Grubenwasser aus dem Tagebau Welzow-Süd deutlich höher mit Eisen belastet

Abschöpfung eisenhaltiges Wassers

Verockerung von Fließgewässern aus dem aktiven Braunkohle-Tagebau Welzow Süd?

Bündnisgrüne Fraktion will Antworten haben

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag geht Hinweisen nach, wonach in Fließgewässer eingeleitetes Grubenwasser aus dem Tagebau Welzow-Süd deutlich höher mit Eisen belastet ist als wasserrechtlich zulässig. In einer von der Fraktion in Auftrag gegebenen Stichprobe von Wasser aus dem Petershainer Fließ unweit des Tagebaus liegt der gemessene Eisenwert um das fast Zehnfache über dem zulässigen Wert. Mit einer Kleinen Anfrage, in der unter anderem das Landesbergamt Stellung nehmen soll, will die Fraktion nun eine Aufklärung des Sachverhalts erreichen.

"Unsere Stichprobe ist ein Indiz für eine mögliche grundsätzliche Überschreitung der zugelassenen Eisenwerte", sagte die Sprecherin für Bergbau SABINE NIELS. Zwar verpflichtete Vattenfall sich, eine Grubenwasserreinigungsanlage zu bauen, aber wann diese konkret ihre Arbeit aufnimmt, ist noch unklar. SABINE NIELS wies darauf hin, dass grundsätzlich das Landesbergamt angehalten sei, regelmäßige und anlassbezogene Überprüfungen der wasserrechtlichen Genehmigung vorzunehmen. Ob dies vorschriftsgemäß geschehen ist, will die bündnisgrüne Fraktion jetzt von der Landesregierung wissen. "Die Wasserprobe verdeutlicht zudem, dass die Verockerung der Spree und ihrer Zuflüsse nicht nur durch stillgelegte Alttagebaue bedingt ist, sondern aktive Tagebaue das Problem verschärfen", sagte SABINE NIELS.

Zum Hintergrund:

Anwohnerinnen und Anwohner aus Welzow (Spree-Neiße) und Neupetershain (Oberspreewald- Lausitz) bemerken seit Sommer 2013 eine verstärkte Verockerung von Fließgewässern, in die Grubenwasser aus dem aktiven Tagebau Welzow Süd I eingeleitet wird. Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag hat daraufhin Anfang Februar die Entnahme einer Wasserprobe aus dem Petershainer Fließ, das in das Koselmühlenfließ mündet, veranlasst und vom wissenschaftlichen Institut EUROFINS Umwelt Ost GmbH aus Jena untersuchen lassen.

Die Stichprobe ergab einen um das Zehnfache höheren Gesamt-Eisenwert als wasserrechtlich zugelassen ist. In der Wasserprobe wurden ein Gesamt-Eisenwert von 46 mg/l und ein Wert von 22 mg/l an gelöstem Eisen gemessen. Laut der "Wasserrechtlichen Erlaubnis für Gewässerbenutzungen im Zusammenhang mit dem Betrieb des Tagebaues Welzow-Süd, räumlicher Teilabschnitt I, 2009 bis 2022" darf der Gesamt-Eisenwert für das eingeleitete Sümpfungswasser aber nicht mehr als 5 mg/l und gelöst nicht mehr als 2 mg/l betragen.

Auf einer Podiumsdiskussion der Bürgerinitiative der "Klinger Runde" am 15. April in Burg/ Spreewald wurden die Ergebnisse der Wasserprobe mit Experten diskutiert.

Hier finden Sie die Kleine Anfrage der Fraktion, die Messergebnisse der EUROFINS Umwelt Ost GmbH, druckfähige kostenfreie Bilder und den Link zur Veranstaltung am 15.4. http://gruenlink.de/qlh

Foto: Abschöpfung eisenhaltiges Wassers © ideengrün | Markus Pichlmaie

Quelle: Sabine Niels - MdL Brandenburg