Metalloobrabotka - Sachsens Maschinenbauer setzen weiter auf Russland

Allerhöchste Genauigkeit - Präzisions-Bohr- und Fräsmaschine von Mikromat

Sächsische Maschinenbau-Unternehmen auf der russische Industriemesse "Metalloobrabotka"

Die "Metallo", wie die jährlich stattfindende russische Industriemesse von Kennern gern genannt wird, kann als Seismograph der Branche gelten. Insofern ist es ein gutes Zeichen, dass auch in einem wirtschaftspolitisch angespannten Umfeld 18 sächsische Maschinenbau-Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf der Messe vertreten sind. Vom 16. bis 20. Juni präsentieren sich 15 von ihnen auf dem "Sachsen live" -Gemeinschaftsstand, den die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) unter Mitwirkung von VEMASinnovativ bereits zum achten Mal organisiert. Drei Aussteller sind mit einem Einzelstand vor Ort. Zum ersten Mal auf dem "Sachsen live" - Gemeinschaftsstand in Moskau dabei sind u.a. die DeSonic GmbH aus Lichtenau, die RASOMA GmbH aus Döbeln sowie die zur ERMAFA GmbH gehörende Auerbach Maschinenfabrik.

"Diese Kontinuität ist wichtig", erklärt Peter Nothnagel, WFS-Geschäftsführer. "Die sächsischen Maschinenbauer sind inzwischen eine feste Größe auf dem russischen Markt und wenn wir den Platz freiwillig räumen, dann springt ein anderer in diese Lücke".
Allein im Jahr 2013 wurden Maschinen und Anlagen im Wert von 327 Millionen Euro nach Russland geliefert. Sachsens Maschinenbau macht damit rund ein Viertel (24,4%) des sächsischen Gesamtexportvolumens (1,34 Mrd. Euro) nach Russland aus. Um dieses Volumen zu halten, müssen die Maschinenbauunternehmen um jeden Auftrag kämpfen. "Diese Zahlen und die Resonanz auf unsere Projekte zeigen: Russland ist und bleibt für sächsische Firmen ein wichtiger Auslandsmarkt. Nahezu 90 sächsische Unternehmen und Forschungseinrichtungen hat die WFS im vergangenen Jahr nach Russland begleitet, darunter viele Maschinenbauer", so Nothnagel weiter.

Die Modernisierung der russischen Industrie ist noch lange nicht abgeschlossen. Der Investitionsbedarf im Produktions- und Verarbeitungssektor ist nach wie vor sehr hoch. Eine Maschine, die 20 Jahre und älter ist, erfüllt nicht die Ansprüche in Sachen Energieeffizienz und Präzision, die zum heutigen Standard gehören. Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der russischen Wirtschaft, insbesondere der wichtigen Industriezweige Metallverarbeitung, Automobil- und Fahrzeugproduktion sowie Eisenbahn- und Flugzeugbau, hängt auch von einer weiteren Modernisierung ab. Dies eröffnet gute Chancen für die sächsischen Maschinenbauer.

Einer von diesen ist die Mikromat GmbH aus Dresden, die bereits Erfahrungen im Russlandgeschäft hat. Der Spezialist für Präzisionsmaschinen wird erstmals eine komplette 5-achsige Präzisions-Bohr- und Fräsmaschine Maschine auf der Metalloobrabotka zeigen, die verschiedene Materialien auf wenige 1000stel Millimeter genau bearbeiten kann. Nach der Messe wird dieses "Wunderwerk der Technik" an den russischen Kunden ENIMS-Lab ausgeliefert. Zum Einsatz kommt die Maschine zusammen mit anderen Anlagen in einem neuen Technologiezentrum in Moskau. Hier arbeiten russische Forscher und Maschinenbauexperten in einem gemeinsamen Projekt mit deutschen Partnern daran, die Wertschöpfungskette des russischen Maschinenbaus nachhaltig auszubauen und zu erweitern. Dazu vertrauen die russischen Partner vom "International Science and Technology Center" auf das technisch-technologische Know-how der Dresdener Maschinenbauer und der Spezialisten vom Fraunhofer-IWU in Chemnitz.

Ein Highlight auf der Metalloobrabotka wird die Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit von NILES-SIMMONS-HEGENSCHEIDT (NSH) mit der russischen Firma Stankoprom sein, die am 17. Juni unterschrieben wird. Der sächsische Maschinenbauer strebt diese Kooperation gezielt an, um seine Aktivitäten in Russland deutlich zu forcieren. Mit dieser strategischen Ausrichtung eröffnen sich für die NSH Gruppe vollkommen neue Möglichkeiten, direkt für den russischen Markt zu produzieren sowie Vertriebs- und Serviceaktivitäten auszuweiten.

Weitere Informationen: http://www.invest-in-saxony.de/metalloobrabotka

Hintergrund

Die "Metalloobrabotka" gibt es seit 1984. Im Jahr 2013 zeigten 1.105 Aussteller aus 40 Nationen ihre Produkte und Dienstleistungen auf 39.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Es kamen 50.000 Besucher.

Quelle: WFS - Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH