Kein Welterbe-Titel für Görlitz

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Görlitz bekommt vorerst keinen Platz auf der Vorschlagsliste für den Welterbe-Titel

Der Sprung auf die Tentativliste ist Görlitz noch nicht geglückt

Die Kultusministerkonferenz der Länder hat entschieden - Görlitz bekommt vorerst keinen Platz auf der deutschen Vorschlagsliste für den Welterbe-Titel. Ein Vertreter des Sächsischen Innenministeriums überbrachte dem derzeit im Urlaub befindlichen Oberbürgermeister Siegfried Deinege gestern telefonisch die überraschende Nachricht. Keiner der drei aus Sachsen nominierten Bewerber konnte die Expertenkommission davon überzeugen, dass eine Aufnahme auf die Tentativliste zum jetzigen Zeitpunkt gerechtfertigt wäre. Eine Ausnahme ist Schloss Hartenfels mit der Schlosskapelle Torgau, die als gemeinsamer sächsisch/sachsen-anhaltinischer Antrag bereits 2017 in das Welterbe "Luthergedenkstätten" aufgenommen wird.

Wie das Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst am Donnerstagnachmittag über eine Pressemeldung mitteilte, empfiehlt die Kultusministerkonferenz Görlitz, die Forschung zu den Görlitzer Hallenhäusern zu intensivieren. Ein nächster Anlauf für die Aufnahme auf die Tentativliste wäre dann 2016 möglich.
"Natürlich wissen wir, dass das Görlitzer Hallenhaus noch weitgehend unerforscht ist. Während des mehrstündigen Gespräches mit der Expertenkommission im Januar haben wir aber an den intensiven Nachfragen und dem großen Interesse der Juroren gemerkt, dass dieser Haustyp ein spannendes Thema für die Fachwelt ist", sagt Baubürgermeister Michael Wieler. "Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass das Görlitzer Hallenhaus Welterbepotential besitzt und sind deshalb sehr gespannt auf das angekündigte Gespräch zur Auswertung des Berichtes des Fachbeirates."

Erst wenn klar ist, welche Themen näher beleuchtet und welche Fragen beantwortet werden müssen, können nächste Schritte für einen erneuten Anlauf zu einer Bewerbung mit vertieften Forschungsergebnissen geplant werden. "Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Entscheidung schon im Juni fällt", erklärt Wieler. "Als nächsten Schritt hatten wir ein Welterbesymposium im Oktober geplant, bei dem sowohl Fachleuten als auch der Görlitzer Bevölkerung unsere Bewerbung vorgestellt wird. Wir wollten mit Experten aus dem In- und Ausland über unser Bewerbungsthema und die Bedeutung eines Welterbetitels für unsere Stadt ins Gespräch kommen und uns so auf die im Spätherbst erwartete Entscheidung der Kultusministerkonferenz vorbereiten." Ob und in welcher Form dieses Symposium nun stattfinden wird, wird in den kommenden Tagen entschieden.

Hintergrund zur Bewerbung:

Das Antragsverfahren zur Aufnahme in die deutsche Vorschlagsliste läuft seit 2010. Auf Empfehlung der Sächsischen Landesregierung wurde die ursprüngliche Bewerbung, die sowohl die Altstadt als auch die Gründerzeitquartiere beinhaltete, geändert. Neues Bewerbungsthema wurde das Görlitzer Hallenhaus an der Via Regia. Im Januar dieses Jahres besuchte eine von der Kultusministerkonferenz eingesetzte Expertenkommission die Stadt, um sich vor Ort ein Bild von den der Bewerbung zu Grunde liegenden Hallenhäusern zu machen.

Quelle: PM der Stadtverwaltung Görlitz