Betriebsbesuch bei der Agrargenossenschaft Frankena

Mehrere Standbeine sichern Zukunft der Agrargenossenschaft Frankena

Rundgang durch die Genossenschaft in Frankena wie hier bei den Mastbullen Die Agrar- und Ernährungswirtschaft ist ein wichtiger Arbeitgeber im ländlichen Raum. Die Landwirtschaft im Landkreis Elbe-Elster hat sich als flexibel erwiesen, erfolgreich gewandelt und stets neue Chancen genutzt.

So auch die Agrargenossenschaft in Frankena. Ihr galt am 16. Mai der traditionelle Betriebsbesuch von Landräten zusammen mit Kreistagsabgeordneten und Mitarbeitern der Kreisverwaltung. Eingeladen zu der mittlerweile 25. Zusammenkunft hatte erneut die gemeinsame Kreistagsfraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft Landwirtschaft, Umwelt und Natur und Listenvereinigung Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegung/50 Plus (LUN/BVB/50plus). In der Diskussion machte Geschäftsführer Axel Schulze deutlich, dass die Agrargenossenschaft Frankena eG auf soliden Füßen stehe, auch wenn es einige Sorgenkinder gibt. Während des Gespräches mit den Kommunalpolitikers als auch während der Führung durch die Ställe der Mutterkuhhaltung, der Bullenmast und der integrierten Saatgut GmbH, präsentierte Axel Schulze seine Agrargenossenschaft als modernen landwirtschaftlichen Betrieb, der mit der Zeit geht und die Entwicklung der Branche im Auge behält und Produktionsabläufe darauf einstellt. Hervorgegangen ist die Genossenschaft mit 34 Mitgliedern aus der ehemaligen LPG Sonnewalde. Heute bewirtschaftet der Landwirtschaftsbetrieb mit seinen 30 Mitarbeitern und drei Auszubildenden rund 1.140 Hektar an Fläche und betreibt eine Viehwirtschaft mit über 1.120 Rindern, darunter 330 Milchkühe, 150 Mastbullen. "Wir können wirtschaftlich produzieren, auch wenn die Preise bei Milch wieder auf Sinkflug sind", äußerte sich Axel Schulze zuversichtlich. Das Tier- und Pflanzenproduktion vereint wurden, die Saatgutherstellung und deren Verkauf hauptsächlich in Südbrandenburg gut läuft und Photovoltaikanlagen als weiteres Standbein dazu kamen, sichert dem Betrieb finanziellen Rückhalt für die Zukunft. Ausdrücklich lobte er das Ausbildungsnetzwerk Elbe-Elster bei dem auch Spät- und Quereinsteiger in die Landwirtschaft eine Ausbildung oder Studium zur Fachkraft Agrarservice absolvieren können. Nicht sehr glücklich, aber dennoch optimistisch ist er bei der derzeit größten Investition, dem Neubau einer Biogasanlage für rund 2,2 Millionen Euro. Die Änderung des EEG, des Energie-Einspeisungsgesetzes soll in der Einspeisungsvergütung noch in diesem Jahr um knapp die Hälfte auf 45 % gesenkt werden. Damit ist für Axel Schulze die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben. "11 oder 12 Cent pro Kilowattstunde sind einfach zu wenig".

Dank mehrerer Standbeine in Goßmar, Sonnewalde, Werenzhain und Frankena wäre der Betrieb insgesamt aber nicht gefährdet, doch die Biogasanlage würde durch die halbierte Einspeisevergütung zur Null-Nummer, wenn nicht sogar in den Minus-Bereich fahren. Bis 1. August soll die Anlage fertig sein, damit man noch in den Genuss der alten Förderung kommt. Deshalb wird verstärkt mit Hochdruck an der Fertigstellung gearbeitet.

Quelle: PM des Landkreises Elbe-Elster