber und Jury-Mitglied des Klaus-von-Klitzing-
Preises, einem Förderpreis für engagierte Lehrerinnen und Lehrer naturwissenschaftlicher Fächer, der von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der EWE Stiftung in Kooperation vergeben wird. Von Klitzing ist ein leidenschaftlicher Werber für die Grundlagenforschung und versucht immer wieder Neugier und Begeisterung für die Physik zu wecken. Er ist Mitglied zahlreicher Wissenschaftlicher Akademien in mehreren Ländern und Inhaber von Ehrendoktortiteln an Universitäten in sechs Nationen.

Schriften

• "Grenzen der Mikroelektronik: Quantenphänomene in mikrostrukturierten Halbleitern". 1. Aufl.
Univ.-Verl., Jena 1995. Schriftenreihe Ernst-Abbe-Kolloquium Jena
• "Aufbau der Arbeitsgrundlagen eines Reinraum-Labors für neuartige Bauelementstrukturen:
Schlussbericht ; Contract NT 2733". Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart 1990.
Auszeichnungen (Auswahl)
• 2005 Carl-Friedrich-Gauß-Medaille der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft
• 1985 Direktorat auf Lebenszeit am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung
• 1985 den Nobelpreis für Physik

Nobelpreis für die Entdeckung des "Quanten-Hall-Effektes"

Prof. Klaus von Klitzing erhielt 1985 für seine Entdeckung des "Quanten-Hall-Effektes" den Nobelpreis für Physik. Die entscheidende Messung gelang in der Nacht zum 5. Februar 1980 und brachte die Erkenntnis, dass die Einheit des elektrischen Widerstands (Ohm) letztlich durch zwei Naturkonstanten (das Plancksche Wirkungsquantum h und die Ladung des Elektrons e) genau bestimmt ist und damitselber wieder eine universelle Naturkonstante ist. Mit der "Von-Klitzing-Konstante" hat man seither eine universelle Bezugsgröße für die Messung von Widerständen, die überall auf der Welt gleich ist. Seit 1990 ist durch internationale Übereinkunft die Realisierung der elektrischen Maßeinheit Ohm durch die Von- Klitzing-Konstante festgelegt. Der Quanten-Hall-Effekt war aber auch einer der Ausgangspunkte für die Nanoelektronik und die wissenschaftliche Erforschung der physikalischen Eigenschaften von Halbleitern weit unterhalb der Größenordnung heutiger Mikroelektronik.

Quelle: PM der Stadt Görlitz