Generalversammlung des Rinderzuchtverbands Berlin-Brandenburg eG

Generalversammlung des Rinderzuchtverbands Berlin-Brandenburg eG in Götz

Brandenburg bietet gute Voraussetzungen für umweltverträgliche Agrarproduktion

Götz - Mit einem Ausblick auf die geplanten Förderprogramme des Landes im Rahmen der neuen EU-Förderperiode und der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe (GAK) hat Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger heute die Generalversammlung des Rinderzuchtverbands Berlin-Brandenburg eG (RZB) in Götz eröffnet. Dabei warb der Minister auch dafür, die aktuell ausgetragenen Debatten zum Thema Tierwohl "als Chance zu begreifen, um mit den Menschen über die Landwirtschaft und insbesondere über Herausforderungen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ins Gespräch zu kommen."

Zu einer leistungsfähigen Landwirtschaft gehört auch eine an die Fläche ausgerichtete Tierhaltung. "Brandenburg bietet gute Voraussetzungen für eine umweltverträgliche Produktion", so der Minister: "Zu den Rahmenbedingungen gehören auch neue und hygienische Ställe. Investitionen in die moderne Tierhaltung sind immer auch Investitionen in das Tierwohl." Deshalb wird das Land in der neuen Förderperiode auch erneut die Investitionsförderrichtlinie anbieten. Nach dem aktuellen Stand können hierfür ab dem vierten Quartal wieder Anträge gestellt werden.

Vogelsänger: "Es gibt viele Menschen, die Fragen zur Tierhaltung haben und gern wissen wollen, wie was produziert wird. Diesen müssen wir ein Angebot machen. Aktionen wie die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung in Paaren/Glien Ende Mai oder die 20. Brandenburger Landpartie im Juni sind eine gute Gelegenheit, um mit Verbraucherinnen und Verbrauchern ins Gespräch zu kommen."

Im bundesweiten Vergleich weist Brandenburg einen äußerst niedrigen Viehbestand auf. Selbst bei Milch beträgt der Selbstversorgungsgrad für Berlin und Brandenburg nur knapp 70 Prozent. Mit 0,41 Großvieheinheiten pro Hektar erreicht Brandenburg knapp die Hälfte des bundesdeutschen Durchschnitts.

Landesweit werden derzeit 561.500 Rinder gehalten, Das sind 10.200 Rinder mehr (plus 1,8 Prozent) als im November 2012. Der Milchkuhbestand umfasst mit 162.600 Tieren knapp 29 Prozent des heimischen Rinderbestands. Mit 219 Milchkühen je Haltung verfügt das Land nach wie vor über die im Durchschnitt größten Milchkuhhaltungen. Regional gab es die größte Konzentration an Rindern in den Landkreisen Prignitz (71.900 Tiere) und Ostprignitz-Ruppin (59.300 Tiere).

Die Durchschnittsleistung 2012/13 nach dem Jahresabschluss des Landeskontrollverbands ist mit 9.152 Kilogramm Milch je Kuh ein herausragendes Ergebnis. Im Vergleich der Bundesländer stehen die Brandenburger damit hinter Thüringen und Sachsen auf Platz 3.

Im Rahmen der Überarbeitung der GAK ist vorgesehen, die Verbesserung der Gesundheit und Robustheit der Milchkuhbestände mit 1,6 Millionen Euro zu unterstützen.
Über die Tierzuchtrichtlinie stellt Brandenburg aus Landesmitteln für die Förderung der Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung in diesem Jahr 820.000 Euro zur Verfügung.

Einsatz für bedrohte Nutztierrassen

Brandenburg wird sich weiterhin für bedrohte lokale Nutztierrassen einsetzen. Zu erwähnen ist hier das bedrohte Deutschen Schwarzbunte Niederungsrind. Einst war es die bedeutendste Rinderrasse Nord- und Mitteleuropas. Übrig geblieben sind nur sehr wenige Tiere, vorrangig im südbrandenburgischen Zuchtgebiet. Durch Engagement und Beharrlichkeit der Züchter sowie die Bereitschaft, die eine oder andere Schwierigkeit auf sich zu nehmen, ist es gelungen, das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind über 40 Jahre als lebende Genreserve zu erhalten und züchterisch weiterzuentwickeln. Wie in der Vergangenheit wird das Land die Züchter beim Erhalt dieser vom Aussterben bedrohten Rasse auch in der neuen EU-Förderperiode bis 2020 unterstützen.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg