1. Berlin-Brandenburger Waldarbeitsmeisterschaften

1. Berlin-Brandenburger Waldarbeitsmeisterschaften

Wo gehobelt wird und die Späne fallen bei den 1. Berlin-Brandenburger Waldarbeitsmeisterschaften

Zum Rahmenprogramm der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung BraLa auf dem Gelände des Märkischen Ausstellungs und Freizeitzentrums (MAFZ) im havelländischen Paaren/Glien gehört in diesem Jahr die 1. Berlin-Brandenburger Waldarbeitsmeisterschaft. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg sucht mit den Kollegen der Berliner Forstverwaltung die besten Holzfäller der Region. Nach den bislang auf der BraLa ausgerichteten, rein brandenburgischen Meisterschaften sind nun die Berliner bei der Organisation noch aktiver dabei. Damit wird die BraLa auch im Forstbereich ihrer Rolle als publikumsstärkste, erfolgreichste Agrarmesse der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg besser gerecht.

Am 30. Mai ab 11.00 Uhr startet der Wettbewerb zunächst mit der Disziplin Zielfällung in der Landeswaldoberförsterei Alt Ruppin, Revier Pfefferteich. Die Anreise erfolgt ab 8.30 Uhr an die Waldarbeitsschule Kunsterspring. Von dort wird gemeinsam in das Revier gefahren.

Am 31. Mai folgen ab 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr die Ausscheide auf dem Gelände des Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrums. in den Kategorien Kettenwechsel, Kombinationsschnitt, Präzisionsschnitt sowie Entasten.

Als Teilnehmer haben sich 60 Motorsägenführer in vier Klassen angemeldet. Neben den Waldarbeitern aus Berlin und Brandenburg, welche in der Landesklasse starten, beteiligen sich Auszubildende der Waldarbeitsschule Kunsterspring in der Jugendklasse (U 24). Die Gästeklasse mit Forstwirten, Forstwirtschaftsmeistern und Jugendlichen aus ganz Deutschland und dem Ausland machen das Teilnehmerfeld komplett.

Bei der Einzeldisziplin Zielfällung sind Präzision und Schnelligkeit beim Baumfällen gefragt. Dabei fällt jeder Starter eine märkische Kiefer in der Ruppiner Heide. Diese Stämme werden später zu Balken und Brettern verarbeitet.

Der gesamte Wettstreit, auch in den weiteren vier Disziplinen Kettenwechsel, Kombinationsschnitt, Präzisionsschnitt und Entasten wird durch erfahrene Schiedsrichter bewertet. Am 31. Mai ab 17.00 Uhr werden die Sieger in den vier Wertungsklassen gekürt.

Neben der Waldarbeitsmeisterschaft bietet der Landesbetrieb Forst Brandenburg an seinem Stand in der Brandenburghalle Informationen zur Waldbewirtschaftung, zu Förderprogrammen für Waldbesitzer, zum Waldschutz, zum Verhalten im Wald, zu Jagdmöglichkeiten im Betrieb. Eine der jüngsten Publikationen beschäftigt sich mit den alten Forstberufen, von denen einige heute schon Geschichte sind beziehungsweise unter anderem Vorzeichen und mit verändertem Tätigkeitsprofil weiter betrieben werden.

Mitarbeiter der Oberförsterei Milmersdorf bieten ein buntes Programm mit Wettbewerben und Wissenstests für Kinder aller Altersstufen an.

Die 1. Berlin-Brandenburgischen Waldarbeitsmeisterschaften werden unter der Federführung der Waldarbeitsschule Kunsterspring ausgerichtet. Die Auszubildenden der Forstwirtschaft besuchen die Schule zur betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildung. Hauptausbildungsbetrieb im Land Brandenburg ist der Landesbetrieb Forst mit 30 Auszubildenden jährlich. Zur Zeit erlernen 100 Auszubildende in 3 Ausbildungsjahren den Beruf des Forstwirtes im Land Brandenburg. Etwa 5 Auszubildende aus dem kommunalen und privaten Bereich kommen noch hinzu.

Die vielfältigen Tätigkeiten eines Forstwirts sind nicht nur für "starke Männer", sondern auch für Frauen geeignet. Ca. 10 % der Auszubildenden im Forstbereich sind junge Frauen. Einst als Holzknechte verpönt sind Waldarbeiter heutzutage hochqualifizierte Fachkräfte, die mit moderner Technik umgehen. Die Ausbildung zum Forstwirt ist in einen praktischen und einen theoretischen Teil gegliedert. Die praktische Ausbildung findet an der Waldarbeitsschule Kunsterspring sowie den Ausbildungsstätten des Landesbetriebes Forst Brandenburg und in den kommunalen und privaten Betrieben statt. Die theoretische Ausbildung erfolgt im Rahmen der Berufsschulbildung am Oberstufenzentrum Neuruppin. Bei aller Technik und Digitalisierung steht aber auch hier das Erlernen des Handwerks mit Axt und Säge am Anfang.

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg zählt derzeit 1.733 aktive Beschäftigte, davon 791 Forstwirte und Forstwirtinnen. Von diesen Gesamtzahlen arbeiten in Brandenburgs Wäldern 1,38 Waldarbeiter auf 1.000 Hektar Landeswald bzw. 0,21 Waldarbeiter auf 1.000 Hektar Gesamtwald. In den Berliner Forsten arbeiten 2,3 Waldarbeiter auf 1.000 Hektar Waldfläche.

Das Land Brandenburg verfügt über 1,1 Millionen Hektar Waldfläche, das entspricht 37% der Landesfläche. Die Berliner Forsten verfügen über insgesamt 28.500 Hektar Waldfläche, wovon im innerstädtischen Bereich 16.000 Hektar liegen. Das entspricht einem Anteil von 18% der Stadtfläche.

Wer sich für die Berufsausbildung zum Forstwirt interessiert, kann sich für das neue Ausbildungsjahr bis Ende Februar 2015 bewerben. Wegen des noch bestehenden Personalüberhanges ist es dem Landesbetrieb Forst Brandenburg derzeit nicht möglich, unbefristete Einstellungen vorzunehmen.

Weitere Informationen unter: www.forst.brandenburg.de

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg