Bundesjagdgesetz verbietet Tellereisen

Appell gegen das Jagen mit verbotenen Tellereisen

Verstörende Bilder von Vögeln mit zerschmetterten Schnäbeln und Füchsen oder Katzen mit abgequetschten Beinen waren wiederholt zu sehen. Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger appelliert, keine Tellereisen einzusetzen.

Unlängst waren Bilder in Zeitungen zu sehen, die einen Reiher mit verstümmeltem Schnabel zeigen. Auch wenn die Ursache für die Verletzungen unklar ist, kommt es doch immer wieder vor, dass die seit langem verbotenen Tellereisen aufgestellt und Tiere verstümmelt werden. Grund genug für Agrarminister Jörg Vogelsänger, die Rechtslage zu erklären und nachdrücklich gegen die Verwendung dieser verbotenen Fallen zu appellieren.

Vogelsänger: "Das Bundesjagdgesetz verbietet Tellereisen. Sie aufzustellen, stellt zudem einen massiven Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Unter Umständen kommt noch der Straftatbestand der Wilderei hinzu, wenn diese Fallen in einem Jagdbezirk aufgestellt werden und damit fremdes Jagdausübungsrecht verletzt wird. Wer solche Fallen findet, sollte sofort Anzeige erstatten. Solange diese Produkte als Dekorationsstücke verkauft werden dürfen, ist ihre Verbreitung aber leider nicht zu verhindern. Wer derartige Tellereisen besitzt, darf sie auf keinen Fall aufstellen. Ich habe keinerlei Verständnis für deren Einsatz. Ich würde es begrüßen, wenn Händler diese Fallen aus ihrem Sortiment nehmen."

Jäger setzen entweder Lebendfallen ein, die unversehrt fangen oder Fallen, die schnell und sicher töten. In der Landesjägerprüfung zum Erwerb eines Jagscheins heißt es: "Es dürfen nur Fallen verwendet werden, die sofort töten bzw. unversehrt fangen." Bis 1990 waren Tellereisen noch erlaubt und wurden auch oft eingesetzt. Für gefangene Füchse gab es Prämien. Heute sind sie längst verboten. Die Fallen sind vorgespannt und schnappen zu, wenn ein Tier hineintritt. Dabei werden oft die Gliedmaßen abgequetscht und die Tiere leiden. Sie können sich nicht selbst aus der Falle befreien.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg