Kohle killt Klima

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Klimaschützer/innen stellen sich dem Bagger entgegen

Jänschwalde, Brandenburg - Während der Anti-Kohle-Menschenkette am 23.08.2014 im Lausitzer Braunkohle-Revier betraten Aktivist_innen das Betriebsgelände von Vattenfall und entrollten vor dem Braunkohle-Bagger am Nordrand des Tagebaus "Jänschwalde" ein Banner mit der Aufschrift "Kohle killt Klima". Diese Aktion reiht sich in ein in die Vielzahl von bunten und kreativen Aktionen, die in der letzten Woche während des Klimacamps im Lausitzer Braunkohlerevier stattfanden. Sie protestierten damit gegen die geplante Erweiterung des Tagebaus und die unbeirrt weitergeführte Stromerzeugung aus Braunkohle durch den Vattenfall-Konzern.

"Braunkohleverstromung ist die mit Abstand klimaschädlichste Art der Stromerzeugung", so einer der Aktivist_innen, "die Energiekonzerne müssen davon abgehalten werden, auf Kosten der Menschen und der Umwelt Profit zu machen."

Um dies zu verhindern, sehen es die Aktivist_innen als legitim an, den Betrieb des Tagebaus zu stören und Privatgelände von Vattenfall zu betreten. Dazu eine der Aktivist_innen: "Die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland erlauben es Vattenfall, die Menschen vor Ort zu enteignen, die Natur zu zerstören und das Leben auf der gesamten Erde in Gefahr zu bringen. Sie verbieten es uns aber, effektive Maßnahmen zum Schutz der Menschen und des Klimas zu ergreifen. Wo solche Gesetze herrschen, wird das Übertreten dieser Gesetze zur moralischen Pflicht jedes Menschen!"

"Wir sind längst nicht mehr auf den Energieträger Braunkohle angewiesen, weil der Ausbau der Erneuerbaren rasch voranschreitet und wir schon längst überschüssigen Strom ins Ausland exportieren.", äußert sich ein anderer Aktivist.

Wie die taz berichtete, hat Deutschland im Jahr 2012 den größten Stromexportüberschuss seiner Geschichte erzielt. Das geht aus vorläufigen Daten der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hervor. Danach lag der Überschuss bei 23 Milliarden Kilowattstunden.

Nach Plänen des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall soll der neue Tagebau "Jänschwalde Nord" eine Fläche einnehmen, die etwa der Größe einer Stadt wie Leipzig mit einer halben Millionen Einwohnern entspricht. Für die Erweiterung müssten die Dörfer Kerkwitz, Grabko und Atterwasch abgerissen werden und es würden Millionen von Tonnen klimaschädliches CO2 ausgestoßen.

Quelle: Verein Lausitzcamp, Cottbus