Dahme-Spreewald engagiert für die Umwelt

Umweltpreisverleihung des Landkreises Dahme-Spreewald

Anlässlich des Weltumwelttages vergaben Landrat Stephan Loge und die Vorsitzende des Kreistages Uta Tölpe am 5. Juni 2014im Rahmen einer Feierstunde im Landratsamt in Lübben den mit 2.600 Euro dotierten Umweltpreis des Landkreises Dahme-Spreewald. Gewürdigt wurden herausragende ehrenamtliche Leistungen und wissenschaftliche Arbeiten im Umwelt- und Naturschutz und in der Landschaftspflege. Bernd Ludwig vom NABU-Regionalverband Königs Wusterhausen, Heimatkundler Hans-Joachim Sommerfeld aus Teupitz und eine Schülergruppe der Gesamtschule "Paul Dessau" aus Zeuthen teilen sich das Preisgeld.

Insgesamt gingen 10 Bewerbungen für den diesjährigen Umweltpreis ein.

Die Anliegen für die eingereichten Vorschläge waren vielfältig. Sie reichten von neuen Ideen zur Energiespeicherung über das Betreiben einer Igel-Rettungsstation bis zu Lösungsvorschlägen im Kampf gegen die Verockerung der Spree. Die meisten eingereichten Vorschläge wurden mit außergewöhnlichen und langjährigen Leistungen für den regionalen Natur- und Umweltschutz begründet.

Auf Empfehlung einer Fachjury hat der Kreisausschuss beschlossen, drei besonders hervorzuhebende Engagements für die Umwelt im Landkreis auszuzeichnen.

1.300 Euro erhielt Bernd Ludwig aus Rangsdorf. Er gehört zu den dienstältesten aktiven Mitgliedern des NABU, Regionalverband Königs Wusterhausen. Der Ornithologe hat sein Hauptbetätigungsfeld im Raum Königs Wusterhausen, Mittenwalde, Ragow und Brusendorf.
Hier arbeitet er seit vielen Jahrzehnten als ehrenamtlicher Storchenhorstbetreuer. Darüber hinaus unterstützt er als Mitglied des Naturschutzbeirates des Landkreises die untere Naturschutzbehörde mit seinem Wissen und seiner Ortskenntnis.
Hervorzuheben sind seine Bemühungen um den Erhalt der ehemaligen Rieselfelder bei Ragow / Deutsch Wusterhausen und bei Brusendorf / Boddinsfelde. Diese Bereiche haben nach der "Außerbetriebnahme" der Abwasserentsorgung weiterhin große Bedeutung für die Vogelwelt, besonders für Wiesenbrüter bzw. Vogelarten des Offenlandes erlangt. So konnten unter Anleitung von Bernd Ludwig durch mehrere Ornithologen über siebzig Nachweise zum Wachtelkönig im Bereich der Rieselfelder geführt werden. Allein diese Zahl verdeutlicht den Wert der Rieselfelder aus Sicht des Artenschutzes. Die Ergebnisse seiner Erfassungsarbeiten sowie die Schutzwürdigkeit der Rieselfelder vertritt Bernd Ludwig auch öffentlichkeitswirksam.
Mit seinem fundierten Fachwissen hat er zur Meinungsbildung und zu ökologischem Denken beigetragen.

Für sein jahrzehntelanges Wirken für den Naturschutz und die Heimatkunde in der Region des Schenkenländchens und im Naturpark Dahme-Heideseen wurde Hans Joachim Sommerfeld aus Teupitz mit 800 Euro geehrt. Als Leiter der Oberförsterei "Dahmeland" setzte er sich von 1961 bis 1995 für einen nachhaltigen, verantwortungsbewussten Waldbau ein. In seinem gesamten Wirken spielte der Naturschutz immer eine besondere Rolle.
Bereits in den Anfangsjahren seiner beruflichen Tätigkeit verfasste er einen Beitrag über die Bedeutung der heimischen Singvögel. Er veranlasste mit dem damaligen Kreisnaturschutzbeauftragten die Unterschutzstellung des Replinchener Sees im Massower Forst mit Umfeld als Landschaftsschutzgebiet. Trotz der Anforderungen der planmäßigen DDR-Forstwirtschaft an die Holzproduktion schaffte er es, wertvolle Waldgebiete zu erhalten und zu entwickeln. Viele dieser Gebiete sind heute Naturschutzgebiete mit schönen Naturlehrpfaden und Naturwanderwegen, so zum Beispiel die Radeberge, der Briesensee mit Klingespring und der Tonowsee. Als Mitbegründer der Landesgruppe Brandenburg der Arbeitsgemeinschaft "Naturgemäße Waldwirtschaft" setzte sich Joachim Sommerfeld maßgeblich für die Ausweisung naturbelassener Wiederbewaldungsflächen ein. Nach seiner aktiven Dienstzeit veröffentlichte er verschiedene regionalgeschichtliche Beiträge, die sich mit den Steinen und den Bäumen in unseren Wäldern befassen.

Über 500 Euro konnte sich eine Schülergruppe der musikbetonten Gesamtschule "Paul Dessau" aus Zeuthen freuen.
Mit Ihrem Wettbewerbsbeitrag "Verockerung - nach der Kohle kommt das Eisen" haben die Schüler fundierte Vorschläge unterbreitet, um die Wasserqualität in Gewässern zu verbessern, die als Folge des Braunkohleabbaus zunehmend mit Eisenoxid und Schwefel belastet sind.
Betroffen ist zum Beispiel der Schlabendorfer See und Vorfluter an Berste, Wuderitz und Lorenzgraben. Zu den in der schülerarbeit angebotenen Lösungsvorschlägen zur Minderung von Eisen im Wasser gehören Zentrifugen, Labyrinth-Absetzbecken, in der Abwassertechnik auch Schikane genannt, und Hydrozyklone. Der Aspekt der Verwendung von Magnetismus zur besseren Ausflockung hat in diesem Zusammenhang echten Innovationscharakter.
Auch der Aufbau eines einfach handhabbaren Schnelltests und der Aufbau eines Netzwerkes, in welchem beispielsweise andere Schüler an anderen Orten diese Schnelltests durchführen und die Ergebnisse von der Schülergruppe gesammelt werden, sind als besondere Leistungen im Bereich des Umweltschutzes zu werten.

Nach Einschätzung der Jury ist der ökologische Wert des Schülerbeitrages bemerkenswert. Die Maßnahmen bilden ein Puzzlestein in den erheblichen gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Umweltsituation im Lausitzer Raum und eben auch im Landkreis.

Landrat Stephan Loge dankte allen anwesenden Naturliebhabern und Umweltschützern für ihr herausragendes Engagement und ermutigte zum Weitermachen.

Quelle: PM des Landkreises Dahme-Spreewald