Focus-Studie zur Lebensqualität - Osten hat Nachholbedarf

Landkreise der Lausitz und Südbrandenburg Schlusslicht im Ranking

Elbe-Elster nur Rang 325 und Cottbus sogar nur Rang 352 von 402 verglichenen Landkreise

Focus-Studie zur  Lebensqualität - Osten hat Nachholbedarf Wo in Deutschland ist die Lebensqualität am höchsten? FOCUS hat alle 402 Landkreise und kreisfreien Städte miteinander verglichen: Ob Wohlstand, Sicherheit, Kosten oder Gesundheit - es gibt zahlreiche Überraschungen.

Deutschlands Wirtschaft floriert, Unternehmensgewinne und Einkommen steigen. Vom Aufschwung profitieren viele Regionen - doch vor allem der Osten hat Nachholbedarf. Das ergab jetzt eine Studie, die das Nachrichtenmagazin FOCUS in seiner Ausgabe Nr. 12/2014 veröffentlichte. Dabei verglich FOCUS alle 402 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands in den Kategorien "Wohlstand", "Jobs", "Sicherheit und Risiken", "Kosten", "Wohnraum und Infrastruktur" sowie "Demographie und Gesundheit".

So erreicht der Landkreis Elbe-Elster nur Rang 325, die Stadt Cottbus sogar nur Rang 352.

So belegten in der Gesamtwertung die weiteren Regionen im Süden Brandenburg folgende Ränge:

  • Teltow-Flämig 252
  • Dahme-Spreewald 266
  • Spree-Neiße 295
  • Oberspreewald-Lausitz 349
  • Märkisch-Oderland 360
  • Frankfurt/Oder 402

Die Focus-Studie berücksichtigt insgesamt vier Wohlstandsfaktoren: Gehälter, Wirtschaftswachstum, Zahl der Empfänger von Sozialleistungen und Schulabgänger ohne Abschluss. Der letzte Punkt "Qualifikation der Nachwuchskräfte" ist wichtig, da es bei einer großen Anzahl Jugendlicher ohne Abschluss den nachrückenden Generationen schwerfallen wird, hohe Einkommen zu erwirtschaften. Ohne Abschluss und Ausbildung bleiben oft nur einfache und schlecht bezahlte Tätigkeiten.

Das Gehaltsniveau zeigt, wie gut die Menschen einer Region ausgestattet sind. Im Bundesdurchschnitt lag der Bruttoverdienst 2013 bei 39.457 Euro. Im Süden des Bundeslandes Brandenburg sind es häufig weniger als 30.000 Euro. In diesem Zusammenhang muss man die deutlich geringere Industriedichte und die niedrigere Tarifbindung von Unternehmen berücksichtigen.

Hier setzt die IG Metall an mit ihrer Forderung nach sicherer und fairer Arbeit an. Qualität hat ihren Preis, gute Arbeit auch. Der Wettbewerb um die guten Köpfe hat längst begonnen. Die Arbeitsbedingungen und damit das Verdienstniveau werden sich künftig zu gewichtigen Standortfaktoren entwickeln.

Quelle: PM IG Metall Cottbus / Südbrandenburg