Fazit zur Industriekonferenz 2014 in Cottbus

Brandenburgs Industrie auf Zukunftskurs

http://www.lausitz-branchen.de/medienarchiv/cms/upload/allgemein/brandenburg/logo_brandenburg.png Der direkte Austausch von Unternehmen mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung stand im Mittelpunkt der Industriekonferenz 2014, die vom Wirtschafts- und Europaministerium gemeinsam mit zahlreichen Partnern heute in Cottbus ausgerichtet wurde. Mehr als 200 Gäste, davon die Hälfte Unternehmer, informierten sich über praxisnahe Lösungen aus den Bereichen Fachkräftesicherung, Innovationsförderung sowie Energie- und Ressourceneffizienz. Ministerpräsident Dietmar Woidke und Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers eröffneten die Konferenz. Von den Sprechern der drei Brandenburger Industrie-Cluster Metall, Kunststoffe und Chemie sowie Ernährungswirtschaft nahmen sie die druckfrischen Masterpläne der jeweiligen Cluster entgegen.

Ministerpräsident Woidke sagte: "Unsere Industrie ist das Rückgrat für Wachstum und Wohlstand in Brandenburg. Ob Luft- und Raumfahrt, Energie und Logistik, Stahlproduktion oder Optik - die brandenburgische Industrie hat sich gut entwickelt. Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass die Industrie Impulse bekommt, um weiter zu wachsen, so dass neue Standorte eröffnet und bestehende erweitert werden." Woidke sieht insbesondere in der so genannten Industrie 4.0 eine große Chance für Brandenburg. Als leistungsstarker Industrie- und Forschungsstandort sei das Land geradezu prädestiniert, dieses Thema mitzugestalten. "Die Landesregierung unterstützt besonders kleine und mittelgroße Betriebe auf diesem Weg. So wird derzeit eine Machbarkeitsstudie mit sinnvollen Maßnahmen erstellt."

In diesem Zusammenhang plädierte Woidke dafür, die Auswirkungen für die Beschäftigten, deren Qualifikation und Bezahlung zu berücksichtigen. Denn auch die Industrie der Zukunft benötige Arbeiterinnen und Arbeiter. Woidke: "Wir wollen, dass sie weiterhin gute Arbeitsbedingungen in unserer Industrie vorfinden. Deshalb ist es unverzichtbar, dass die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt werden."

Minister Christoffers betonte: "Brandenburgs Industrie hat seit 2009 einen Umsatzzuwachs von 25 Prozent auf 25 Milliarden Euro im Jahr 2012 erreicht. 99.135 Menschen sind inzwischen in märkischen Industriebetrieben beschäftigt - ein Anstieg von nahezu zehn Prozent gegenüber 2009. Auch die Anzahl der Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten hat sich von 1.100 auf 1.200 erhöht. Gleichwohl stellen der anhaltende Strukturwandel, die Demografie, die technologische Entwicklung sowie das veränderte Marktumfeld die kleinen und mittleren Unternehmen vor großen Herausforderungen. Die Landesregierung hat dies bei der neuen Fokussierung der Förder- und Unterstützungsangebote berücksichtigt und setzt in der neuen EU-Förderperiode einen Schwerpunkt auf Forschung, Entwicklung und Innovation. Ziele sind, die industrielle Wertschöpfung durch eine verstärkte Innovationsorientierung ebenso wie durch Neuansiedlungen und Erweiterungsinvestitionen zu erhöhen. Außerdem bedarf es weiterer Anstrengungen zur Entwicklung von Fachkräften."

Der Dresdner Wirtschaftsforscher Prof. Dr. Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut in Dresden sagte in seinem Impulsreferat: "Brandenburg hat in den vergangenen Jahren deutliche Erfolge in der Reindustrialisierung erzielt." Rund 14 Prozent - einschließlich Bergbau und Energie sogar 20 Prozent - der gesamtwirtschaftlichen Leistung des Bundeslandes entfielen auf diesen Sektor; unter ostdeutschen Ländern habe nur Thüringen einen stärkeren Re-Industrialisierungsprozess erreichen können. Positiv hervorzuheben sei insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit des Bundeslandes, die deutlich höher sei als in den meisten anderen ostdeutschen Bundesländern. "Brandenburg ist auf einem guten Weg zurück zu einem erfolgreichen Industrieland", so Ragnitz.

Von den Besten lernen: Beispiele aus der Industrie-Praxis

In den Workshops der Industriekonferenz wurden Beispiele aus der Industrie-Praxis in Vorträgen und in einer begleitenden Ausstellung präsentiert.

Im Workshop "Fachkräftesicherung" stellten Betriebe und Unternehmensnetzwerke dar, wie das benötigte Fachpersonal selbst ausgebildet und gehalten werden kann und wie sich neue Kräfte auch aus anderen Regionen für Brandenburg gewinnen lassen. Zu den Handlungsfeldern zählen die Gewinnung, Bindung und die Entwicklung von Personal. Zudem wurde aufgezeigt, wie auch ein sozialpartnerschaftlicher Dialog den Prozess der Fachkräfteentwicklung positiv unterstützen kann.

Beispiel: Im "Netzwerk KMU - Gesundheitskompetenz für Unternehmen in Brandenburg" kooperieren 43 Betriebe. Der Drehgestellhersteller TransTec Vetschau hat mit Hilfe des Netzwerks eine Befragung unter den 140 Beschäftigten zu den gesundheitlichen Arbeitsbelastungen durchgeführt. Dem schließt sich in diesem Jahr ein mit der Unternehmensleitung erarbeiteter Maßnahmenkatalog an.

Der Workshop "Innovation" rückte Projektideen zur Erneuerung und Modernisierung in allen industriellen Wertschöpfungsketten in den Fokus: Von der Entwicklung neuer Produkte, mit denen weitere Märkte erschlossen werden, über die Verbesserung von Herstellungsprozessen bis hin zu Innovationen in Vertrieb und Marketing. Gerade klein- und mittelständische Unternehmen, die über keine eigenen Entwicklungskapazitäten verfügen, können ihren Innovationsbedarf gut durch die regionalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen decken.

Beispiel: Im Netzwerk "SIPLOG - Sicherheit in der Logistikkette mit IKT-Systemen in der Pharmabranche" haben sich unter Koordinierung durch das Logistiknetz Berlin-Brandenburg (LNBB) 14 Partner aus der Pharmaindustrie, dem Pharmahandel, der Sicherheitsbranche, der Hard- und Softwareentwicklung, der Logistik und der Forschung zusammengeschlossen. Ein beteiligtes Unternehmen aus Brandenburg ist die Firma UNITAX-Pharmalogistik, die in Schönefeld ein großes Logistikzentrum für empfindliche medizinische Güter errichtet hat.

Nachhaltiges Wirtschaften mit messbarem Mehrwert für die Unternehmen stand im Mittelpunkt des Workshops "Rohstoff- und Energieeffizienz". Vorgestellt wurden neue Technologien zur klimaverträglichen Energieerzeugung und -speicherung sowie zur Emissionsreduzierung.

Beispiel: Die ReMetall Drochow GmbH mit Sitz im Landkreis Oberspreewald-Lausitz schließt die Stoffkreisläufe für wertvolle Edelmetalle. Das Unternehmen sammelt weltweit Altkatalysatoren ein, verarbeitet diese mechanisch und ermittelt die Edelmetallgehalte. Danach erfolgt derzeit ein Verkauf der Materialien an Refiner. Die eigene pyrometallurgische Rückgewinnung eines Edelmetallkonzentrats befindet sich kurz vor Inbetriebnahme.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg