Vogelsänger pflanzt Traubeneiche in Welzow

Baum des Jahres soll auch Wald in Brandenburgs Bergbaufolgelandschaft prägen

Welzow - Auf Einladung des Brandenburger Landesverbands der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und des Energie- und Bergbauunternehmens Vattenfall pflanzt Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger am Mittwoch (16. April) auf einem ehemaligen Kippenstandort den Baum des Jahres 2014. Auf der Kippe am Tagebau Welzow werden auf insgesamt 1,5 Hektar Traubeneichen gepflanzt. Traubeneichen sind typisch für die Region und werden gezielt für die Rekultivierung eingesetzt. Die Jungpflanzen sind sortenrein und stammen aus der Forstbaumschule Fürst Pückler in Bad Liebenwerda. Weitere Jungeichen werden von Brandenburgs ehemaligem Forstchef Friedhelm Henning, im Ruhestand Vorsitzender des SDW-Regionalverbands Lausitz, sowie von Vattenfall-Bergbauvorstand Uwe Grosser gepflanzt.

Die bundesweite Wahl zum Baum des Jahres 2014 fiel auf eine typische "Brandenburgerin". Die Traubeneiche (Quercus petraea) wäre nämlich noch vor der Kiefer die typischste Baumart Brandenburgs, denn von Natur aus gäbe es in der Mark vor allem Eichenwälder. Die Eiche hat daher hierzulande besondere Bedeutung für den ökologischen Waldumbau und ist ein wichtiges Forschungsthema am Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde. Die Traubeneiche ist auf einer Fläche von 35.000 Hektar in ganz Brandenburg zu Hause. Besonders schöne Bestände gibt es im Schlaubetal oder in der Schorfheide, wo noch mehrere Hundert Exemplare bis zu 600 Jahre alte Huteeichen zu finden sind. Der Flächenanteil der Traubeneiche beträgt derzeit in Brandenburgs Wäldern nur knapp vier Prozent. Mit der Fortführung des Waldumbaus wird sich dieser Anteil deutlich erhöhen. Die Eiche ist einerseits für den Waldumbau, bei der Überführung von Kiefernreinbeständen in ökologisch stabilere Mischbestände, als auch vor dem Hintergrund der Anpassung an den Klimawandel, eine wichtige Baumart. Andererseits weisen die Ergebnisse der Waldzustandsberichte die Traubeneiche als ein Hauptsorgenkind der Forstwirtschaft Brandenburgs aus. Die Ursache für diesen negativen Trend in den letzten Jahren ist der Einfluss von Insektenfraß und der oft nachfolgende Befall mit Eichenmehltau. Die jeweilige Witterung spielt bei der Vitalität der Eichen eine große Rolle. So hatten die Sommer 2003 und 2006 mit ihren lang anhaltenden Trockenperioden zu einer nachfolgenden Verschlechterung des Kronenzustands geführt.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg