Nachhaltiges Planen und Bauen in Brandenburg

Brandenburger Architekten und Ingenieure wollen nachhaltig planen und bauen

Bauministerium Brandenburg initiiert gemeinsames Netzwerk

Nachhaltiges Planen und Bauen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gemeinsam wollen Bauministerium, Architektenkammer und Ingenieurkammer ihre Zusammenarbeit verstärken. Mit dem Netzwerk "Nachhaltiges Planen und Bauen in Brandenburg" soll das Thema fester Bestandteil des Bauens im Land werden und Erfahrungen allen Bautätigen zugänglich gemacht werden. Es gilt, Umwelt und Ressourcen weitgehend zu schonen, aber auch wirtschaftlich vertretbare und sozial verträgliche Lösungen zu finden.

Baustaatssekretärin Kathrin Schneider: "Nachhaltiges Bauen heißt nicht nur die Investitionen für ein Bauwerk zu betrachten sondern auch die Kosten für Betrieb und Unterhaltung mit einzubeziehen. Ökologische, ökonomische und sozio-kulturelle Aspekte sollen von der Planung bis zum Bau Berücksichtigung finden. Mit der nun verabredeten Kooperation wird die bereits gute Zusammenarbeit gestärkt. Damit wollen wir eine Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie des Landes leisten."
Bernhard Schuster, Präsident der Architektenkammer, betont: "Rund 80 Prozent der Gesamtkosten im sogenannten Lebenszyklus eines Gebäudes entfallen auf den Betrieb und auf die Instandhaltung. Da lohnt es schon, bereits bei der Standortsuche auf die zu nutzende Infrastruktur zu achten, bei der Planung auf eine optimale Nutzbarkeit der Flächen und beim Bau auf eine energiesparende Konstruktion und eine verträgliche Rückbaubarkeit zu achten."

Matthias Krebs, Präsident der Ingenieurkammer, ergänzt: "Mit einer nachhaltigen Entwicklung wird das Fundament für die Handlungsperspektiven künftiger Generationen gelegt. Architekten und Ingenieure leisten hierfür einen wichtigen Beitrag. Wichtig ist, dass alle an Planung und Bau Beteiligten gut zusammenarbeiten.
Ziel nachhaltigen Planens und Bauens ist, die Versiegelung von Flächen sowie den Energie- und Ressourcenverbrauch von Gebäuden zu minimieren. Nachhaltiges Bauen bedeutet nicht nur, dass der Energieverbrauch reduziert werden soll. Ein wichtiges Ziel ist gleichermaßen, den Gesundheitsschutz der Bewohnerinnen und Bewohner in besonderer Weise zu berücksichtigen. Dabei sollen Gebäude auch zukünftigen Generationen eine flexible Weiternutzung ermöglichen und keine Entsorgungsprobleme hinterlassen. Das heißt, die Stoffkreisläufe sollen so konzipiert sein, dass ein möglichst geringer Ressourcenverbrauch entsteht und es sollen möglichst natürliche, regionale und recyclingfähige Produkte verwendet werden.

Wichtigstes Kriterium bei Bauprojekten sind bisher fast ausschließlich die Investitionskosten. Beim Nachhaltigen Planen und Bauen sollen auch Kosten für die Unterhaltung einbezogen werden. Erst wenn ein Gebäude auch in der Unterhaltung günstig ist, hat sich die Investition gelohnt. Viele ökologische Bauweisen, die zunächst zu höheren Investitionskosten führen, wirken sich in der Unterhaltung positiv aus. Gebäude nachhaltig zu gestalten, ist eine der großen Zukunftsaufgaben unseres Landes. Das betrifft die Städte ebenso wie die ländlichen Räume.

Das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft will hier gemeinsam mit Architektenkammer und Ingenieurkammer Anregungen geben und gute Beispiele vorstellen. Mit der unterzeichneten Kooperation verständigen sich die Kooperationspartner, die bereits begonnene erfolgreiche Zusammenarbeit zum Nachhaltigen Planen und Bauen fortzusetzen und beabsichtigen damit, das Thema Nachhaltigkeit stärker als bisher in den Fokus der Planung und Bauausführung zu bringen. Kern der Kooperation ist die Durchführung von Fachveranstaltungen. Die Ergebnisse werden auch für private und öffentliche Bauherren von Interesse sein.

Das MIL wird hierüber auf der Homepage unter http://www.mil.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.358042.de berichten.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
Brandenburg