Finsterwalde - Kjellberg hat Lob der Landesregierung nicht verdient!

IG Metall Wie in der Lausitzer Rundschau vom 13.08.2014 im Lokalteil zu lesen war, lobte unser Ministerpräsident Woidke "Unternehmen wie Kjellberg in Finsterwalde, die sogar über Tarif bezahlen würden". Das Empfinden der Beschäftigten ist ein gänzlich anderes, da erstens in drei der Gesellschaften gar kein Tarifvertrag existiert und zweitens es im gespaltenen ehemaligen gemeinsamen Betrieb seit zwei Jahren keine Entgelterhöhung gab. Daher ist das Lob der Landesregierung solange unangebracht, bevor nicht einige offene Baustellen abgearbeitet werden.

Heute existieren in der Kjellberg-Gruppe unterhalb einer Holding sieben einzelne Gesellschaften, die jeweils eigene Betriebsräte wählen mussten. Bei der KMF steht dies noch an. Durch den geplanten Umzug in die Baustahlmatte und ggf weitere Unternehmensänderungen wird dies neu zu diskutieren sein. Obwohl die gesamte Gruppe nach Wahrnehmung der IG Metall gemeinsam gesteuert wird sowie Gewinne und Verluste wechselseitig verrechnet werden, gibt es keine Bereitschaft der Arbeitgeberseite einheitliche Regelungen für alle Arbeitnehmer zu vereinbaren.

Seit dem 1. Juli 2013 werden keine Tarifsteigerungen in Höhe von ingesamt 5,6 Prozent, aus den in Bezug genommenen Flächentarifverträgen, an die Kjellberger weitergereicht. Damit fehlen den Beschäftigten jeden Monat 130 - 250 Euro. Dies hat auch Auswirkungen auf die Höhe von Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Schichtzulagen. Schon die Entgelterhöhung von 4,3 Prozent im Frühjahr 2012 wurde nur unter Vorbehalt gezahlt und ist damit jederzeit wiederrufbar. Dazu kommen aus Sicht der Betriebsräte vielfach zu niedrige Eingruppierungen, die bis jetzt nicht korrigiert wurden.

Zur Erinnerung:

Das im Rahmen des Betriebsüberganges auf KVG und KTP an die Mitarbeiter ausgereichte Schreiben erwähnt in Punkt 5 die Bereitschaft der Geschäftsführung auf die IG Metall zuzugehen. Wörtlich heißt es "Es ist beabsichtigt mit der IG Metall in Verhandlungen über den Abschluss eines Firmentarifvertrages zu treten." Ziel ist nach dieser Darstellung der Abschluss eines neuen Tarifvertrages und damit die Herstellung der Rechtssicherheit für den Betrieb und die Beschäftigten.

Quelle: PM IG Metall Cottbus / Südbrandenburg