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Sorben fordern Braunkohle-Ausstieg

Vertreter der sorbischen Minderheit fordern von Schweden Braunkohle-Ausstieg

Nebelschütz, 04.09.2014. Vertreter der sorbischen Minderheit in der Lausitz fordern in einen Brief an die schwedische Regierung einen Verzicht des Staatskonzerns Vattenfall auf neue Tagebaugebiete in der Lausitz. Zu den siebzehn Unterzeichnern gehören namhafte Vertreter aus Politik, Kirche und Kultur, darunter die Bürgermeister von Nebelschütz und Ralbitz-Rosenthal, Mitglieder des Bundesvorstandes der Domowina sowie des sorbischen Künstlerbundes.

"Eine Mehrheit der Sorben sieht die sorbische Sprache und Kultur bedroht durch eine weitere Zerstörung sorbischen Siedlungsgebiets durch den von Vattenfall betriebenen Braunkohlentagebau." sagt Thomas Zschornak, Bürgermeister von Nebelschütz und Initiator des Briefes. "Nur wenn Vattenfall auf die geplanten Abbau gebiete Welzow II und Nochten II verzichtet, werden die Klimaschutzbestrebungen des Staatskonzerns glaubwürdig. Nur so entsteht auch Planungssicherheit für einen nachhaltigen Strukturwandel in der Bergbauregion."

Die Verfasser des Briefes erinnern daran, dass die bedrohte sorbische Kultur und Sprache bereits unter dem jahrzehntelangen Raubbau besonders gelitten habe. Inzwischen könne die Energieversorgung aber anders als in früheren Jahrzehnten auch ohne die weitere Zerstörung sorbischen Kulturraumes gesichert werden. Die Braunkohleverstromung in der Lausitz widerspreche sowohl den Zielen der deutschen Energiewende als auch den Klimaschutzbestrebungen Schwedens.

Angesichts aufwändiger Imagekampagnen Vattenfalls für die Braunkohle bitten die Unterzeichner den schwedischen Staat zudem "eine weitere Beeinflussung politischer Prozesse in Deutschland durch Vattenfall zu unterbinden."

Hintergrund:

In der Lausitz strebt Vattenfall fünf zusätzliche Abbaugebiete an, um bis nach 2050 weiter im heutigen Umfang Braunkohle zu verstromen. Dafür müssten schon in den nächsten Jahren etwa 3.400 Menschen umgesiedelt werden. Der überwiegende Teil dieser Pläne betrifft das Siedlungsgebiet der Sorben. Im Süden Brandenburgs und im Osten Sachsens lebt die angestammte Minderheit der Sorben bzw. Wenden. Das kleinste slawischen Volk konnte seine Kultur und Sprache bis heute erhalten. Das sorbische Siedlungsgebiet steht unter dem Schutz der brandenburgischen und der sächsischen Landesverfassung. Dennoch hat bisher kein Gericht die Zerstörung jahrhundertealter Dörfer für Braunkohleabbau gestoppt. Die Domowina als Dachverband der Lausitzer Sorben positionierte sich in ihrer Bundesvorstandssitzung am 14. September 2013 für einen geregelten und geplanten mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohle im sorbischen Siedlungsgebiet.
Der Text des Briefes in deutsch und schwedisch sowie die Liste der Unterzeichner ist im Internet hier abrufbar: http://www.lausitzer-braunkohle.de/aktuell.php

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Tags:
Braunkohle, Sorben, Tagebau
Datum:
Donnerstag, 4. September 2014, 15:21 Uhr
Kommentare zu "Sorben fordern Braunkohle-Ausstieg"
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