Künstler Appell - Proschim nicht abbaggern!

Künstler appellieren an Wowereit und Woidke Proschim nicht der Braunkohle zu opfern

Wenige Wochen vor der Entscheidung der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg über den geplanten neuen Tagebau Welzow-Süd II haben 22 Künstler aus beiden Ländern an Bürgermeister Klaus Wowereit und Ministerpräsident Dietmar Woidke appelliert, das Dorf Proschim nicht der Braunkohle zu opfern.

"Mit der systematischen Verwüstung der Niederlausitz muss endlich Schluss sein. Die Abbaggerung von Dörfern ist ein Akt kultureller Barbarei und passt nicht mehr in unsere Zeit, die mit der Energiewende neue Wege beschreiten will", heißt es in dem Schreiben, das unter anderem von Armin Müller-Stahl, Günther Fischer und Ursula Karusseit unterzeichnet ist.

Die Künstler verweisen auf die Entwicklung Proschims seit der mittelalterlichen Ostkolonisation als Angerdorf mit vielen erhaltenen Vierseithöfen und die 1914 nach Plänen des Berliner Architekten Arthur Mäkelt erbaute Dorfkirche: "Ein neuer Tagebau würde 700 Jahre deutsch-sorbische Kulturgeschichte in Proschim brutal beenden, Heimat zerstören, Menschen entwurzeln".

Nachdem Woidke bereits seine Zustimmung zu dem Tagebau signalisiert hat, richtet sich der Appell in besonderer Weise an Wowereit. "Hier kann Berlin zeigen, ob es seine Verantwortung für eine umweltfreundliche Energieproduktion ernst nimmt", meint Tobias Morgenstern, Theaterintendant und Akkordeonist aus Zäckericker Loose im Oderbruch, der den Appell initiiert hat.

Quelle: Bündnis Heimat und Zukunft in Brandenburg - www.heimatzukunft.de