Deutsch-Polnischer Logistiktag

Deutsch-Polnischer Logistiktag "Infrastruktur - Wege für morgen" in Erkner

Berlin-Brandenburg Logistikland in der Mitte Europas

Brandenburgs Infrastrukturstaatssekretärin Kathrin Schneider eröffnet morgen (15. Mai) auf Einladung der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg den Deutsch-Polnischen Logistiktag in Erkner. Das eintägige Branchenforum, das in dieser Form schon seit 1998 stattfindet, wendet sich an Spediteure, Transportunternehmer, Dienstleister für das Verkehrsgewerbe und Verbände. Die Veranstaltung steht in diesem Jahr unter dem Motto "Infrastruktur - Wege für morgen".

"Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg hat als Logistikland viel zu bieten - eine hervorragende Infrastruktur, kompetente Logistikdienstleister und jede Menge logistisches Know-how", unterstreicht Schneider: "Die Logistikbranche in der Hauptstadtregion wächst seit Jahren. Von der zentralen Lage in Europa profitieren ostdeutsche und westpolnische Wirtschaftszentren gemeinsam."

"Gute grenzüberschreitende Verkehrsverbindungen sind ein entscheidender Faktor, um die regionalen Potenziale besser zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken", so die Staatssekretärin weiter: "Auch wenn die Wunschlisten immer größer als die Möglichkeiten sind, konnten gerade in der laufenden Legislaturperiode im Land wichtige Projekte zum Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vorangebracht werden.

Schneider: "Brandenburg ist heute ein Kreuzungspunkt wirtschaftlicher Verkehre von Ost nach West, aber auch von der Ostsee bis zur Adria. Die Hauptstadtregion ist damit von der ehemaligen Randregion eines transeuropäischen Korridors zu einem Knoten im europäischen Netz geworden."

Berlin-Brandenburg - die neue logistische Mitte Europas

Im Dezember 2013 haben das Europäische Parlament und der Europäische Rat ein Transeuropäisches Verkehrsnetz (TEN) mit neun Hauptverkehrskorridoren festgelegt. Die Region Brandenburg-Berlin bildet den zentralen Knoten der drei europäischen TEN-T-Kernnetzkorridore North Sea-Baltic Corridor (Rotterdam - Berlin - Kaunas), Scandinavian-Mediterranean Corridor (Skandinavien - Südeuropa) sowie Orient/East-Med Corridor (Skandinavien - Südosteuropa; Richtung Prag, Wien, Budapest, Bukarest).

Ebenfalls im Dezember 2013 haben das Europäische Parlament und der Rat die Schaffung der Fazilität "Connecting Europe" (kurz CEF) beschlossen. Mit über 26 Milliarden Euro sollen in den Jahren 2014 bis 2020 die Ziele des TEN-Verbunds unterstützt werden. Gefördert werden dabei sowohl der Ausbau der Infrastruktur selbst als auch neue Entwicklungen, die dazu beitragen, die vorhandene Infrastruktur effektiver zu nutzen.

Beispiel Eisenbahn

Der deutsch-polnische Staatsvertrag zum Ausbau der Eisenbahnstrecke Berlin - Stettin wurde am 20. Dezember 2012 unterzeichnet. Allerdings wird die Fertigstellung der Strecke auf deutscher Seite erst für 2020 geplant. Sowohl das Land Brandenburg als auch die Wojewodschaft Westpommern fordern einen früheren Realisierungszeitpunkt.

Auf der Eisenbahnstrecke Berlin - Dresden ist die Inbetriebnahme des Abschnitts Wünsdorf - Elsterwerda mit einer Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde (später 200 Kilometer pro Stunde) nach gegenwärtigen Aussagen der Deutschen Bahn für 2017/2018 vorgesehen.

In Richtung Rostock ist die Strecke auf Brandenburger Gebiet weitgehend für eine Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde ausgebaut. Allerdings werden bis 2019 nach den Ankündigungen der DB Netz noch weitere Teilprojekte zwischen Nassenheide und Gransee, am Bahnhof Neustrelitz sowie Baumaßnahmen zwischen Oranienburg und Birkenwerder sowie am Bahnhof Füstenberg/Havel realisiert.

Beispiel Logistikzentren

In den bereits gut entwickelten und angeschlossenen Güterverkehrszentren (GVZ) wird weiter investiert.  Zum Beispiel wächst das GVZ Berlin Süd in Großbeeren um 65 Hektar Ansiedlungsfläche.  Im GVZ Wustermark wurde der Hafen wiedereröffnet. Mit einem neuen Betreiber ist Ende Oktober die neue Containerlinie Wustermark - Hamburg in Betrieb gegangen.

Der ElbePort Wittenberge mit Anlegern für Container, feste und flüssige Stoffe erhält eine Ergänzung des Gleisnetzes und stärkt damit die Bedeutung der Prignitz.
Das Brandenburger Infrastrukturministerium hat 2012 den Ausbau des stadteigenen KV-Terminals in Frankfurt (Oder) mit 2,3 Millionen Euro gefördert. In den Jahren von 1999 bis 2011 wurden im Terminal bereits 11,65 Millionen Euro investiert. Von Frankfurt gibt es regelmäßige Zugverbindungen von und nach Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam, Gliwice, Kutno - insgesamt 36 Züge pro Woche.

Neben den Terminals im Güterverkehrszentrum Großbeeren und im Werk BASF in Schwarzheide ist das Frankfurter Terminal eines der umschlagstabilsten in Brandenburg. Die TRANSWAGGON GmbH mit Sitz in Hamburg nutzt Frankfurt (Oder) als Drehscheibe für den Wagenaustausch mit Polen.

Beispiel Wasserstraßen

Für das Land Brandenburg prioritär sind Verbesserungen an der Havel-Oder-Wasserstraße mit dem Ersatzneubau des Schiffshebewerks Niederfinow Nord, das 2016 fertig gestellt werden soll, sowie Baumaßnahmen an der Spree-Oder-Wasserstraße mit dem noch zu klärenden Ersatzneubau der Schleuse Fürstenwalde. Damit zweilagiger Containerverkehr zwischen Berlin und Stettin stattfinden kann, werden die Eberswalder Brücke und die Klosterstraßenbrücke Niederfinow über die Havel-Oder-Wasserstraße angehoben. Der Ersatzneubau wird durch das Land in Höhe von 5,8 Millionen Euro mitfinanziert.
Beispiel Güterverkehr per Luft

Der Ausbau des Flughafens Schönefeld zum BER ist das wichtigste Infrastrukturprojekt in den neuen Bundesländern. Mit der Eröffnung des neuen Cargo-Zentrums ist bereits ein wichtiger Stützpunkt für den in der Region wachsenden Güterverkehr per Luft in Betrieb.

Beispiel Straßenverbindungen

Nach dem im vergangenen Jahr erfolgten Baustart für den ersten von drei Brandenburger Abschnitten der A 14 verbinden sich vor allem in der Prignitz Erwartungen auf wirtschaftliche Impulse, die entlang leistungsfähiger Verkehrswege im Entwicklungskorridor von der Ostsee bis zur Adria wirksam werden sollen.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg