Elbe-Elster verschließt sich nicht Tarifgesprächen

Landkreis Elbe-Elster strebt maßvolle Lösung für Erhalt von Arbeitsplätzen an

Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaft in der Seniorenzentrum "Albert Schweitzer" gGmbH sollen Ende September beginnen

Der Landkreis Elbe-Elster ist grundsätzlich an guten Arbeitsbedingungen in seinen Betrieben und Einrichtungen interessiert. Dazu gehört auch eine angemessene Bezahlung der Mitarbeiter. Deshalb verschließt er sich als Gesellschafter der Seniorenzentrum "Albert Schweitzer" gGmbH auch nicht anstehenden Tarifgesprächen. Nach Angaben des Landrates Christian Heinrich-Jaschinski sollen diese Ende September im Unternehmen beginnen. "Meiner Ansicht nach muss dies aber mit Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein geschehen, pauschale Forderungen von zehn Prozent helfen nicht weiter", sagte der Landrat mit Blick auf die Forderung der Gewerkschaft Ver.di. "Wer ungeniert solche Tarifforderungen aufmacht, der hat den Blick für die Realitäten verloren und setzt Arbeitsplätze in einem gut funktionierenden und wegen seiner Arbeit hoch geschätzten Betrieb leichtfertig aufs Spiel."

Die Seniorenzentrum "Albert Schweitzer" gGmbH habe sich auch in der Vergangenheit zu ihrer Verantwortung für eine entsprechende Bezahlung der Pflegekräfte bekannt. "In den Jahren 2008 bis 2013 gab es jährlich freiwillige Sonderzahlungen von 1 bis 2 Prozent. In Summe ist das über eine halbe Million Euro", so der Landrat. Ein solcher Betrag müsse erst einmal erarbeitet werden, um ihn dann verteilen zu können. "Wir sind auch diesmal bereit, um das Abwarten auf den Flächentarifvertrag Pflege nicht zu Lasten unserer Mitarbeiter gehen zu lassen, andere Möglichkeiten der Entgeltzahlungen zu nutzen - zum Beispiel eine freiwillige Sonderzahlung", sagte der Landrat.

In den kreislichen Einrichtungen des Seniorenzentrums liegt die durchschnittliche Vergütung der Pflegekräfte jetzt schon im höchsten Preissegment im Land Brandenburg. Die Kostenträger kalkulieren bei den Pflegesatzverhandlungen mit einer durchschnittlichen Vergütung der Pflegekräfte von 39.000 Euro. Im Seniorenzentrum liegt die durchschnittliche Vergütung der Pflegekräfte deutlich darüber. Eine Steigerung der Pflegesätze trägt ausschließlich der Kunde und der Sozialhilfeträger. Es besteht das Risiko, so Christian Heinrich-Jaschinski, dass sich die Pflegekunden ein günstigeres Pflegheim bzw. einen günstigeren Pflegedienst suchen. Damit sinkt die Pflegeheimauslastung. Es gibt schon heute keine Wartelisten in den Pflegeheimen mehr. Dies bedeutet weniger Heimbewohner und Kunden - auch weniger Arbeit und dadurch weniger Personal und gefährdet damit den Bestand der Seniorenzentrum "Albert Schweitzer" gGmbH. Die Forderungen von Ver.di gefährden somit unmittelbar den Bestand der Mitarbeiter der Seniorenzentrum "Albert Schweitzer" gGmbH.

Der Landrat wollte in den zurückliegenden Monaten mit dem Betriebsratsvorsitzenden die Situation erörtern und die Möglichkeiten in einem persönlichen Gespräch aufzeigen. Der freigestellte Betriebsratsvorsitzende befand sich in den Monaten Juni bis Ende August 2014 jedoch im Krankenstand, so dass die Unterredung nun erst nachgeholt werden kann.

Quelle: Pressestelle des Landkreis Elbe-Elster