Abbruch der ehemaligen Eisengießerei Curt Jahn GmbH in Bautzen

In wenigen Monaten ist die ehemalige Gießerei Curt Jahn an der Wilthener Straße in Bautzen Geschichte. Bei einer Anlaufberatung am 10. Juli wurden zunächst die Baustelleneinrichtung und ab dem 17. Juli der Beginn erster Entkernungsarbeiten festgelegt. Von diesem Moment an werden Montag bis Sonnabend zwischen 7.00 und 17.00 Uhr Fahrzeuge mit Abbruchmaterial das Areal in Richtung Wilthener Straße verlassen. Im Februar 2015 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Etwa 1870 wurde auf dem Standort eine Eisengießerei errichtet und bis 1992 betrieben. Nach der Insolvenz der ehemaligen Eisengießerei Curt Jahn GmbH wurde der Standort eine Industriebrache. Das Gelände wurde im Oktober 2012 versteigert. Die Stadt erhielt den Zuschlag für 9.000 €.

Die gesamte Fläche ist 19.796 m² groß. Folgende Maßnahmen sind geplant:

  • Rückbau der baulichen Anlagen auf dem Standort
  • Entsorgungsleistungen/Altlastbeseitigung
  • Herrichten der Geländeoberfläche
  • Maßnahmen zur Oberflächenentwässerung

Es gibt keine Archivunterlagen vom Betrieb. Nach Untersuchungen des Standortes wurde festgestellt, dass sich auf dem Gelände der ehemaligen Gießerei eine Kiesgrube befand mit deren Rückverfüllung im Nordteil bereits vor Baubeginn der Gießerei begonnen worden sein muss. Da die Tiefe der Kiesgrube im Zentrum mehr als 17 m und im Süden und Norden immer noch rund 9 m betrug, werden die Verfüllungen (Kiesgrubenverfüllungen sollen 1945 abgeschlossen worden sein) nicht beseitigt.

Der Rückbau erfolgt so, dass belastetes Material fachgerecht entsorgt wird. Bauschutt wird zur Verfüllung genutzt und im Abschluss entsteht eine begradigte Oberfläche. Um den Standort später wieder baulich nutzen zu können, wären weitere Maßnahmen erforderlich. Aktuell soll aber ausschließlich die Brache beseitigt werden. Die finanziellen Mittel reichen nicht für weitere Maßnahmen, z.B. die Herstellung einer intensiv nutzbaren Deckschicht. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 550.000 €. Die Maßnahme wird gefördert aus EFRE-Mitteln (ca. 400.000 €). Damit wird der Eigenanteil Stadt 155.000 Euro betragen. Eine genaue Bezifferung kann erst nach Abrechnung aller Kosten und Verwendungsnachweise bei den Bewilligungsbehörden erfolgen.

Aussagen zur künftigen Nutzung können nicht getroffen werden, da für alle Folgenutzungen nochmals Untersuchungen und weitere Aufwendungen hinsichtlich Baugrund und Entwässerung notwendig werden. Erst in Kenntnis dieser technischen Bedingungen und daraus resultierenden Kosten kann über eine machbare Nachnutzung künftig entschieden werden. Hauptanliegen aus Sicht der Stadt ist es zunächst jedoch, die desolate und städtebaulich sehr störende Brachfläche zu beräumen und somit den Weg für eine langfristig zu entscheidende Nachnutzung vorzubereiten.

Quelle: PM der Stadt Bautzen